Lehramt

Wie du sicher bereits mitbekommen hast, sind in den Bildungswissenschaften große Änderungen geplant und bereits im Gange. Dies betrifft auch das Masterpraktikum der Lehramtstudierenden der Universität Salzburg, welches nächstes Semester in veränderter Form angeboten wird.

Da ab dem kommenden Wintersemester 2019/20 einige Veränderungen in der schulpraktischen Phase des Masterpraktikums vorgenommen werden, habe ich mich mit Frau Mag. Irina Sachs vom Zentrum für Pädagogisch-Praktische Studien (kurz ZPPS) getroffen, um nähere Informationen zu erhalten. Was ich dabei erfahren habe, könnt ihr in diesem Artikel nachlesen.

Masterpraktikum: Status quo

Doch bevor wir die geplanten Änderungen im Masterpraktikum genauer unter die Lupe nehmen, werfen wir zunächst noch einen Blick auf die bisherige Ausführung der Praktikumsphase im Masterstudium Lehramt. Bisher setzte sich die schulpraktische Phase aus 20 ECTS Schulpraxis und 10 ECTS bildungswissenschaftlichen Begleitlehrveranstaltungen zusammen. Dabei mussten 500 Stunden an der Schule „gesammelt“ werden, die man mit diversen Tätigkeiten (eigens gehaltener Unterricht, Teilhabe an Konferenzen,…) verbracht hat. Die erwähnten 10 ECTS Begleitlehrveranstaltungen ergaben sich aus jeweils einer fachdidaktischen Begleitlehrveranstaltung pro Studienfach im Ausmaß von 3 ECTS und zwei Begleitlehrveranstaltungen der Bildungswissenschaft mit insgesamt 4 ECTS. Alternativ bestand in manchen Fällen die Möglichkeit, sich Nachhilfestunden und Sportbetreuungsstunden für das Praktikum anrechnen zu lassen.

Masterpraktikum

Masterpraktikum: Neuerungen

Wie sieht das Ganze nun im „neuen“ Masterpraktikum aus? Die geplanten Veränderungen sehen zunächst einmal eine Reduktion der bisherigen Praxisstunden vor und bieten zwei Praktikums-Varianten an, aus denen die Student*innen eine Möglichkeit wählen können.
Variante 1 („großes“ Praktikum) richtet sich an all jene, die in der letzten Phase des Studiums noch so viel Praxisluft wie möglich schnuppern möchten. Jedoch wird das Praktikum über eine reduzierte Stundenanzahl verfügen und inklusive einer bildungswissenschaftlichen Begleitung auf insgesamt 20 ECTS kommen. Variante 2 („kleines“ Praktikum) hingegen wird als kleines Praktikum bezeichnet, da es inklusive der bildungswissenschaftlichen Begleitung aus lediglich 3 ECTS besteht. Hinzu kommen bei dieser Variante noch 9 ECTS vertiefende, professionsorientierte Lehrveranstaltungen sowie 8 ECTS freie Wahlfächer. Ganz schön kompliziert oder? Deshalb im Folgenden noch einmal die beiden Varianten im Überblick:

Variante 1: „Großes“ Praktikum

Das „große“ Praktikum setzt sich aus 20 ECTS (inklusive bildungswissenschaftlicher Begleitung) zusammen. Hier bietet die Universität Salzburg den Student*innen entsprechende Angebote an, was die Absolvierung des Praktikums in einer Schule sowie die Betreuung durch eine Begleitlehrperson betrifft. Wer sich für diese Variante des Praktikums entscheidet und an einem Praktikumsplatz an einer Schule interessiert ist, wendet sich bitte an das ZPPS.

