Abkühlung Steintheater Hellbrunn

„Hot town, summer in the city…” Kennst du das Gefühl, wenn du an heißen Sommertagen am liebsten nur mehr aus der Stadt flüchten magst, weil dir der Schweiß bei Saharatemperaturen kübelweise von der Stirn rinnt. Beim Einkaufen bleibst du sogar schon verdächtig lang in der Nähe aller Kühlregale stehen. Und jede Person, die auch nur im Entferntesten etwas bei sich hat, das nach einem Ventilator aussieht, blickst du neidvoll an. Ist es soweit, kannst du nur mehr das Offensichtliche machen: Schwimmen gehen und/oder Eis essen.  Du kannst dich aber natürlich auch – und das ist sogar richtig cool – zwischen Felsspalten und Höhlen verkriechen. Abkühlung garantiert!

In Guadix wohnen Südspanier*innen teilweise den ganzen Sommer über in Höhlen, um der sengenden Hitze zu entkommen. In Salzburg gestaltet sich das etwas schwieriger. Ein Spontanausflug zu Felsformationen mit kleinen Höhlen, die ähnlich kühl sind und für die beste Erfrischung im Sommer sorgen, ist jedoch auch hier möglich.

Steintheater in Hellbrunn

Das wohl bekannteste „Höhlenähnliche“ in Salzburg ist wahrscheinlich das Steintheater in Hellbrunn. Zugegeben, man muss zuerst einmal ein Stück bergauf gehen (max. 10 min.). Dabei gerät so manch eine*r vielleicht sogar ins Schwitzen. Doch sobald man die Stufen zur Naturbühne hinuntersteigt, fühlt man merklich wie zwischen den schattigen Felsen die Temperaturen fallen.

Das Hellbrunner Steintheater in Salzburg.

Jetzt hat man die volle Auswahl. Du kannst gemütlich unter Felsen picknicken, dich in finstere Gänge verkriechen, einfach im Kühlen mit Freund*innen chillen, oder melodramatisch auf der Bühne dieses 400 Jahre alten Naturtheaters das Leiden des jungen Studenten nachspielen. Für eine weitere Abkühlung bietet sich auf dem Rückweg ein Abstecher zu den Hellbrunner Wasserspielen an.

Abkühlung Steintheater Hellbrunn

Dein Weg dorthin:

Vom Unipark aus fährst du mit dem Rad über die schattige Hellbrunner Allee bis zum Schlosspark. Dafür benötigst du in der Regel nicht mehr als ca. 11 Minuten. Mit den Öffis (Bus Nr. 25) dauert es ebenfalls nur 10 Minuten. Einmal in Hellbrunn angekommen, spazierst du zu Fuß ungefähr 5-10 Minuten vom Schlosspark zum Steintheater.

Abkühlung beim Hexenloch im Aigner Park

Wem das Steintheater zu „konstruiert“ ist, kann stattdessen wie die feinen Damen und Herren des 18. Jahrhunderts durch den Aigner Park flanieren. Dort gibt es sogar zwei Grotten, inklusive einem kleinen Wasserfall. Der Eingang der „Unteren Grotte“ ist übrigens besser bekannt als das „Hexenloch“. Durch dieses Hexenloch gelangst du mithilfe von etwas Trittsicherheit und einer Taschenlampe nach ein paar Metern in eine feucht-kühle Grotte, wo sich laut Infotafel vor über 200 Jahren schon die Illuminaten heimlich trafen.

Blick auf das dunkle Hexenloch Portal zur kühlen Grotte mit Wasserfall

Achtung, der Zugang kann durch die nassen Steine etwas rutschig sein und je nach Wasserstand wird man auch nass, also besser Schuhe ausziehen! Wenn dir dann noch immer zu heiß ist, stell dich am besten direkt unter den kalten Wasserfall oder spazier im Park noch etwas weiter. Dort bilden sich nämlich im Bach teils kleine Becken, die sich hervorragend zum Baden eignen und damit die nötige Abkühlung liefern. Früher glaubte man ja, die „Bitterquelle“ im Aigner Park habe sogar Heilwirkungen.

Kaltes Wasser fällt von oben über den Felsen in die Höhle „Untere Grotte“

Weiter den Hügel hinauf, kommst du an der „Oberen Grotte“, aka der Gilowskyhöhle, mit dem „Fuchsloch“ vorbei. Obwohl diese ebenfalls betretbar scheint, dürfte ein Versuch nicht ungefährlich sein. Erspar dir daher lieber die Schweißarbeit und genieß stattdessen die kühle Waldluft.

Wer nach der Erfrischung zusätzlich noch eine top Aussicht haben will, die schon Maler der Romantik verehrten, geht noch weiter bis zur Jägerhöhe oder der Kanzel. Dem Weg entlang des Baches werden immer wieder historische Schauplätze auf Tafeln erklärt. Somit kühlst du dich nicht nur ab, sondern lernst auch noch etwas.

Dein Weg dorthin:

Wenn du am Unipark startest, fährst du mit dem Rad der Salzach entlang bis zum Überfuhrsteg, biegst links beim Gasthaus Überfuhr ab und fährst gerade über die Kreuzung unter der Unterführung durch. Einmal vorbei an der Villa Trapp radelst du geradeaus bis zum Schloss Aigen und dem Aigner Park. Insgesamt benötigst du dafür an die 17 Minuten. Entscheidest du dich für die Öffis, dauert es ca. 21 Minuten (9 Minuten mit Bus Nr. 7 oder S-Bahn und 12 Minuten zu Fuß zum Schloss). Vom Aigner Park dem Felberbach entlang rauf bis zum „Hexenloch“ brauchst du dann nochmal 5 Minuten.

