Gründer von dieplattform

Unterschiedliche Meinungen aufzeigen, und Leute dazu ermutigen, über den eigenen ideologischen Tellerrand zu blicken – so lautet das erklärte Ziel des Medienprojekts diePlattform. Ins Leben gerufen wurde die Seite von zwei Politikwissenschafts-Studenten der Paris Lodron Universität Salzburg. Die beiden Gründer, Alexander Speierle-Vidali und Konstantin Ghazaryan, haben mittlerweile ein mehrköpfiges Team um sich versammelt und veröffentlichen regelmäßig spannende Gespräche mit interessanten Personen aus Politik, Kultur, & Wirtschaft – von Matthias Strolz bis Julia Herr.

Ergänzend zu Interviews, findet man auf der Plattform auch Erklärungen zu komplexen Begrifflichkeiten wie „Was ist… Politikverdrossenheit“ und Analysen zu aktuellen Themen wie „Das Erbe Naher Osten: Im Visier der Großmächte“. Wir haben mit Konstantin Ghazaryan gesprochen – über die Entstehung des Medienprojekts, die Zielgruppe und wo sie die Plattform in fünf Jahren sehen.

„Wir wollen weg von der Mainstream-Kultur der Medienlandschaft“: Interview mit Konstantin Ghazaryan, Mitgründer von diePlattform

Wie ist das Medienprojekt entstanden und mit welchem Ziel? Wer ist eure Zielgruppe?

Ende 2017 entstand erstmals bei einem Kaffee die Idee für eine Gesprächsplattform, die einerseits Professionalität, aber auch eine gewisse Gemütlichkeit vereinen soll. In einer Medienlandschaft, wo oftmals an der Oberfläche gekratzt wird, wollten wir bewusst in die Tiefe gehen. Das Ziel? Eine Plattform, in der Perspektiven vermittelt werden. Seit damals führen wir daher regelmäßig Gespräche mit interessanten Personen aus Politik, Kultur, & Wirtschaft. Ob Matthias Strolz, Franz Fischler, oder Julia Herr, die politische Gesinnung spielt dabei keine Rolle. Genau darum geht es bei uns. Wir wollen unterschiedliche Meinungen aufzeigen, und die Leute dabei ermutigen, über den eigenen ideologischen Tellerrand zu blicken.

Unsere Zielgruppe? Jeder der Gefallen daran findet, lockere und tiefgründige Gespräche mit interessanten Menschen zu lesen. Dabei versuchen wir auch die jüngere Generation zu erreichen. Wir sind stark in den Sozialen Medien präsent, und versuchen dort Lust auf mehr Meinung zu machen. Mit unserem Userformat „Durch|blick“ versuchen wir auch die User direkt einzubinden.

Wer sind die Gründer*innen und das Team dahinter?

Ursprünglich entstand das Projekt beim bereits erwähnten Kaffeegespräch zweier Politikwissenschafts-Studenten, nämlich Alexander Speierle-Vidali und mir (Konstantin Ghazaryan). Alexander hat einen Background aus Political Campaigning & Marketing, und ich beschäftige mich jetzt schon seit ein paar Jahren mit Regional- und davor Studentenpolitik. Uns schlossen sich bereits nach der Entstehung weitere Studienkolleg*innen an. Mittlerweile sind wir ein sechsköpfiges Team eifriger Politik- und PPÖ-Student*innen, die sich nicht nur auf Gespräche konzentrieren, sondern sich auch um die Gewinnung von Gastkommentaren und die Aufbereitung von Analysen kümmern. Zum Kernteam gehören auch noch Lukas, Nikola, Lea, & Pauline, doch um das Ganze hier nicht ausufern zu lassen, verweise ich einfach mal auf unsere Teamseite.

Man könnte auch sagen: Das, was alle Teammitglieder verbindet, ist nicht nur das politische Interesse, sondern auch und vor allem die Universität Salzburg.

Interview vor einer Hecke

Woher kommt der Name diePlattform?

Ganz einfach. Wir wollten einen Namen auswählen, der am besten beschreibt, wer wir sind: Nämlich eine Plattform, auf der unterschiedlichste Meinungen vertreten sind. Wir wollen unseren Gesprächspartner*innen eine Plattform bieten, auf der sie ihre Ansichten darlegen und ihre Hintergründe erzählen können. Das ist aus meiner Sicht einer der Grundpfeiler einer pluralistischen Gesellschaft: Dem anderen zuhören.

