Mann arbeitet am Computer

Du stehst kurz vor dem Abschluss deines Studiums und weißt nicht in welcher Branche du arbeiten möchtest bzw. in welchem Bereich du überhaupt Chancen hast? Das Career Center der PLUS hilft dir bei deinem Einstieg ins Berufsleben, in Form von Coachings, Optimierung deiner Bewerbungsunterlagen und der Vernetzung mit wichtigen Kontakten aus der Wirtschaft. Wir haben mit Soziologie-Absolvent Patrick Wilhelmy über seinen Berufseinstieg als Scrum Master gesprochen und welche Rolle das Career Center dabei gespielt hat.

Mit dem Abschluss eines Studiums ist man oft für viele unterschiedliche Berufe geeignet, umso schwieriger kann es sich gestalten, die passende Branche für sich zu finden. Darum solltest du dir überlegen, was dich wirklich interessiert und was deine Stärken und Schwächen sind. Helfen kann dir dabei das Team des Career Centers der PLUS. Wie Patricks Weg zusammen mit dem Career Center ausgesehen hat, das liest du jetzt.

Patrick, erzähl uns von dir: Was hast du studiert und wie hat dir das Studium an der PLUS gefallen?

Ich bin ursprünglich aus Saarbrücken und bin 2011 nach Salzburg zum Studieren gekommen. Ich habe dann auch relativ lange und ausgiebig studiert, weil das Studentenleben äußerst angenehm war (lacht). 2019 bin ich mit meinem Master in Soziologie fertig geworden.

Begonnen habe ich übrigens eigentlich mit Pädagogik, habe dann aber im SS 2021 auf Soziologie gewechselt. Eine Entscheidung die ich nie bereut habe, den Soziologie ist ein sehr vielfältiges und (zumindest für mich) ein sehr spannendes Studium.

Wie bist du zum Career Center gekommen und wie war deine Begleitung durchs Career Center?

Ursprünglich bin ich glaube ich über Info-Mails zum Career Center auf das Angebot gestoßen. Dann habe ich mir gedacht, probiere ich das doch einfach mal aus!

Begleitet hat mich das Career Center wahrscheinlich insgesamt ein dreiviertel Jahr auf meinem Weg. Bevor ich ans Career Center kam hatte ich schon einige Bewerbungen weggeschickt, aber eben erfolglos. Ich hatte damals auch keine konkrete Vorstellung davon was ich arbeiten wollte, aber heutzutage ist es ohnehin so, dass man bei der Hälfte der Job-Ausschreibungen nicht weiß was man dann im Endeffekt dort wirklich macht. Ich glaub man hat sehr viele recht abstruse Vorstellungen, die dann eh nicht zum Job passen. Und weil es wenig bis gar keine Jobangebote für Soziologie-Absolvent*innen gibt musste ich mich ohnehin breit aufstellen. Schauen, was gibt es überhaupt.

Ich habe mich also auf alles beworben, wo ich mir generell vorstellen konnte, dass ich es machen kann. Egal ob ich das verlangte Wissen schon hatte oder nicht. Bei allen eher vagen Job-Beschreibungen die mir gefallen haben, habe ich mich beworben.

Hat dir das Career Center auch dabei geholfen herauszukristallisieren was deine Stärken sind?

Ja, Martin (Anm. Martin Mader, Leitung Career Center) hat mich gecoacht und mir dabei geholfen herauszufinden wo meine Stärken liegen und was mich wirklich interessiert. Was kann ich, was kann ich nicht, was kann ich mir vorstellen, was kann ich mir nicht vorstellen etc. Dann haben wir gemeinsam abgesteckt, okay in diesen Bereichen könnte ich arbeiten und diesen eher nicht. Wir haben darüber gesprochen was sind meine Fähigkeiten und meine Eigenschaften sind und in welche Berufsfelder diese passen.

Darüber hinaus haben wir gemeinsam abgesteckt welches Angebot es gibt, welche großen Firmen gibt es in Salzburg und wie könnte man da reinkommen. Sprich, wir haben nach Firmen gesucht die viele Felder abdecken, von Human Resources bis hin zu Projektmanagement, und dementsprechend vielleicht auch einen Soziologen einstellen. Das war der Beginn.

