(über)leben als Student*in

„Ich war jung und brauchte das Geld.“ Diesen Satz hat doch schon jede*r von uns einmal gehört und höchstwahrscheinlich auch schon gelebt. Und nein, wir sprechen jetzt nicht von Geschichten aus dem Rotlichtviertel. Gemeint ist die Kunst, sich als Student*in möglichst kostengünstig durchzuschlagen. Damit du im Studi-Leben durchkommst und nicht am Ende des Tages mit Hunger und kalten Füßen ins Bett gehst, weil die Vermieterin die Heizung abgedreht hat, gibt’s hier ein paar Tipps für die Sparfüchse unter euch.

Der Bankomat spuckt den letzten Fuffi heraus, doch es ist noch viel zu viel Monat am Ende des Geldes über? Der nächste Eltern-Besuch steht demnächst auch nicht auf dem Plan und du hast Angst, dass du dich die nächsten zwei Wochen mit Fertigsuppen ernähren musst? Keine Sorge – mit diesem ultimativen Survival-Guide rund um Nebenjobs, Essen und Kleidung kannst du die Frühlingssuppe im Ladenregal getrost unberührt lassen.

Was tun, wenn das Geldbörserl nichts mehr hergibt?

Keinen einzigen Cent mehr in der Tasche? Jetzt könntest du natürlich hoffen, das nötige Geld auf der Straße zu finden. Aber mal ehrlich: der Gedanke ist wohl eher etwas für die Hyperoptimist*innen unter uns. Wie du tatsächlich zu ein paar Moneten kommst, liest du im Folgenden.

ÖH Jobbörse, easystaff und Co.

Fangen wir mit dem Klassiker der mobilen Jobsuche an: die ÖH Salzburg Website. Die allseits bekannte Studi-Plattform bietet Firmen, aber auch Privatpersonen die Möglichkeit, unterschiedliche Job-Inserate zu schalten. Neben freien Wohnungen findest du daher auf der Seite auch gute Jobs, die vorübergehend oder sogar langfristig dein Geldbörserl füttern. Dank der Filterfunktion kannst du Minijobs, Fixanstellungen oder offene Praktika-Stellen suchen. Von Nachhilfe und Korrekturlesen, über Gastro, bis hin zur PR-Agentur ist alles dabei.

Geld sparen

Nicht fündig geworden? Dann versuche es mal beim Personalvermittlungsunternehmen easystaff. Auch hier gibt es immer reichlich Angebote aus verschiedenen Branchen, die deinen Kontostand wieder aufleben lassen. Etwas konkreter, was deinen Aufgabenbereich betrifft, ist der Sicherheitsanbieter ÖWD (Österreichischer Wachdienst security GmbH & Co KG). Die Jobs reichen von klassischen Empfangstätigkeiten, Platzzuweisung und Garderobendienst bis hin zur Beaufsichtigung von Messeständen.

Leben retten und damit Geld verdienen

Seinen Körper für Geld zu verkaufen hört sich im ersten Moment vielleicht etwas arg an. Doch nicht so schnell. Die erste Frage: Worum geht es genau? Um Plasma spenden. Eine solche Aktion bringt dir nämlich nicht in erster Linie Geld ein, sondern du kannst vor allem dabei helfen Leben zu retten. Eine Win-win-Situation also. 25 Euro pro Spende, einen kostenlosen Gesundheits-Check beim ersten Besuch, Gratis-WLAN, und vor allem ein gutes Gefühl sind der Erlös, wenn du dir 50 Minuten (bzw. ca. zwei Stunden beim ersten Mal) Zeit nimmst. Unter der Website des BioLife Plasmazentrums in der Paracelsusstraße 6 erhältst du alle weiteren Infos.

Never be the host, außer…

… die Party ist vorbei und die Flaschen bleiben liegen. Damit meine ich allerdings nicht deine Freund*innen, die es nicht mehr nachhause geschafft haben, oder andere Alkoholleichen. Schnapp dir stattdessen einen Müllsack oder eine Kartonkiste und befördere alle aufgesammelten Pfandflaschen auf direktem Weg zum nächsten Supermarkt. Mit dem Kleingeld, das du dafür bekommst, ist dann auch der nächste Waschgang schnell finanziert.

Die Brötchen von zuhause aus verdienen

Einfach auf Plattformen, wie beispielsweise empfohlen.de oder cossmos24, anmelden und an einer Online-Umfrage oder einer Produkt-Aktion teilnehmen. Natürlich wirst du damit nicht reich, aber es kann sich als ein guter Nebenverdienst herauskristallisieren – und das alles bequem von zuhause aus.

Home Office

Bei der ganzen Sache gibt es nur eines zu beachten und zwar, dass es sich natürlich um einen vertrauenswürdigen Anbieter handeln soll. Ein wichtiger Anhaltspunkt ist, dass die Mitgliedschaft und die Teilnahme an der Umfrage oder an der Produktaktion ausschließlich kostenlos sind. Diese Portale (wie empfohlen.de oder cossmos24) sollen den Teilnehmer*innen außerdem die Sicherheit geben, dass sie an einer vertrauenswürdigen Umfrage teilnehmen.

