Bücherstapel

Ihr prokrastiniert schon seit Wochen, habt eure Wohnung in den letzten Tagen bereits 3x auf Hochglanz poliert, alle Filme und Serien eurer Watch List angeschaut und zum dritten Mal Harry Potter durchgelesen? Dann ist es an der Zeit produktiv zu werden und sich endlich an die letzte Seminararbeit des Semesters zu trauen. Aber wie wird die Arbeit so richtig gut? Wir verraten es euch.

Von der Erfassung einer geeigneten Idee, über zielorientierte Planung bis hin zur Beschreibung des geeigneten Schreibstils. Wir haben uns durch die verschiedensten Bücher gewälzt, Artikel und Studien gelesen und sieben  unserer Meinung nach besonders hilfreiche Tipps für das Schreiben einer gelungenen wissenschaftlichen Arbeit herausgefiltert.

Tipp 1: Sammle alle Gedanken, die du hast!

Die große Abschlussarbeit steht kurz bevor, du hast aber immer noch keinen blassen Schimmer über was du in deiner Bachelor- oder Masterarbeit schreiben sollst? Ein wissenschaftliches Journal hilft dir dabei, aus all deinen Gedanken eine passende Idee zu kreieren. Dieses wissenschaftliche Journal kann bereits zu Beginn des Studiums mit Gedanken und Vorstellungen gefüllt werden, um zum richtigen Zeitpunkt die richtige Idee zu haben. Du kannst in das Journal Fragen zu möglichen Forschungen, interessanten Werken und Studien, Quellen, Autor*innen, Zitate und das ein oder andere interessante Thema aus der letzten Vorlesung hineinschreiben. Somit bietet das Journal eine breite Möglichkeit an verschiedenen Themengebieten oder Forschungsfeldern.

Dir gefällt ein Gedanke zu einem Forschungsthema über längere Zeit hinweg sehr gut? Dann schau dir einfach mal passende Literatur dazu an und vielleicht wird dieser Gedanke der Grundstein für deine finale Idee. Versuche dann deine Gedanken und Ideen zu definieren und das Thema deiner Arbeit einzugrenzen. Die richtige Planung, eine passende und nicht zu breit aufgestellt Forschungsfrage sowie ein stetiges Interesse an dem Thema sind dabei zentral.

Ein Tipp zur Kreativität: Frei schreiben. Setz dich 5 Minuten lang hin und versuche frei heraus Ideen und Vorstellungen aufzuschreiben, ohne groß darüber nachzudenken. Du wirst dich wundern, welche tolle Ideen in einem freien Moment wie diesem entstehen können.

Ideenfindung wissenschaftliches Schreiben

Tipp 2: Plane alles, was du machen willst!

Bevor du dich an den Laptop setzt, um in die Tasten zu hauen, ist es wichtig, richtig zu planen. Eine wissenschaftliche Arbeit muss sorgfältig und realistisch geplant werden. Je nach wissenschaftlicher Disziplin und Arbeitsgebiet kann die Planung deiner Arbeit unterschiedlich aussehen. Stell dir im ersten Schritt deiner Vorbereitung folgende Fragen:

  • Welchen Umfang soll meine Arbeit haben?
  • Was ist die genaue Aufgabenstellung?
  • Wieviel Zeit habe ich dafür?

Die Planung der eigenen Arbeit stützt sich auf genau diese Fragen. Der Umfang und die Methode oder das Verfahren sollen dir einen ersten Einblick in den Aufwand der bevorstehenden Arbeit geben. Die Überlegung der Zeitdauer bis zur Abgabe hilft dir deine Schritte gezielt zu koordinieren und zu planen. Dabei ist es wichtig, die notwendigen Arbeitsschritte klar zu definieren und das eigene Arbeitstempo richtig zu kalkulieren. Nimm dir nicht zu viele Schritte auf einmal vor, sondern überlege dir gut, was du an einem Tag schaffen kannst.

Tipp 3: Mache kleine Schritte, um ans Ziel zu kommen!

Eine wissenschaftliche Arbeit kann als eine Reise gesehen werden. Lauter kleine Schritte auf dem Weg des Denkens führen schlussendlich von einer Idee zu einem fertigen Text. Setze dir also jeden Tag neue kleine Ziele, um in kleinen Schritten deine Arbeit Stück für Stück fertigzustellen. Beginne deine Tagesplanung mit der Definition des „Texts des Tages“ und versuche dann dieses Kapitel oder die ausgewählte Passage an diesem Tag fertigzustellen. Wichtig ist: Versuche den Text konsequent fertig zu schreiben und verschiebe die Aufgabe nicht auf morgen! Belohne dich nach jedem kleinen Schritt, um gestärkt und motiviert den nächsten Schritt zu machen. Schreibe dir deinen Zeitplan und deine Ziele als eine Art To-Do-Liste auf und streiche alle Punkte der Reihe nach durch, um auch die kleinen Erfolge protokollieren zu können. Tipps zur Motivation im Studium findest du übrigens hier.

Tipp 4: Vorbereitung lautet das Zauberwort!

Du bist endlich soweit, dein Zeitplan ist erstellt und du weißt, welches Thema du heute bearbeitest. Doch plötzlich  fällt dir auf, dass der Kaffee noch fehlt und du ja eigentlich einen wärmeren Pulli anziehen wolltest. Nix da! Versuche alle möglichen Dinge, wie Kaffee kochen, Wasserglas holen und gemütliche Kleidung anziehen, bereits vor dem Hinsetzen zu erledigen. Ganz nach dem Motto: Vorbereitung ist das Wichtigste! Ziel sollte sein, deinen Arbeitsplatz nicht alle 5 Minuten zu verlassen, sondern bewusst über eine bestimmte Dauer hinweg aufmerksam zu arbeiten.