Dann ging es in den Prozess hinein, wie gestalte ich eine Bewerbung zielführend. Da muss ich sagen, dass sich meine Bewerbungsschreiben über die Zeit stark verändert haben. Ich habe später die Unternehmen viel genauer recherchiert und viel mehr Zeit in die Bewerbungsschreiben investiert. Somit war jede Bewerbung sehr individuell gestaltet. Besonders stark habe ich mich immer an der Philosophie des jeweiligen Unternehmens orientiert und nach möglichen Schnittpunkten gesucht, die ich dann als Aufhänger für meine Bewerbung genutzt habe.

Hast du auf deine optimierten Bewerbungsschreiben bessere Rückmeldung bekommen?

Das ist schwierig zu sagen. Rückmeldungen habe ich ohnehin eher selten bekommen. Das liegt sicher aber auch daran, dass der Arbeitsmarkt in Salzburg etwas schwierig ist und keine so große Auswahl bietet wie es eben eine Großstadt tut. Es gibt schließlich auch keine riesigen Unternehmen in Salzburg. Ein anderer großer Aspekt bei der Jobsuche und wie schnell man etwas findet ist natürlich auch immer die Bereitschaft zu pendeln, die war bei mir nicht so gegeben.

Menschen bei der Teamarbeit

Wie würdest du deine Erfahrung mit dem Career Center beschreiben?

In erster Linie als hilfreich, denn das Coaching war super und für mich hat es definitiv eine Tür in die Berufswelt geöffnet. Martin hat mich auf viele interessante Messen und Vernetzungs-Veranstaltungen aufmerksam gemacht, die ich dann auch besucht habe. Davon hätte ich zwar schon früher wissen können, aber ich gehöre zu den Personen die Mail-Aussendungen nicht immer lesen und so eben auch die vom Career Center (lacht).

Ich habe dann also an möglichst vielen Networking- Events teilgenommen, unter anderem auch am Work Vision Barcamp. Dort habe ich eine spannende Erfahrung gemacht und zwar bin ich in die Situation gekommen mit Arbeitgebern zu diskutieren die meinten sie fänden es schwierig qualifiziertes Personal zu finden. Ich habe es zu dem Zeitpunkt eben von der anderen Seite erlebt, dass die Ausschreibungen so wenig konkret sind und man sich kaum darin wiederfinden kann.

Man braucht im Bewerbungsprozess eine sehr hohe Frustrationstoleranz gegenüber E-Mails die sagen „schaut ja ganz gut aus, aber nein, danke.“

 

Was ist dir am Ende deines Studiums durch den Kopf gegangen und was war die größte Herausforderung für dich?

Gegen Ende meines Studiums hatte ich ja schon eine Weile nach einem Job gesucht und war dementsprechend bereits leicht frustriert. Nebenbei habe ich in der Gastronomie gearbeitet, was natürlich kein Traumjob ist, den du nach deinem Abschluss noch immer machen möchtest. Und natürlich gab es Zeiten wo es wirklich schwierig für mich war und man sich auch fragt, will ich in Salzburg bleiben oder eher nicht. Denn natürlich sind die Job-Aussichten in einer Großstadt besser. Hiergehalten haben mich schlussendlich private Gründe, meine Freundin und mein gesamtes soziales Netzwerk das man ungern aufgibt. Pendeln ist für mich auch nicht in Frage gekommen, weil so viel Freizeit dafür draufgeht und das Privatleben darunter leidet.

Würdest du es genauso wieder machen? Und was hat dir beim Career Center am besten gefallen?

Was die Betreuung durch das Career Center angeht ja, weil mir das wirklich sehr geholfen hat. Vielleicht würde ich das Career Center allerdings schon etwas früher aufsuchen. Auch das Soziologie Studium würde ich wieder absolvieren, darin habe ich mich absolut wiedergefunden. Es war ein sehr interessantes Studium in das ich viel Zeit investiert habe und das mich mit tollen Menschen zusammengebracht hat. Besonders viel Spaß gemacht hat mir meine Masterarbeit.

Was das Career Center für mich ausgemacht hat, war das Zusammenspiel aus den angebotenen Coaching und auch das Zusammenbringen mit den Firmen. Und dazu ist das Angebot noch kostenfrei.

An welchem Punkt in diesem Prozess hast du gemerkt, dass du dich in die richtige Richtung entwickelst? Gab es einen Knackpunkt?

Das war wahrscheinlich als Martin mir den Flyer zum Projektmanagement-Kurs gegeben hat und ich den auch bald danach absolviert habe. Den Kurs fand ich immens spannend und das war der Punkt wo ich mir dachte, in die Richtung könnt ich gehen. Wobei es natürlich schwierig ist eine Junior Position im Projektmanagement zu finden, ohne BWL studiert zu haben.