Was tun, wenn der Kühlschrank leer ist?

Der Kühlschrank ist leer und dein Magen ebenso? Das kann man nicht so stehen lassen, würde ich mal behaupten. Daher folgen nun einige Tipps, die dir dabei helfen nicht vom Fleisch zu fallen.

Dumpster Diving

Gemüse, Gebäck, Smoothies, Chips. Alles Dinge, die jede*r von uns schon mehr als einmal im Supermarkt eingetütet haben. All das kann man jedoch auch ebenso aus einem Müllcontainer fischen. Klingt extrem? Ist es aber an sich nicht, wie der Selbstversuch zeigte. Dieser „Abfall“, den man in den Tonnen und Container findet, war genauso lecker, als wäre er direkt aus dem Regal in meinen Einkaufswagen gekommen. Mit dem kleinen Unterschied, dass ich nicht einmal einen Cent dafür bezahlt habe. Das Gemüse wäre in den nächsten Tagen im Müll verrottet, das Gebäck wäre hart geworden und der Smoothie hätte sein Ablaufdatum noch mehr überschritten. In Salzburg ist es zwar schwierig, frei zugängliche Müllcontainer (die meist hinter den Geschäften platziert sind) zu finden, doch es ist keineswegs unmöglich. Kleiner Tipp: Wenn’s dämmert, hilft eine kleine Radtour, um die besten Spots abzuklappern.

Rechtliche Lage: Natürlich wollen wir nicht, dass ihr euch strafbar macht. Deswegen habe ich mich über die Rechtslage informiert. Grundsätzlich liegt eine Grauzone vor, was das „containern“ in Österreich betrifft. Schmeißen Lebensmittelgeschäfte aber Dinge aus dem Laden weg, dann verzichten sie darauf. Somit hast du jedes Recht, dir das zu nehmen, was sie nicht mehr wollen. Solange du also nirgends einbrichst, oder etwas beschädigst, ist alles gut.

Sharing is caring – ein Kühlschrank voll mit Essen

Willst du es nicht ganz so shady, dann ist vielleicht das Folgende etwas für dich. Stell dir einen Kühlschrank vor, der gegen die Wegwerfgesellschaft und für mehr Wertschätzung gegenüber unseren Lebensmitteln steht. Das ist nämlich die Intention des Projekts Fair-Teilen. Mit guten, noch essbaren Foodies kannst du einen solchen Kühlschrank jederzeit selbst füttern. Du kannst dir aber auch etwas rausnehmen. Ein Geben und Nehmen also. An der Universität Salzburg findest du das beschriebene Konzept an der Naturwissenschaftlichen Fakultät oder an der Kultur- und Gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät. Und wenn du schon dort bist, dann schau doch in den StV-Büros dabei, denn dort gibt’s meistens Gratis-Kaffee und der schmeckt auch noch allemal besser, als der Automaten-Kaffee.

Food Sharing

Eine weitere wirklich tolle Sache ist das FoodSharing & FoodCoops-System. Was das genau ist? Beim FoodCoop haben sich Personen und Haushalte zusammengeschlossen, die biologische Produkte von lokalen Bauerhöfen, Gärtnereien, Imkereien und so weiter beziehen. Dabei geht es aber um noch viel mehr. Denn sie stehen vor allem den dominierenden Supermärkten und der Agrarindustrie kritisch gegenüber. Die industrielle Landwirtschaft, die langen Transportwege und Ungleichheiten sollen damit eingedämmt werden. Organisiert wird das Ganze bei uns überwiegend über eine eigene Facebook-Gruppe. Weitere Informationen findest du auf der österreichischen FoodCoops-Website.

Die „Too Good to Go-App“ rettet Lebensmittel

Was passiert mit den Lebensmitteln, die bis am Ende des Tages nicht verkauft wurden? Nordsee, Basic Bio-Supermarkt, oder Schmaus & Browse schmeißen sie definitiv nicht auf den Müll. Diese Unternehmen verwenden nämlich die Smartphone-App Too Good To Go. Übergebliebene Lebensmittel werden dort zu einem günstigerem Preis angeboten. Was du dafür tun musst? Lade dir die App herunter, sieh welche Angebote es gibt, kaufe direkt über die App ein, hole es am Standort ab und genieße! Eine richtig gute Sache, wie ich finde!

