Mentoring Team an der NaWi

Du studierst Lehramt und möchtest schon während deinem Studium einen besseren Einblick in die Lebenswelt von Schüler*innen bekommen? Dann haben wir gute Nachrichten für dich. Denn an der PLUS hast du die Möglichkeit im Rahmen deiner Ausbildung Schüler*innen als Mentor*in zu begleiten.

Wir haben uns mit dem Mentoring-Team der PLUS getroffen und einige Fragen zum Projekt „Mentoring als Sprungbrett“ gestellt. Was man genau darunter versteht und wie das Themenmodul aufgebaut wird, lest ihr hier.

Seit wann gibt es „Mentoring als Sprungbrett“ und worum geht es dabei?

Das Projekt – damals noch mit dem Namen „Sprungbrett – zusammenspielend Talente fördern“ – startete erstmals im Jahr 2012, als innovatives Lehrkonzept und freies Wahlfach für Lehramtsstudierende und Wahlpflichtmodul im Unterrichtsfach PP (Psychologie und Philosophie). Ziel war es, den Studierenden für ein Jahr Einblicke in die Lebenswelt von Schüler*innen zu ermöglichen und sie darin auszubilden. Kinder und Jugendliche sollen konkret und individuell in ihren spezifischen Fähigkeiten und Talenten gefördert werden. Dabei wurde den Mentor*innen anwendbares psychologisches Wissen vermittelt, um ihren jeweiligen Mentee in seiner/ihrer Entwicklung bestmöglich zu unterstützen.

Wir haben das Projekt kontinuierlich verbessert und zum Teil neu konzipiert, sodass es seit dem Studienjahr 2019/20 nun als Themenmodul „Mentoring als Sprungbrett – individuelle Förderung in der Praxis“ an der SoE im Lehramtscurriculum der PLUS integriert ist.  Wir wollen die Verzahnung von Praxis und Theorie im Lehramt stärken und Lehramtsstudierende aller Unterrichtsfächer können daran teilnehmen.

Die positive Rückmeldung ist groß, denn bereits im ersten Durchgang hatten wir doppelt so viele Anmeldungen wie Plätze, und konnten dennoch – an dieser Stelle danke an das Vizerektorat für Lehre und Studium für die Unterstützung von Anbeginn an – alle Interessent*innen in den mittlerweile drei Durchgängen als Teilnehmende begrüßen. Es freut uns natürlich, dass „Mentoring als Sprungbrett“ so großen Anklang findet, und wir möchten auch für den nächsten Durchgang mit Start im WS 2021/22 schon jetzt alle interessierten Lehramtsstudierenden einladen, sich in der Voranmeldung auf PLUS online im Sommer (vielleicht gibt es hier bereits einen Link?) einzutragen! Dabei ist der Gedanke des ursprünglichen Pilotprojekts gleichgeblieben: Angehenden Lehrer*innen werden Erfahrungen mit Mentoring und Supervision ermöglicht, deren Blick auf individuelle Stärken und Interessen von jungen Menschen gelenkt und das dazu nötige psychologische „Handwerkszeug“ vermittelt. Etwas ist jedoch anders: die Studierenden erhalten eine noch stärker fundierte (und anrechenbare) Ausbildung im Rahmen von 12 ECTS in Form eines Themenmoduls.

Interviewsituation

Für wen ist das Themenmodul „Mentoring als Sprungbrett“ konzipiert: Mentor*in & Mentee?

Unsere Mentor*innen sind Lehramtsstudierende aller Unterrichtsfächer und unterschiedlichster Fächerkombinationen, teils im Bachelor, teils im Master. Also einfach alle, die sich für die individuelle Förderung von Schüler*innen interessieren. Die Mentees sind Schüler*innen zwischen 12 und 15 Jahre, die Lust haben, mitzumachen, sich selbst besser kennenzulernen, die eigenen Stärken und Fähigkeiten zu entdecken und Neues zu erleben. Wir arbeiten auch mit kooperierenden Lehrkräften und Erzieher*innen aus Nachmittagsbetreuungseinrichtungen sowie dem Talente Check Salzburg zusammen, die Schüler*innen vorschlagen, weil hier mögliche Potenziale und „schlummernde Fähigkeiten“ sonst vielleicht nicht optimal unterstützt würden. Es geht bei „Mentoring als Sprungbrett“ also nicht um Nachhilfe oder Lerncoaching, sondern darum, sich durch gemeinsam verbrachte Zeit – z.B. sinnvolle Freizeitaktivitäten, wie Museumsbesuche, Kennenlernen neuer Welten (wie etwa die „Welt der Universität“) oder das Setzen von Zielen, weiterzuentwickeln. Daher versuchen wir auch besonders Kinder und Jugendliche aufzunehmen, die aus verschiedenen Gründen bildungsbenachteiligt sind und bisher wenig Gelegenheit hatten in die Lebenswelt von z.B. Studierenden Einblick zu bekommen. Die Kosten für die gemeinsamen Aktivitäten werden übrigens übernommen. Die Schüler*innen können sich selbst anmelden oder werden von z.B. Lehrkräften vorgeschlagen.

