„Heasd, benutz‘ doch den Radlweg, du Trottl“, hörte ich erst heute Morgen wieder einen Busfahrer fluchen. Da wusste ich: der schnellste Weg beim Radfahren Autolenker*innen, O-Buslenker*innen und ähnliche in den Wahnsinn zu treiben, ist es wohl, nicht den Radweg, sondern die Straße zu benutzen. Zwar könnte man dies auch auf die Laune unserer lieben Chauffeurinnen und Chauffeure schieben, die – wie ich finde – vergleichbar ist, mit dem Salzburger Wetter: sehr wechselhaft. Doch in diesem Punkt kann ich sie doch ziemlich gut verstehen.

Denn die Stadt Salzburg zählt, neben Graz, nicht ohne Grund zu den fahrradfreundlichsten Städten Österreichs. Sieht man von der Einwohner*innen-Zahl einmal ab, könnte Salzburg sogar der niederländischen Hauptstadt Amsterdam Konkurrenz machen, wenn es ums Radfahren geht. Mit über 180 Kilometer Radweg und 6.000 Radabstellbügel, werden hier 20 Prozent der Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt. Greta Thunberg wäre stolz auf uns.

PLUS-Radservicetag

Damit uns unser Drahtesel länger erhalten bleibt, solltest du dein Radl hin und wieder einmal durchchecken lassen. Hast du denn beispielsweise am Mittwoch den 16. Oktober eine Vorlesung? Nein? Dann schwing dich an diesem Tag gleich auf dein Bike und komm zum PLUS-Radservicetag zum Unipark Nonntal.

Radfahren PLUS-Radservice Tag

Von 09:00 bis 16:30 Uhr kannst du dort dein Radl gratis von carlavelorep, einer gemeinnützigen Fahrradwerkstatt der Caritas Salzburg, durchchecken lassen. Ersatzteile sind zwar selbst zu bezahlen, kleine Reparaturen und die Arbeitsleistung übernimmt aber die Uni für dich.

Pssst… für alle Studis die vorbeikommen, gibt es noch ein kleines Geschenk des PLUS-Mobilitätsmanagements obendrauf.

Pimp my ride

Wenn du am PLUS-Radservicetag keine Zeit hast, dann besuche carlavelorep in der Elisabethstraße 17. Bei ihnen steht die Nachhaltigkeit an erster Stelle. Und während dein Radl repariert wird, kannst du einen Kaffee oder ein Kaltgetränk genießen. Hast du vielleicht zuhause in einer dunklen Ecke zudem noch ein altes Fahrrad stehen? Perfekt! Auch das kannst du mitbringen. Denn bei carlavelorep werden auch alte Fahrräder wieder aufgepäppelt und anschließend weiterverkauft. Oder aber sie werden zum „Organspender“ und helfen dabei, andere Radl auf Vordermann zu bringen. Klingt gut? Na dann schnapp dir dein Smartphone und mach dir doch am besten gleich einen Termin aus. Entweder via Telefon (+43-662-444080) oder Mail.

Auf der Suche nach einem fahrbaren Untersatz mit Nachhaltigkeitsfaktor?

Möchtest du ebenfalls auf den Öko-Zug aufspringen und auf das Rad umsteigen, dann bist du auch diesmal bei carlavelorep genau richtig. Denn am PLUS-Radservicetag stehen geprüfte Gebrauchträder zum Verkauf bereit. Die Philosophie des Teams rund um carlavelorep ist auch hier zu erkennen. So werden Fahrräder, die in einem miserablen Zustand an Abstellanlagen zurückgelassen worden sind, liebevoll umsorgt, repariert, auf Hochglanz poliert und schlussendlich erneut verkauft. „So funktioniert Upcycling!!“

Radfahren Upcycling Carla Velorep

Wenn’s neu sein darf

Mehr Bock auf was Neues? Eine individuelle Beratung erhältst du beim Stadtrad in der Franz-Josef-Straße im Andräviertel. Hier gibt es allerlei urbane wie kultige Fahrräder zu ergattern. Alles frei nach dem Motto: den Menschen die Radkultur näherbringen. Das Team von Stadtrad bietet dir neben dem Verkauf und der Reparatur von Fahrrädern zudem auch spannende Vorträge rund um das Thema Radfahren sowie auch Radreisen an. Mehr dazu erfährst du via Website, per Telefon (+43-662-873070) und Mail oder direkt vor Ort.

