Do’s and Dont’s für die Italienreise: Abendansicht von Florenz

Italien – das Land unter der ewigen Sonne. Was würde diese Urlaubslocation mehr auszeichnen, als köstliche Pasta, kraftvolle Opernarien, Pizzen und…Tourist*innen? Leider ja. Letztere gehören bereits seit Jahren zum festen italienischen Programm in den bekannteren Städten. Und seien wir uns mal ehrlich: wer von uns hat nicht schon mal das typische Touristenklischee mit Rucksack, Landkarte und Kamera voll und ganz erfüllt? Wenn ihr auch genug davon habt, im Urlaub (speziell in Italien) bereits auf den ersten Blick als Tourist*in erkannt zu werden, dann interessiert euch der folgende Artikel mit Sicherheit!

Viele von uns bemühen sich vor allem in fremden Ländern, sich von ihrer besten Seite zu zeigen. Das ist aber nicht immer ganz so einfach, wie man glaubt. Ein nicht allzu fernes Reiseziel, das sich stets großer Beliebtheit erfreut, ist Italien. Wenn auch ihr nun eure nächste Reise dorthin plant, aber nicht wisst, wie ihr euch dort am besten verhalten sollt, können euch meine Tipps im nachfolgenden Text helfen.

„Mangiare“ – Essen gehen auf Italienisch

Gute Küche gehört zu Italien wie der Milchschaum zum Cappuccino. Doch so freundlich und geduldig viele Angestellte in Lokalen und Restaurants auch sind, so gibt es immer wieder Gäste, bei denen sich sogar beim gutmütigsten Kellner die Barthaare zu kräuseln beginnen.

Do’s and Dont’s für die Italienreise: äußerer Sitzbereich eines italienischen Restaurants

Was ihr also tunlichst vermeiden solltet und was euch Pluspunkte in puncto Verhalten einbringt, habe ich euch hier nach einer äußerst aufschlussreichen Zeit in Rom zusammengefasst:

1. Die Suche nach dem richtigen Gourmettempel: Italien ist äußerst gut auf die Massen an Reisenden vorbereitet, die täglich die engen Gassen bevölkern. Macht dennoch nicht den Fehler und wählt das erstbeste Lokal aus, nur weil man dort vielleicht eine schöne Aussicht auf Pantheon oder Trevi-Brunnen hat! In diesen „Touristenfallen“ ist das Essen oft überteuert und minderwertig. Sucht lieber abseits der großen Attraktionen nach einem passenden Etablissement mit (wirklich) italienischem Flair.

Was die Uhrzeit betrifft: Falls ihr zur Mittagszeit (wie bei uns üblich) essen gehen wollt, werdet ihr eventuell vor verschlossenen Toren stehen. Denn viele Lokalitäten öffnen den hungrigen Gästen ihre Pforten erst ab ca. 17:00 Uhr, wobei man Einheimische erst ab ca. 19:00 Uhr dort antrifft. Am besten macht ihr also gleich zu Beginn eures Urlaubs den nächstgelegenen Supermarkt ausfindig und besorgt euch dort eure Mittagsjause!

2. Das Ankommen in der Lokalität: Zum „guten Ton“ in Italien gehört es, wenn ihr euch beim Übertreten der heiligen Schwelle zum Restaurant nicht einfach selbst an einen Tisch setzt (auch, wenn noch alles frei sein sollte!). Überlasst die Zuteilung der Oberkellnerin bzw. dem Oberkellner. Andernfalls könnte es passieren, dass euch jene*r aus stillem Protest heraus auf einen anderen Platz mit weitaus weniger guter Sicht umquartiert.

Do’s and Dont’s für die Italienreise: Pasta mit grünem Pesto

3. Das kulinarische Angebot entdecken: Speziell in traditionell-urigen Gaststätten freut man sich, wenn ihr nach Empfehlungen des Hauses fragt (sehr empfehlenswert, wenn ihr experimentierfreudig seid). Wenn nun also der erste Sprung ins kalte Gourmet-Wasser geschafft ist, könnt ihr getrost in der Speisekarte stöbern. Was vielleicht für manche Person überraschend sein dürfte: Spaghetti und Nudelgerichte sind meist unter den „primi piatti“ zu finden. Viele Italiener*innen bestellen sich diese als Vorspeise und dann erst als Hauptspeise bzw. „secondi piatti“ (hier: Fleisch- oder Fischgerichte). Wer es also den Einheimischen gleichtun will, sollte einen gesunden Appetit und das nötige Kleingeld mitbringen. 😉

Anmerkung: Wenn dann die bestellte Pizza, etc. da ist, wäre es doch schön, zusätzlich noch ein wenig Ketchup, Chili oder Oregano zum Eintunken oder Bestreuen zu haben, oder? NEIN! Dies zählt zu den absoluten No-Go’s in der italienischen Küche!

4. Nach dem Essen: Die Italiener*innen lieben ja bekanntlich ihren Kaffee. Doch gibt es für jedes Käffchen seine Zeit. Der allseits beliebte Cappuccino wird beispielsweise nur morgens und vormittags getrunken. Von der Mittagsstunde bis zur Abenddämmerung ist es sehr empfehlenswert, sein Koffeindefizit mit einem Espresso zu stillen. Wer es jedoch nicht lassen kann und sich auch dann einen Milchkaffee bestellt, bekommt zwar seinen Wunsch erfüllt, muss aber mit einer leicht gerümpften Nase vonseiten der Kellner rechnen.

Zum Schluss ist es dann so weit: der Hunger ist gestillt, der Bauch ist voll. Nun gilt es nur mehr den Zahlvorgang abzuschließen. Hierbei gilt, wie in vielen anderen Ländern auch, die Regel, dass man ca. 10% des zu zahlenden Betrages Trinkgeld gibt.