Wie hast du das dann geschafft? Du bist ja ein Art Projektmanager…

Ich arbeite als Scrum Master. Der Unterschied ist der, dass du als Projektmanager für das gesamte Projekt verantwortlich bist. Als Scrum Master (Anm.: Ein Scrum Master ist dafür verantwortlich, dass das Team operativ und produktiv arbeiten kann. Die Scrum Methode wurde 1995 erstmals vorgestellt. Das englische Wort Scrum ist ein Begriff aus dem Rugby und bedeutet wörtlich “angeordnetes Gedränge”) arbeite ich mit einem Entwickler-Team zusammen und unterstütze das Team dabei seine Arbeit zu planen und ihnen Arbeit abzunehmen, wenn es um bürokratischen Aufwand geht. Gleichzeitig nehme ich eine Coaching-Funktion ein, denn es gibt Meetings wo reflektiert wird wie funktioniert die Zusammenarbeit, wie läuft es im Team etc. Ich schaue dann, wie kann ich ihnen helfen und was kann ich ihnen abnehmen.

Zu Anfang war ich erst mal sehr froh, dass ich den Posten bekommen habe. Der Prozess wie ich an den Job gekommen bin, war auch sehr angenehm. Ich bin auf einer Karrieremesse mit dem Raiffeisenverband Salzburg in Kontakt gekommen und habe da erste Informationen erhalten. Kurz danach war ich bei einem Vorgespräch wo ich detaillierte Informationen zum Job bekommen hab. Man hat mir den Raiffeisenverband Salzburg und Scrum vorgestellt. Dann haben wir uns darauf geeinigt, dass ich einen halben Kennenlerntag mit einem erfahrenen Scrum Master mache und erst dann, nachdem ich gesehen habe das gefällt mir, habe ich mich schlussendlich auf den tatsächlichen Job als Scrum Master beworben. Man muss natürlich auch sagen, dass das wirklich ein tolles Angebot seitens des Raiffeisenverbandes Salzburgs war, mir überhaupt die Möglichkeit zu bieten mir dies genauer anschauen zu können.

Inwieweit hilft dir die Erfahrung im Career Center in deinem jetzigen Beruf?

Scrum ist zwar weit entfernt vom klassischen Projektmanagement, aber das Wissen schadet natürlich nicht. Ich habe definitiv sehr viel guten Input bekommen, aber auch von den Coaching Sessions habe ich viel mitgenommen. Beides sind Aspekte die in meinem jetzigen Beruf eine große Rolle spielen. Im Career Center kann man auf jeden Fall viele Erfahrungen sammeln.

Was empfiehlst du Studierenden, die in einer ähnlichen Situation wie du stecken?

Ich würde ihnen empfehlen die Angebote vom Career Center, als auch der Stadt Salzburg unbedingt zu nutzen. Besonders beim Karriereforum habe ich viele gute Kontakte geknüpft, zudem kann man sich viele unterschiedliche Branchen ansehen und gleich rausfinden was zu einem passen könnte. Es ist wichtig abzuchecken, was gibt es überhaupt, was hat der Arbeitsmarkt zu bieten. Im Career Center solltet ihr auf jeden Fall vorbeischauen, weil die dabei helfen Kontakte zu knüpfen.

Wie siehst du deine berufliche Zukunft? Auch in dem Bereich Scrum?

Schwierig zu sagen. Aktuell arbeite ich gern in dem Bereich, es macht mir sehr viel Spaß und ich bin auch noch weit davon entfernt die Weite meines Jobs erfasst zu haben. Weil speziell im IT-Umfeld gibt es so viel mit dem man sich beschäftigen kann und wo ich mich noch reinarbeiten muss, auch jetzt noch nach acht Monaten. Außerdem ändern sich laufend Sachen und es gibt viele Scrum-Zertifizierungen die man noch machen kann.

Am Anfang hatte ich nur ein Team, jetzt habe ich schon die Verantwortung für zwei Teams. Es passiert also viel und ich glaub meine berufliche Zukunft ist schwierig zu definieren. Alles ist möglich und letztlich hat man es selber in der Hand. Ich möchte auf jeden Fall gerne in dem Bereich bleiben und in dem Job, aber mal schauen was in 5-10 Jahren ist.

Vielen Dank für das spannende Gespräch!

Eurer commUNIty-Redaktionsteam

Photo-Credits:
Titelbild: Tyler Franta via Unsplash
Bild Teamarbeit: Dylan Gillis via Unsplash

Teile diesen Beitrag auf Facebook & Co.