Trockene Klamm

Etwas südlicher der Stadt befindet sich die Trockene Klamm. Während die Glasenbachklamm in Elsbethen vielen bereits bekannt ist und auch Teil eines vorangegangenen Artikels war, kennen viele die Trockene Klamm ein paar Kilometer weiter südlich noch nicht. Dort gibt’s, wie der Name schon sagt, zwar kein Wasser, aber dafür unglaublich coole Felsformationen mit viel Schatten und natürlich auch Höhlen. Somit gibt es also auch hier eine Chance auf Abkühlung. Durch die einstige Abrutschung und stückweise Zerreißung der Felsen ergibt sich hier eine wildromantische, fast unwirkliche Landschaft mit Schluchten und Spalten, welche regelrecht zum Erkunden und Verstecken einlädt. Zwischen meterhohen, teilweise mit meterlangen Wurzeln bedeckten Felsblöcken findest du Höhlenlabyrinthe. Bei deren Erforschung gelangst du immer wieder an einer anderen Stelle nach außen und kannst dadurch stets neue schattig-kühle Stellen entdecken. Hier lautet das Motto wirklich: Der Weg ist das Ziel.

Blick auf riesige zerklüfteten Felsblöcke und eine Höhle, die viel Schatten in der Sommerhitze geben.Wenn du nach dieser kleinen Abenteuerwanderung zwischen den schattigen Felsen und Höhlen noch nicht genug hast, kannst du das Ganze zu einem Ausflug über die Fageralm und zurück durch die Glasenbachklamm ausdehnen (vgl. hier).

Dein Weg dorthin:

Bist du in Elsbethen-Zieglau angekommen, gehst du links über eine kleine Brücke mit dem Schild „Trockene Klammen“. Nun folgst du der Asphaltstraße hinauf, an ein paar Wohnhäusern vorbei, bis zum Stadlerkessel. Dort hast du den ersten guten Ausblick und vor allem auch Schatten. Etwas bergauf über einen felsigen Weg (5 Minuten) beginnt dann der Rundweg Trockene Klammen.

Nach Elsbethen-Zieglau kommst du vom Unipark aus in ca. 23 Minuten, wenn du mit dem Fahrrad unterwegs bist. Dann kommen nochmal 8 Minuten von der Halstestelle Salzburg Süd hinzu. Nimmst du den Bus (Nr. 160 oder 165; Abfahrt Franz-Rehrl-Platz) dauert es etwa 12 Minuten. Alternativ dazu kannst du auch mit der S-Bahn bis nach Elsbethen fahren und von dort 15 Minuten zu Fuß gehen. Von Elsbethen-Zieglau bis zum Beginn des Rundwegs dauert es knapp 12 Minuten. Der Rundeweg (150 Meter Höhendifferenz) selbst ist, sofern es keine allzu langen Erkundungen zwischendurch gibt, in ca. 1 Stunde geschafft.

Almkanalwanderung im September

Zwar erst im September, aber dafür umso spannender ist die Almkanalwanderung. Im Hochsommer eignet sich der Almkanal ideal für eine Abkühlung. Im September wird er dann bei der „Almabkehr“ für zwei Wochen geleert und gereinigt. Genau dann kannst du eine Führung durch den Stiftsarmstollen aus dem 12. Jhd. machen. Dieser enge Stollen verläuft durch den Mönchberg und ist rein unterirdisch. Aber Achtung: Gummistiefelpflicht! Zudem ist das Unterfangen nichts für Leute mit Platzangst, denn der Stollen ist nur ca. 90 cm breit. Infos zu einer Almkanalführung (Dauer ca. 1 Stunde) findest du auf der allgemeinen Website. Dort finden sich auch aktuelle Preisauskünfte. Heuer finden die Führungen vom 07.09.-27.09. statt.

Dein Weg dorthin:

In diesem Fall musst du nicht weit fahren (weder via Rad noch Bus oder S-Bahn), denn der Start ist in der Brunnhausgasse (Ende beim Friedhof St. Peter).

Bonus: Eishöhlen

Wenn dir das alles noch nicht Abkühlung genug ist und du dich in weitere und größere Höhlen verkriechen möchtest, bist du im perfekten Bundesland. Denn im Land Salzburg gibt es durch das Kalkgestein und der Verkarstung mehrere Tausend (!) Höhlen, darunter auch eine Anzahl von Eishöhlen. Viele davon sind jedoch nicht betretbar. Eine Ausnahme bildet dabei die wohl bekannteste unter den fünf Schauhöhlen im Land Salzburg: die Eisriesenwelt Werfen. Alle nötigen Informationen bzgl. Öffnungszeiten, Preise und Anfahrt findest du hier.

Für richtiges Höhlenerforschen kannst du übrigens am Weg zum Steintheater beim Höhlenverein Salzburg in Hellbrunn vorbeischauen, die freuen sich über interessierte Leute.

Jetzt aber: Starr bei dieser Hitze nicht weiter aufs Handy oder in den PC, sondern kühl dich endlich bei einer den schattigen Höhlen & Felsen in der Stadt Salzburg ab! Ein anschließendes Eis rundet den Ausflug dann ab. 😉

Eure Eva

Eva

Wenn Eva nicht gerade für ihr Doktoratsstudium durch die Wälder Mitteleuropas herumklettert um Fliegen zu fangen und Pflanzenduft zu saugen, dann entspannt sie zuhause am liebsten bei einem spannenden Buch, liegt im Sommer am Almkanal, oder trifft sich mit ihren Freunden auf einen Kaffee.

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