Tipp 5: Achte auf deinen Arbeitsplatz

Nicht nur die richtige Literatur und die passende Methode machen eine wissenschaftliche Arbeit aus. Um eine gute wissenschaftliche Arbeit zu schreiben ist es zudem wichtig, die perfekte Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Dein Zimmer und alles darin lenkt dich nur ab? Dann versuche es doch einmal mit einem Location Wechsel und schaffe dir bspw. in der Küche einen stimmungsvollen Arbeitsplatz. Wichtig ist, dass du dich in deiner Umgebung wohlfühlst und gezielt arbeiten kannst, ohne Unterbrechungen oder Ablenkungen. Versuche auch die Notizen nicht nur am Laptop aufzuschreiben, sondern nimm Zettel und Stift in die Hand und schreibe darauf los! Schnapp dir dafür am besten deinen Lieblingsstift und einen Notizblock in einer angenehmen Farbe.

Tipp 6: Der richtige Schreibstil macht’s

Leider folgt die Philosophie des wissenschaftlichen Schreibens in vielen Behauptungen der Vermutung, dass wissenschaftliche Arbeiten unverständlich, voll von Fremdwörtern und möglichst kompliziert geschrieben werden müssen. Das stimmt natürlich nicht! Du solltest in deinen Arbeiten Sachthemen gezielt darstellen und Sachverhalte kritisch diskutieren, dafür brauchst du selbstverständlich auch manchmal Fachbegriffe und Fremdwörter, dennoch ist es falsch zu glauben, eine wissenschaftliche Arbeit könne nicht allgemein verständlich geschrieben sein. Verzichte deshalb auf einen Schreibstil, der deine Familie und Freund*innen staunen lässt und sie dazu animiert nach dem Durchlesen deiner Arbeit so etwas zu sagen wie: „WOW! Hab zwar kein Wort verstanden, aber das klingt ja total wissenschaftlich!“ Denke stattdessen bei deiner nächsten Arbeit daran, einen allgemein geeigneten Schreibstil zu verwenden, denn Wissenschaftler*innen schreiben nicht für den Bücherschrank, sondern für Leser*innen.

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Tipp 7: Gliedere die Zutaten deines Textes

Der ganze Text ist nichts wert, wenn die Informationen und Ergebnisse nicht passend dargestellt werden. Gliederung ist hier der Schlüssel zum Erfolg. Deine Argumentation sollte einer thematisch logischen Folge entsprechen und keine Wiederholungen beinhalten. Jeder Text besteht aus einer äußeren Hülle (Gliederung) und einer inneren Struktur (Text). Dabei ist wichtig, die äußere Hülle gezielt zu gestalten und zu ordnen, da ansonsten das wissenschaftliche Werk als eine ungeordnete Masse von Gedanken verstanden wird. Folgende vier Punkte solltest du bei deiner Gliederung beachten:

  • Die Gliederung muss formal-logisch sein: Gestalte Unterpunkte nur dann, wenn sie auch Sinn machen.
  • Über- und untergeordnete Gliederungspunkte können miteinander verbunden werden: Schreibe hier eine kurze Einführung darüber, wie es weitergeht (ACHTUNG! Manchmal erscheinen diese Texte auch als Platzverschwendung – also wirklich kurzhalten).
  • Die Gliederung soll den logischen Aufbau der Arbeit widerspiegeln: Beachte den roten Faden.
  • Gliederungspunkte beinhalten eine Überschrift: Versuche mit deinen Überschriften zu den Bereichen „Einleitung“, „Hauptteil“ und „Schluss“ Interesse zu wecken und formuliere diese passend zum Inhalt.

Das waren sie, unsere 7 Tipps fürs wissenschaftliche Schreiben. Somit hält dich nichts mehr davon ab, die nächste Arbeit zu starten. Mithilfe der hier angeführten Tipps geht dir deine nächste Arbeit hoffentlich schon viel leichter von der Hand. Wir wünschen dir viel Erfolg und drücken die Daumen für einen erfolgreichen Semesterabschluss.

Eure Bianca

Witzig, spontan und ja, das war’s: Bianca ist eine wahre Tirolerin und scheut sich auch nicht, dies mit ihrem Dialekt zu unterstreichen. Sie liebt es die Welt zu entdecken und fühlt sich mit ihrem Camper „Bob“ überall ein bisschen zuhause. In ihrer Zweitheimat Salzburg studiert Bianca Kommunikationswissenschaft und steuert mit Vollgas auf den Master zu.

Quellen Text:
Kornmeier, Martin (2018): Wissenschaftlich schreiben leicht gemacht. 8. über. Aufl., Bern: Haupt Verlag.
Esselborn-Krumbiegel, Helga (2017): Von der Idee zum Text. Eine Anleitung zum wissenschaftlichen Schreiben. 5. überar. Aufl., Paderborn: Ferdinand Schöningh.

Photo-Credits:
Titelbild: Mahendra Kumar via Unsplash
Bild Schreibtisch: Kelly Sikkema via Unsplash
Bild Bücher: Sharon McCutcheon via Unsplash

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