Do it yourself: Kochen und Schrauben im MARK Salzburg

Wer sein Fahrrad liebt, repariert es selbst! Bist auch du dieser Meinung, solltest du dem MARK Salzburg mal einen Besuch abstatten. Dort findet nämlich jeden Donnerstag von 19 bis 23 Uhr die Bike-Kitchen (inklusive Volxküche) statt. Egal ob Patschen, rostige Ketten, oder Tipps und Tricks, um gut über den Winter zu kommen: Chili, der Bike-Kitchen Gründer, hat das Rezept und die richtigen Zutaten. Einfach mit deinem heißgeliebten Drahtesel in der Hannakstraße 17 vorbeischauen. Bekommst du zwischendrin Hunger, kannst du dich zudem bei der Volxküche stärken. Hier bekommst du um nur € 2,50,- gesundes veganes Abendessen und kannst so oft wie du willst, nachholen. Nice!

Radfahren Salzburg MARK Salzburg Bike Kitchen Plakat

Keine Zeit und keine Luft im Reifen?

Du bist bereits zu spät dran und dann merkst du auch noch, dass die Luft raus ist beim Radfahren. Für diesen Moment hat sich wohl schon jede*r Radfahrer*in selbst in den Hintern beißen wollen. Was vielleicht nicht jede*r weiß: bei jeder Tankstelle gibt es die Möglichkeit, nicht nur Autoreifen, sondern auch Fahrradreifen mit einer Pumpe wieder startklar zu machen. Darüber hinaus hast du in fast allen Stadtteilen Salzburgs die Möglichkeit eine der vielen Fahrrad-Service-Stationen aufzusuchen. Eine davon findest du beispielsweise in Nonntal zwischen Unipark und Hypobank. Dort stehen dir kostenlos Werkzeug und Druckluft für schnelle do it yourself-Reparaturen zur Verfügung.

Don‘t drink and drive

Radfahren, wenn du bereits einige Gläser geleert hast, ist echt uncool! Nicht nur, weil du dich und andere gefährden kannst, sondern auch, weil es teure Folgen für dich haben kann, wenn dich die Polizei erwischt. Dann kann es nämlich sogar passieren, dass du deinen KFZ-Führerschein aufgrund mangelnder Verkehrszuverlässigkeit verlierst. Steigst du nach einer lustigen Pub-Tour angesäuselt auf dein Rad und hast mehr als 0,8 Promille, bezahlst du € 800,- bis € 3.700,-. Die Höhe der Geldstrafe kann variieren, da dies die zuständige Behörde bestimmt. Ab 1,2 Promille sind`s bereits € 1.200,-  bis € 4.400,- und ab 1,6 Promille saftige € 1.600,- bis € 5.900,-.

Übrigens: Wenn du in deiner unendlichen „Pseudo-Weisheit“ den Alkoholtest verweigerst, zahlst du trotzdem! Und zwar ebenfalls € 1.600,- bis € 5.900,-.

Radfahren, aber richtig: Safety first!

Noch nicht erwähnt, jedoch an sich klar: Vergiss nicht auf deinen Fahrradhelm! Frisur und Coolness-Faktor hin oder her – das Ding kann in den meisten Fällen einen Riesenunterschied machen, wenn du tatsächlich Richtung Fahrweg knallen solltest. Und denke auch dran, nicht als Schatten der Nacht unterwegs zu sein, wenn nun die kalte Jahreszeit naht. Gemeint ist, dass du mit ausreichend Licht und sichtbaren Reflektoren unterwegs bist. Dass einen Autos gerne mal übersehen ist ja nichts Neues. Umso schneller geht das aber nochmal nachts, wenn du maximal ein dunkler Fleck auf der Straße bist.

Radfahren Sicherheit

In diesem Sinne wünsche ich dir an dieser Stelle nun eine frohe und vor allem sichere Fahrt mit deinem Bike – egal, ob Mountainbike, Blümchenrad, Cruiser oder rostiges Urzeitgetüm. Achja, und wenn du mal nicht weißt, wohin du fahren sollst – kann vorkommen, ja – hätte ich ein paar Ausflugsziele für dich, von denen du die meisten perfekt mit dem Rad erreichst. Du kannst das Fahrrad natürlich auch dafür nutzen, um in deiner Mittagspause schnell zu deinem perfekten Platz zum Lernen oder einem Ruheplätzchen für Lunch und Kaffee zu gelangen.

Eure Marlene

Marlene

Offen, neugierig und leiwand: Marlene musste raus aus dem kleinen Dorf in Oberösterreich. Jetzt studiert sie Kommunikationswissenschaft in Salzburg und fühlt sich hier richtig zu Hause.

 

 

 

 

 

Photo-Credits:
Titelbild: Robin Popa on Unsplash
PLUS-Radservice Tag: Hans-Christian Gruber
Nahaufnahme Rennräder: Eric Crawford on Unsplash
Bike-Kitchen/Volxküche: MARK Salzburg
Radfahrer im Dunkeln: Sapir Giladi goveri on Unsplash

Teile diesen Beitrag auf Facebook & Co.