Dombogenterrasse

Das DomQuartier wurde 2014 eröffnet und ist mittlerweile über sechs Jahre alt. Auf rund 15.000 Quadratmetern beherbergt es eine Vielzahl spannender Eindrücke zum fürsterzbischöflichen Salzburg. Dr. Elisabeth Resmann, Geschäftsführerin der DomQuartier Salzburg GmbH, meint: „Wenn man mal durch das DomQuartier gegangen ist, weiß man, was Salzburg ausmacht.“ Somit ist das DomQuartier wohl der ideale Ort und perfekter Startpunkt für alle „zuagroasten“ Neu-Salzburger*innen, die ein Gefühl für die Mozartstadt bekommen möchten. Welche Angebote für Studierende besonders interessant sind? Wir haben es für euch herausgefunden.

Wir treffen uns zum Rundgang durch das DomQuartier im Innenhof der Residenz. Es ist ein heißer Sommertag, die Sonne lacht vom Himmel und der Schotter knirscht unter den Schuhen, als wir uns dem Haupteingang bei den Arkaden nähern. Unter den Arkaden ist es angenehm kühl und genau dort hat auch der Herkulesbrunnen seinen Platz. Der überlebensgroße Held ist übrigens gerade dabei einen wasserspeienden Drachen zu erschlagen. Doch wer hat schon Zeit Herkules zu bestaunen, wenn es Prunkräume, Residenzgalerie, Dombogenterrasse und Co zu erkunden gibt. Links führt eine Treppe hinauf in den zweiten Stock – direkt zu den Prunkräumen der Residenz. Hier hat alles stattgefunden, was Salzburg damals ausgemacht hat – politisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich. Die Fürsterzbischöfe haben hier ihre weltliche Herrschaft ausgeübt. Dort wollen wir hin und dürfen schon gleich unsere Führung beginnen.

Tisch mit Stühlen

Die Prunkräume der Herrscher – ein kleiner Einblick

Über den knapp 600 Quadratmeter großen Carabinierisaal geht es durch den Rittersaal und das Konferenzzimmer in die Antecamera (den Audienzsaal-Vorraum). Dieser diente als Wartezimmer für alle, die auf ein Treffen mit dem Fürsterzbischof warteten. Das taten sie dort teilweise stundenlang und ohne Sitzgelegenheit, bis sie endlich zum Fürsterzbischof vorgelassen wurden. Eine Tür weiter, im prunkvollen Audienzsaal, kann man erahnen wie opulent damals gespeist wurde – denn als Teil der Sonderausstellung „Überall Musik!“ ist dort aktuell eine barocke Tafel aufgestellt.

Sonderausstellung alles Musik

Wir gehen weiter in das Arbeitszimmer der Fürsterzbischöfe. Und ab hier ändert sich die Türrichtung, denn nun kommen die privaten Gemächer. Private Räume erkennt man auch daran, dass sie nicht mehr mit Marmor ausgekleidet waren, sondern mit Holz.

Im darauffolgenden Schatullenkabinett (Blauer Salon) wurden früher allerhand Geldgeschäfte durchgeführt.
Übrigens: In jedem der Prunkräume ziert ein Gemälde die Decke. Von Fürsterzbischof Franz Anton von Harrach in Auftrag gegeben, informieren sie darüber, wie der Raum damals genutzt wurde, die Gemäldeserie von Alexander dem Großen diente als Sinnbild des umfassenden Herrschers, mit dem sich der Fürsterzbischof selbst identifizieren konnte.

Hinauf in den 3. Stock – in die Residenzgalerie

Nach der Säkularisation 1803 ging es wirtschaftlich und kulturell bergab, Salzburg wurde zu einer Provinzstadt und vieles an Kunst ging verloren. Kunstwerke wurden von den jeweiligen Herrschern abtransportiert, zum Beispiel nach München, Florenz und Wien. Aber eine Sache konnten sie Salzburg nicht nehmen und das ist ganz klar die prachtvolle Architektur.

Im Jahr 1923, drei Jahre nach Gründung der Salzburger Festspiele wurde dann die Residenzgalerie gegründet. Dies geschah in erster Linie, um im Bereich der bildenden Kunst den Anschluss zu schaffen. Durch die Ankaufspolitik in den 60- und 70er Jahren wurde schließlich eine kleine, aber hochkarätige Sammlung erworben. Diese bildet den Grundstein der heutigen Residenzgalerie.