Variante 2: „Kleines“ Praktikum

Das „kleine“ Praktikum besteht aus 3 ECTS (inklusive bildungswissenschaftlicher Begleitung sowie Wahlpflicht-Lehrveranstaltungen und freien Wahlfächern). Die Plätze für dieses Praktikum werden vom ZPPS zur Verfügung gestellt. Hinzu kommt, dass man in Zweier-Teams einem bzw. einer Betreuungslehrer*in zugeteilt wird (und nicht wie beim „großen“ Praktikum in Einzelbetreuung ist).
Wen du dabei an deiner Seite haben möchtest, darfst du selbst entscheiden. Voraussetzung ist jedoch, dass dein Teambuddy dasselbe Fach studiert wie du. Falls du niemanden finden solltest, kümmert sich das ZPPS um die Suche nach einem bzw. einer passenden Teampartner*in.

Masterpraktikum

Da das Praktikum stundenmäßig in sehr kleinem Ausmaß stattfindet, sind Wahlpflicht-Lehrveranstaltungen aus einem Pool aus bildungswissenschaftlich/fachdidaktischen Kursen im Ausmaß von 9 ECTS zu wählen sowie 8 ECTS an freien Wahlfächern (je nach Lust und Laune, z. B Sprachkurs etc.) zu absolvieren.

Stichwort „Anrechnungen“

Geht es um die Anrechnung von geleisteter außerschulischer Praxis, wird gebeten, sich per E-Mail an folgende Adresse zu wenden: lehramt@sbg.ac.at

Warum das Ganze?

Aufgrund organisatorischer Schwierigkeiten, die sich aus der enormen Anzahl an Masterpraktikant*innen und den dafür benötigten Schulen und Lehrpersonen ergibt (sowie dem wenig attraktiven Angebot für die Betreuungslehrpersonen, eine* einen Praktikant*in aufzunehmen), wird dem Problem entgegen gesteuert, indem das Ausmaß des Praktikums stark reduziert wird. Zusätzlich wird die Möglichkeit gegeben, sich individuell mittels Wahlpflicht-Lehrveranstaltungen und freien Wahlfächern Schwerpunkte zu setzen und eigenen Interessen nachzugehen.

Fassungsloses Schweigen? Wütender Blick mit Zornesfalte? Nachdenkliches Grübeln? Ein Griff zur Schoki? Akzeptierendes Nicken? Oder mit den Gedanken schon beim nächsten Thema? Wie auch immer deine Reaktion gerade aussieht, das sind die angedachten Veränderungen, die voraussichtlich kommendes Wintersemester 2019/20 eintreten werden.

Wie immer werden Veränderungen zunächst mit einem skeptischen Blick beäugt und kritisch beurteilt. Eine Reduktion der Unterrichtspraxis ist wenig erfreulich und eine verkürzte, unterstützende Entwicklungsphase während der Studienzeit umso weniger.
Was jedoch mit den beschriebenen beiden Varianten versucht wird, ist für jede*n Student*in eine Möglichkeit bereitzustellen, einen Praktikumsplatz (wenn auch in reduzierter Form) und eine freie Wahl über die Zusammensetzung des Praktikums (vgl. Variante B) zu ermöglichen. So kann das Studium innerhalb des bereitgestellten (Zeit-)Rahmens und ohne weitere zu Tage tretende Probleme bei der Odyssee nach potentiellen Schulen und Lehrpersonen abgeschlossen werden.

Sind Fragen oder Unklarheiten aufgetaucht? Dann scheu dich nicht und kontaktiere einfach das ZPPS, dessen Ansprechperson Frau Mag. Irina Sachs ist.

(Tel.: 0662 / 63 88 – 3129; E-Mail: praktikum_zpps@sbg.ac.at;  Öffnungszeiten: Mo – Do 8:00-12:00).

Eure Anna

Anna Z

Anna Z. hat seit ihrem Auslandssemester in Schweden den Norden für sich entdeckt. Wenn sie mal nicht um die weite Welt reist, findet man sie hoch oben in den Bergen. Erste Anzeichen für ihre Liebe zum Texten, gab’s schon im Kindergarten, als sich Anna aufgrund ihres Vor- und Nachnamens (A. Z.) als Buchstabenkönigin bezeichnete, die über das Alphabet regiert.

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