„Sackerl“ mit goldigem Inhalt

Kennt ihr diese „Sackerl“? Die „Sackerl“, die nicht nur von den „Erstis“ heiß begehrt sind? Ja? Kein Wunder – es gleicht ja auch dem Öffnen eines Kinderüberraschungseis. Man weiß nie, was man bekommt. Hast du Glück und du greifst zum richtigen Goodie-Bag, dann kann sich darin etwas Großartiges befinden. Das kann ein gut funktionierender Kugelschreiber sein, aber auch eine leckere Crunchy-Creme, oder ein Energy-Drink. Das nächste Frühstück ist daher meist schnell gesichert, wenn man rechtzeitig zum richtigen „Sackerl“ greift. Ein solches Goodie-Bag bekommst du am ehesten in die Finger, wenn du dich zu Semesterbeginn in der Nähe der zahlreichen Veranstaltungen rund um die verschiedenen Uni-Fakultäten aufhältst.

Übrigens: Eine kleine Übersetzungshilfe, für die, die gerne Wörter aus dem österreichischen Sprachgebrauch lernen möchten: Der Begriff Sackerl bezeichnet einen Beutel oder eine Tüte, gefertigt aus Plastik, Papier oder Stoff.

Was tun, wenn du nichts mehr zum Anziehen hast?

Eine nachhaltige und günstige Alternative zu Zara, H&M und Co. bieten Second-Hand-Läden. Hier kannst du zwischen echt coolen Teilen zum Schnäppchen-Preis oder hochwertigen Markenklamotten auswählen. Kleidungsstücke, die Menschen hergeben, weil sie diese nicht mehr wollen oder brauchen, werden dann an dir wieder zum Leben erweckt. Außerdem sind Kleidertauschpartys momentan echt hoch im Trend. Auch hier bietet die Mozartstadt einiges. Aber lest selbst:

Second-Hand-Läden in Salzburg

Die Hilfsorganisation Caritas hat in Salzburg mehrere Standorte, was Second-Hand-Läden betrifft. Egal ob in Lehen, Aigen, Maxglan oder Herrnau – es befindet sich sicher ein Shop ganz in deiner Nähe. Wo sich die Läden genau verstecken, kannst du natürlich auch online nachlesen. Aus eigener Erfahrung kann ich dir übrigens den Laden in Lehen empfehlen, wo du eine wirklich großzügige Auswahl hast. Neben Kleidung findest du dort genauso etwas für die Küche, den Sport, oder für den nächsten Spieleabend mit deinen Freund*innen. Kaufst du etwas, unterstützt du außerdem Hilfsprojekte der Caritas.

Mädels aufgepasst! Habt ihr Bock auf leistbare Damen-Markenklamotten? Dann schaut doch mal in der Second-Hand-Boutique Secondo vorbei. Zugegeben, es ist schwierig, etwas unter € 100,- zu ergattern, aber im Gegenzug erhältst du Qualität und das gute Gefühl, etwas für die Nachhaltigkeit getan zu haben.

Kleidertauschpartys im MARK Salzburg

Die ÖH Salzburg, sowie das MARK Salzburg bieten regelmäßig Kleidertauschpartys an. Also schnapp dir deine*n Freund*in und die Klamotten, die ohnehin im Kleiderschrank verstauben, und tausche sie gegen stylische Hingucker. Ein Stück, das dir vielleicht nicht mehr so gut gefällt, könnte jemand anders eine Freude bereiten.

Im MARK Salzburg findet jeden ersten Mittwoch und Donnerstag im Monat eine solche Party statt. Ab 18:30 Uhr findest du dort T-Shirts, Schuhe, Kleider und Accessoires. Ein Tausch ist nicht zwingend. Du kannst genauso gut einfach nur mitnehmen, abgeben, in Ruhe stöbern, oder mit netten Menschen plaudern. Mehr Infos gibt’s online.

Knopf weg, oder Hose zu lang?

Eine tolle Sache, die in diesem Zusammenhang ebenfalls erwähnt gehört: jeden Donnerstag ab 19:00 Uhr ist Franziska Krug mit ihrer Nähmaschine im MARK Salzburg. Dort könnt ihr euch Kleidungsstücke umnähen lassen, mit verschiedenen Stoffen experimentieren, oder euch etwas beibringen lassen.

Innerhalb der laufenden Green WG Challenge veranstalteten die teilnehmenden Teams ebenfalls Kleidertauschpartys. Ob und wie das funktioniert hat, liest du im Artikel Kleider machen Leute – alles über faire Kleidung. Aber nicht nur das Thema „über die Runden kommen“ beschäftigt die Studierenden. Auch wie man dem Fahrradwahnsinn durch den Salzburger Verkehr Herr wird, ist eine tägliche Herausforderung. Mit unserem Survival Guide: Radfahren in Salzburg bist du hierfür aber ebenfalls bestens gerüstet.

Eure Marlene

Marlene

Offen, neugierig und leiwand: Marlene musste raus aus dem kleinen Dorf in Oberösterreich. Jetzt studiert sie Kommunikationswissenschaft in Salzburg und fühlt sich hier richtig zu Hause.

 

 

Photo-Credits:
Titelbild: lannyboy89 auf Pixabay
Moneyglass: Josh Appel auf Unsplash
Homeoffice: Pexels auf Pixabay
Food-Sharing: Jerzy Górecki auf Pixabay
Kleidertausch: Yvonne Nicko

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