Wie kann man als Mentor*in vom Mentoring Sprungbrett profitieren? Auch in beruflicher Hinsicht.

Die Mentor*innen bekommen einen Einblick in die Lebenswelt ihrer zukünftigen Schüler*innen und können sich somit besser in den Alltag junger Menschen hineinversetzen. Dies gilt sowohl für die Höhen, also wie sie einzelne Schüler*innen gezielt fördern und stärken können; aber auch für die Tiefen – wie Schüler*innen bei individuellen Problemen beraten und motiviert werden können, wenn es einmal nicht so gut läuft oder auch Ängste den (Schul-)Alltag begleiten. Besonders in den heterogenen Klassen, auf die sie später treffen werden, hilft diese Erfahrung, wie ich als Lehrperson individuell auf die Bedürfnisse von Schüler*innen eingehen kann und die Potenziale und Stärken zu sehen und zu fördern.

Außerdem entwickeln die angehenden Lehrer*innen wichtige Schlüsselkompetenzen wie z.B. Empathie, Authentizität, personenzentrierte und lösungsorientierte Gesprächsführung, Beratung und Feedback, Methoden zur Selbstkonzept- und Motivationsförderung und vor allem Selbstreflexion des eigenen Tuns.

Was sind die weiteren Pläne rund um „Mentoring als Sprungbrett“? Wo seht ihr die Initiative in den nächsten Jahren?

In den nächsten Jahren wollen wir das Themenmodul weiter im Curriculum etablieren und noch stärker Möglichkeiten zur Vernetzung schaffen. Am Fachbereich Psychologie der PLUS gibt es beispielsweise bereits konkrete Pläne dazu im Rahmen des Forschungsprojekts „On Track!“, an dem wir auch beteiligt sind. Zudem bauen wir Kooperationen mit Schulen als auch mit anderen (internen und externen) Mentoringprojekten auf. Über diesen Weg hoffen wir, dass auch Schüler*innen aus einem nicht-akademischen Elternhaus der Weg an die Universität erleichtert wird.

Wie würdet ihr „Mentoring als Sprungbrett“ in 1-2 Sätzen beschreiben?

Gemeinsam weiter und höher hinauskommen – indem Studierende erlerntes Knowhow in der Praxis ausüben und  Schüler*innen die Möglichkeit haben, ihr eigenes Potenzial besser zu erkennen.

Das aktuelle Mentoring Programm findet online statt, wie funktioniert das bisher?

Auch dieses Jahr haben wir wieder 25 Mentor*innen, die am Projekt teilnehmen und sich um jeweils einen Mentee kümmern. Die Umsetzung ist aber natürlich eine große Herausforderung, da die Interaktion zwischen Mentee und Mentor*in aber auch mit den Lehrer*innen, Eltern und der ganzen Gruppe nicht wie geplant Face-to-Face stattfinden konnte.

Auch die Kick-Off Veranstaltung musste online durchgeführt werden und die gemeinsamen Kennenlern-Termine sind leider ausgefallen. Dennoch sehen wir in den bisherigen Rückmeldungen, dass der Beziehungsaufbau bei den meisten Mentoring-Paaren gut funktioniert. Die Teams sind zum Glück sehr kreativ und finden Wege, sich online oder z.B. an der frischen Luft (mit allen Sicherheitsmaßnahmen) zu sehen. Aber natürlich ist es online schwieriger als in Präsenz, vor allem was die erste Kennenlernphase aber auch die Motivation aller Beteiligten betrifft. Auf der anderen Seite ist gerade jetzt bei vielen Jugendlichen der Bedarf da, vertrauensvolle Gespräche (mit Personen außerhalb der eigenen Familie) zu führen und die Mentor*innen können dazu beitragen, positive Momente zu schaffen.

Euer Wort zum Schluss? Was möchtet ihr all jenen mitgeben, die sich für das Mentoring Programm interessieren?

Meldet euch an und nutzt die Gelegenheit, eine/n Schüler*in ein Jahr lang zu begleiten und damit auch etwas über euch selbst und die Lebenswelt eurer zukünftigen Schüler*innen zu lernen! Ihr könnte uns gerne bei Interesse jetzt schon mailen (eline.leen-thomele@sbg.ac.at oder maria.tulis-oswald@sbg.ac.at) – auf PLUSonline gibt es (meist nach dem Sommersemester) zudem die Möglichkeit, sich in der Voranmeldung zum Themenmodul einzutragen.

Euer commUNIty Team

Photo Credits: Kay Müller
(Die Bilder sind bereits vor über einem Jahr, vor der Corona-Pandemie, entstanden.) 

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