Worum geht es bei dem Projekt?

Das Herzstück des Projektes sind gesellschaftlich relevante, tiefe, und doch auch lockere Gespräche, die man sich am Sonntag beim Frühstück durchlesen kann. Wir wollen weg von der Mainstream-Kultur der Medienlandschaft, Interviews möglichst kurz zu halten und auf ‚sound bites‘ zu trimmen. Nur wenn du deiner Gesprächspartner*in den notwendigen Raum gibst, ihren Standpunkt darzulegen, hast du als Leser*in die Möglichkeit, dich in diese Person hineinzuversetzen, und mit deinem eigenen Weltbild zu vergleichen. Wer weiß? Im Idealfall lernt man sogar was hinzu.

Zum anderen ist es uns auch wichtig, nicht nur auf bekannte Persönlichkeiten zu setzen. Bekanntheit alleine sagt nichts über den Informationsgehalt einer Unterhaltung aus. Uns interessieren alle Menschen, die aufgrund ihrer Erfahrung und Erlebnisse in einem gewissen Feld etwas zu erzählen haben. Warum sie jenen Weg eingeschlagen haben, der sie zu dem macht, was sie heute sind. Welche Herausforderungen sie heute beschäftigen. Was ihre großen Ziele sind. Dazu zählt genauso eine Fridays-for-future-Demonstrantin, ein Botschafter, der versucht Arbeit und Familienleben zu vereinen, als auch eine Studentin, die sich in der Studentenpolitik versucht.

Darum haben wir auch unsere Rubrik „Durch|blick“ gestartet, um Menschen aus allen Bereichen eine Plattform zu bieten, und aufgrund ihrer Expertise ihre Sichtweise darzustellen.

Uns interessieren alle Menschen, die aufgrund ihrer Erfahrung und Erlebnisse in einem gewissen Feld etwas zu erzählen haben.

 

Wo seht ihr diePlattform in fünf Jahren, wie möchtet ihr sie weiterentwickeln?

Für uns ist ganz klar, dass die Gespräche das ‚signature feature‘ unseres Projekts bleiben werden. Jedoch arbeiten wir derzeit auch eifrig daran unser Angebot auszubauen: Mehr Gespräche, mehr Durchblick-Kommentare, und vielseitige Analysen. In der näheren Zukunft steht auch ein Podcast auf dem Programm. Ich kann derzeit noch nicht allzu viel dazu verraten, aber wir wollen aus heutiger Perspektive einen Blick in die Vergangenheit wagen und mit der Weisheit der Gegenwart die Themen von damals Revue passieren lassen. Langfristig wollen wir auch Diskussionsveranstaltungen organisieren, die auf der Tiefgründigkeit unserer Gespräche aufbauen, und auf der Bühne für spannende Diskussionen sorgen. Und in fünf Jahren? In fünf Jahren wollen wir bezüglich der Qualität und Tiefe unserer Formate in der Medienlandschaft bekannt sein, und dazu beitragen, dass sich die Gesprächskultur nicht nur verbessert, sondern vielleicht auch ein wenig vielschichtiger wird.

Wer kann mitmachen und wie kann man mitmachen?

Grundsätzlich kann jede*r bei uns mitwirken. Wir bieten sowohl die Möglichkeit im Rahmen unseres Formats „Durch|blick“ eigene Erfahrungen und Überzeugungen in einem Kommentar zu erläutern, als auch uns bei der Erstellung und Gestaltung neuer Inhalte und Formate zu unterstützen. Unser Kernteam ist zwar mittlerweile recht gefestigt, aber wir halten immer Ausschau nach Personen, die zum Projekt beitragen möchten. Da das Projekt auf freiwilliger Basis betrieben wird, ist jede Hilfe willkommen. Besonders freuen wir uns, wenn wir Student*innen der Universität Salzburg für diePlattform begeistern können.

Beschreibt das Projekt in einem Satz…

Die Philosophie des Projektes beschreibt am besten das Zitat des römischen Philosophen Horaz: „So viele Köpfe, so viele Ansichten.“

Euer commUNIty Redaktionsteam

Photo-Credits:
dieplattform.eu

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