Residenzgalerie

Über die Dombogenterrasse hinein in den Salzburger Dom

Wir spazieren nun über die Verbindung zwischen Residenz und Dom, die Dombogenterrasse – ein Platz der zum Verweilen einlädt. Denn hier genießt man einen beeindruckenden Blick auf die Salzburger Altstadt, den Dom- und Residenzplatz sowie auf die Stadtberge. Die Dombogenterrasse ist somit der ideale Ort für eine kurze (oder auch längere) Pause. Tipp: Kaffee und andere Getränke kann man sich im Innenbereich selbst holen, damit lässt sich das Stadtpanorama dann noch besser genießen.

Als Student*in bekommt man hier einen perfekten und vor allem besonderen Lernplatz geboten. Ihr müsst zwar ein Besucherticket kaufen, doch kostet dieses nur 8 Euro. Außerdem habt ihr mit dem Kauf des Tickets nicht nur Zugang zur Dombogenterrasse, sondern auch zu den Ausstellungen.

Café im DomQuartier

In diesem Bereich findet übrigens auch das KunstFrühstück statt. Ein Veranstaltungsformat, das aus einem Frühstück sowie einer kleinen Führung zu einem bestimmten Thema besteht. Aktuell muss diese Veranstaltungsreihe aufgrund von Corona-Beschränkungen leider pausieren, aber hoffentlich wird schon bald wieder bei einem gemeinsamen Frühstück in direkter Nachbarschaft zum Dom über Kunst diskutiert.
Geht man die Runde weiter in Richtung Dom kommt man in das Nordoratorium, wo sich auch eine dem Gründerheiligen Rupert gewidmete Kapelle findet. Diese ist wegen ihrer künstlerischen Ausstattung besonders sehenswert.

Es ist ein ganz besonderes, beinahe majestätisches Gefühl als wir schließlich den Salzburger Dom betreten und über die Domorgelempore schreiten. Von hier hat man einen beeindruckenden Blick auf das Geschehen im Dom, das man normalerweise als Besucher*in nur von unten kennt. Die acht Innenbalkone im Dom waren übrigens früher Arbeitsplatz für Musiker. Diese spielten dort synchron, um den Sound-Effekt zu erreichen, der heute als Dolby Surround Sound bezeichnet wird.

Salzburger Dom

Kunst- & Wunderkammer, Lange Galerie & Museum St. Peter

Aber auch nach der Domorgelempore kommen noch drei spannende Bereiche. Als erstes erwartet uns im südlichen Dombogen die Kunst- und Wunderkammer – hier kann man eine vielfältige Sammlung spannender Objekte und Kuriositäten aus Kunst, Natur und Technik bestaunen. So zum Beispiel ausgestopfte Tiere, riesige Elefanten-Knochen sowie das Horn eines Narwals – das damals als Horn eines Einhorns angepriesen wurde.

Kunst- & Wunderkammer

Dann geht es weiter in die Lange Galerie, die 70 Meter lang ist und mit schönen Stuckelemente von Stuckateur Johann Peter II. Spatz versehen ist. Die Lange Galerie diente bis zur Säkularisation 1803 als Gemäldegalerie der Fürsterzbischöfe. Darum sind hier auch noch heute großformatige Gemälde mit religiösen Motiven aus der Kunstsammlung der Erzabtei St. Peter zu sehen. Eine Besonderheit der langen Galerie: Alle Fenster sind nach Norden gerichtet, somit ist der Lichteinfall zu jeder Tageszeit ideal – gleichmäßig, aber nicht direkt.

Das Museum St. Peter im baulich neu erschlossenen Wallistrakt bildet den Abschluss unseres Rundgangs. Hier kann man ausgewählte Meisterwerke aus den reichen Sammlungen der Erzabtei St. Peter besichtigen und bekommt einen Überblick über die 1300-jährige Geschichte des Klosters.

Preise und Angebote für Studierende

Studierende zahlen für den Eintritt ins DomQuartier den ermäßigten Preis von 8 Euro. Die Jahreskarte kostet 30 Euro und ist somit ideal für all jene die Museen gerne ausgiebig erkunden. Denn sind wir uns ehrlich, bei einem einzigen Museumsbesuch fühlt man sich meist von der Masse an Informationen erschlagen und hat gar nicht die geistige Kapazität, um sich in Details zu verlieren. So eine Jahreskarte hat zudem den Vorteil, dass man jederzeit den Ausblick von der wunderschönen Dachterrasse genießen kann – der ideale Platz für einen schnellen Kaffee zwischen zwei Lehrveranstaltungen. Und auch die Tatsache, dass man als Neusalzburger*in wahnsinnig viel über die Stadt erfährt, macht das DomQuartier zu einem heißen Tipp für alle Studienanfänger*innen.

Wir hoffen, der kleine Exkurs ins DomQuartier hat euch gefallen und vielleicht beehrt ihr es schon bald selbst mit einem Besuch!

Euer commUNIty Redaktionsteam

Teile diesen Beitrag auf Facebook & Co.