Do’s and Dont’s für die Italienreise: Eine Espressotasse steht auf einem Holztisch

100% Italien –Überleben im italienischen Alltag

Man fährt in die Fremde, um sich eine Auszeit vom Alltag zu gönnen, oder? Daher ist es nur logisch, dass manches anderswo (hier: Italien) etwas gewöhnungsbedürftig erscheint. Doch wie heißt es so schön: „Andere Länder, andere Sitten!“ Hier ein paar Punkte, auf die ihr achten solltet, wenn ihr euch in den Trubel des italienischen Alltags stürzt:

1. Die richtige Bekleidung: Zu allererst – lasst die Flip-Flops im Hotelzimmer! „Ist doch eh klar…“, werden einige von euch nun schmunzeln…nun – scheinbar nicht. Sogar am Palatin (einer der 7 Hügel Roms) kann man immer wieder „Flip-Flop“-Touris im Schweiße ihres Angesichts antreffen. Diese quälen sichdann meist mit vernehmlichen „Flip“ und „Flops“ über die antiken Gehwege. Das ist weder ratsam, noch stylisch. Vergesst auch nicht, eine Kopfbedeckung einzupacken! Besonders im Hochsommer knallt die Sonne ganz schön auf einen runter, was bei ungeschützten Häuptern leicht zum Sonnenstich oder Kreislaufproblemen führen kann!

Do’s and Dont’s für die Italienreise: Ein Innenraum der Vatikanischen Museen

2. Das Kommunizieren mit den Einheimischen: Wenn ihr beim Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung besonders sympathisch rüberkommen wollt, dann lernt ein paar italienische Phrasen, Fragen und Antworten. Auch wenn ihr die Aussprache nicht 100%ig hinkriegt, wissen die Italiener*innen es zu schätzen, dass ihr es überhaupt probiert! Doch auch hier gibt es ein paar Grundregeln, an die man sich halten sollte.

Zum Beispiel solltet ihr nicht jeden einfach mit „Ciao“ ansprechen, da sich so nur Freund*innen oder Bekannte grüßen. In der Zeit zwischen morgens und mittags verwendet man ausschließlich die Phrase „Buon Giorno“, was sich ab dem späten Nachmittag in ein „Buona Sera“ umwandelt.

3. Überleben auf offener Straße: „Geordnetes Chaos“. Eine bessere Umschreibung fällt mir zum italienischen Verkehr nicht ein. Wenn ihr bei euren Entdeckungstouren auf Autos, Mopeds, etc. trefft, dann wiegt euch nicht in falscher Sicherheit und geht davon aus, dass die Fahrzeuge schon stehen bleiben werden. Das tun sie nämlich allzu oft nicht (selbst bei Zebrastreifen)! Also immer links und rechts gucken und wenn sich die Möglichkeit bietet, nicht zögern, sondern schnell über die Straße huschen!

Do’s and Dont’s für die Italienreise: Straße mit Verkehr vor dem Petersplatz

4. Eintauchen in die Menschenmenge: Wo viele Menschen sind, gibt es meist auch etwas zu sehen. Passt jedoch trotz all der Ablenkungen dort auf eure Habseligkeiten auf! Wie in allen Großstädten solltet ihr nie mit offener Tasche, etc. herumlaufen (besonders nicht in den Öffis) und immer ein Auge darauf haben. Für die Rucksacktourist*innen unter euch ist es hier recht hilfreich, wenn ihr diesen nach vorne nehmt. Ja okay, diese Bauch-Rucksack-Kombi sieht zwar beim Herumflanieren ein bisserl deppert aus. Aber es bewahrt euch aber vor kleptomanischen Langfingern!

Do’s and Dont’s für die Italienreise: Große Wendeltreppe in den Vatikanischen Museen

5. Respekt zeigen: Viele Menschen in Italien sind sehr gläubig und streng katholisch. Achtet daher darauf, dass ihr beim Besuch in Kirchen oder Basiliken nicht allzu laut seid und eure Schultern und Beine bedeckt haltet. Andernfalls könnte es sein, dass ihr von ehrenamtlichen „Wächtern“ wieder hinausbegleitet werdet und manches Mal sogar auch noch eine kleine Standpauke folgt.

Tipp: Packt am besten zwei leicht faltbare Tücher ein, die ihr euch notfalls um die Schultern bzw. um die Hüften binden könnt.

 

Ich hoffe, es waren ein paar gute Tipps und Ratschläge für eure nächste Italienreise dabei, mit denen ihr euch unauffällig unter’s italienische Volk mischen könnt! Wenn ihr übrigens generell reisebegeistert seid, gibt es am Blog interessante Tipps, was Kurztrips betrifft. Leicht zu erreichen, kostengünstig und dennoch beeindruckend ist beispielsweise Ljublijana.

Eure Teresa

Teresa

Teresa ist die geborene Pendlerin – lernen, essen, schlafen – das Leben im Zug ist für sie kein Problem, weil sie die schönen Ausblicke in die Landschaft in vollen Zügen und zu jeder Jahreszeit genießt. Wenn sie nicht gerade ihre Nase in alte Bücher steckt, kommt ihre innere Straßenkünstlerin zum Vorschein, da in der Ball-Jonglage ihre Leidenschaft liegt.

 

Photo-Credits:

Titelbild: Foto von Josh Hild von Pexels
Restaurant: Foto von Skitterphoto von Pexels
Pasta mit Pesto: Foto von Engin Akyurt von Pexels
Verkehr vor dem Petersplatz: Foto von Pixabay von Pexels

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