Quidditch-Team Salzburg Fortress Falcons

Mein Atem rast. Mein Herz pocht. Ich merke, wie meine Finger gierig nach dem Besen am Boden greifen wollen. Die rechte Hand zittert ein wenig und doch ist sie bereit für den Angriff der Gegner. Ich werfe einen Blick nach links, mein Team wartet genauso gespannt wie ich. Ich spüre die elektrisierende Stimmung auf dem Feld. Ich blicke nach vorn und sehe die Bälle in der Mitte des Spielfeldes. Drei orangefarbene – die Klatscher – und ein weißer – der Quaffel. Dahinter das gegnerische Team. Auch sie sind aufgeregt, ich merke es an ihren Gesichtern. Plötzlich schreit der Trainer neben mir: „ACHTUNG! SEID IHR BEREIT?“ Ich gehe in die Knie. Meine linke Hand ist nur noch wenige Zentimeter vom Besenstiel entfernt. Ein letzter tiefer Atemzug, und dann… „BROOMS UP!“ Vorhang auf für Quidditch in Salzburg!

Zauberer und Hexen gibt es vielleicht nur in Büchern und Filmen. Doch so manches davon findet seinen Weg in die reale Welt. Dazu zählt auch eine neue Sportart, die Menschen in unzähligen Städten und Ländern auf die Besen steigen lässt.

Quidditch – das Fußball der Lüfte

Den meisten in unserem Alter dürfte der Begriff Quidditch dank Harry Potter und Joanne K. Rowling bekannt sein. Ist es nicht sogar so, dass viele von uns als Kinder ebenfalls auf einen Brief aus Hogwarts gewartet haben? Wer träumt(e) nicht davon, an eine Schule für Hexerei und Zauberei zu gehen? Die spannenden Geschichten waren immerhin mehrfach Grund genug, sich mit einer Taschenlampe unter der Decke zu verstecken und bis in die Nacht hinein zu lesen.

Quidditch

Wir haben mitgefiebert, mitgelacht und zum Schluss auch mitgeweint. Wir haben Zaubersprüche oder Zitate auswendig gelernt und Harry und seine Freunde kennen gelernt. Wir wurden ein Teil der weltweiten Harry Potter Gemeinde. Und jetzt? Jetzt sind wir erwachsen, haben unsere Kindheit hinter uns und haben vielleicht selbst schon Kinder. Und doch warten einige immer noch darauf, dass eine Eule durch ihr Wohnzimmerfenster fliegt (und nicht daneben, so wie Errol, die Eule der Weaslys) und ihnen den langersehnten Brief überbringt. Zwar kann (bisher) niemand diesen Wunsch erfüllen, doch Harry Potter-Fans haben es möglich gemacht, ein klein wenig dieser zauberhaften Welt zu uns Muggel (= Nichtmagier*innen) zu bringen!

Quidditch

Die Rede ist von Quidditch! Seit über 10 Jahren gibt es diesen Sport nun auch in der realen Welt. Immer mehr und mehr Menschen – vor allem aber Studierende – haben sich bereits einen Besen geschnappt und sind (nein, nicht losgeflogen) dem Pionier des Real-Life-Quidditch gefolgt: Xender Manshel, ein Student aus Middlebury, USA, der mit seinen Freunden den Zauberersport zu uns gebracht hat. Mittlerweile gibt es sogar eine International Quidditch Association und damit Quidditch-Teams auf der ganzen Welt. So auch in Österreich. Genauer gesagt in Wien, Graz, Innsbruck und ja, auch hier bei uns in Salzburg.

Die Fortress Falcons – das Quidditch-Team der Uni Salzburg

Fly Falcons, fly! Das Team der Universität Salzburg gibt es erst seit kurzem. Gegründet wurde es von Harry Potter-Fan und Trainer Richard Frasl – natürlich ein waschechter Gryffindor. Ihn hat Quidditch einfach fasziniert, wie er sagt. Erstmals selbst ausprobiert hat Richard den Sport vergangenes Jahr im Fühling.

Es hat mir auf Anhieb total gut gefallen – das könnte doch auch was für Salzburg sein!

Letztes Wintersemester folgte dank entsprechender Nachfrage unter Freund*innen und Studienkolleg*innen dann der Entschluss, ein eigenes Quidditch-Team zu gründen. Die „Fortress Falcons“ waren geboren. Dass die Umsetzung eines eigenen Teams so gut funktioniert hat, war auch dank der bereits bestehenden Mannschaften aus Wien und Graz möglich. Es dauerte somit nicht lange bis Salzburg ein Teil der großen Quidditch-Community wurde, denn zwischen den Teams, so Richard, gibt es großen Support.

Quidditch

Wie funktioniert Quidditch in Real-Life?

Falls ihr euch nun genau diese Frage stellt, ist die Antwort ziemlich simpel. Ok, zugegeben, fliegen können wir nicht. Regeln und Team-Aufstellung (7 Spieler*innen) folgen jedoch der Buch- bzw. Filmvorlage:

  • Jäger: Insgesamt drei Jäger versuchen den Quaffel durch einen der drei gegnerischen Tore zu schießen.
  • Hüter: Im Team agiert eine Person als Hüter und somit Torwart.
  • Treiber: Die zwei Treiber des Teams versuchen mit den so genannten Klatschern, die gegnerischen Spieler*innen abzuschießen und somit vom Besen „zu stoßen“.
  • Sucher: Der Sucher versucht, ähnlich wie Harry Potter selbst, den Schnatz zu fangen, welcher in diesem Fall von einer weiteren externen Person gespielt wird, die gelb angezogen ist.
Quidditch

Da uns die Gravitation voll im Griff hat, sind die Spieler*innen auf ihre schnellen Beine angewiesen. Mit einem Besen zwischen den Beinen geklemmt laufen sie über das Spielfeld und tragen dabei verschiedenfarbige Stirnbänder, damit man die Spielpositionen voneinander unterscheiden kann. Real-Life-Quidditch ist dabei eine Mischung aus Rugby, Handball und Dodgeball. Voller Körpereinsatz und eine gute Kondition sind also gefragt! Es ist anstrengend, schmutzig und erfordert jede Menge Taktik.

Quidditch in Salzburg: Auf die Besen, fertig, los!

Das Team der „Fortress Falcons“ ist zwar erst in den Kinderschuhen, doch Richard glaubt an das bereits gezeigte Engagement der einzelnen Team-Mitglieder.

Ziel ist es, im Herbst bei den österreichischen Staatsmeisterschaften mitzuspielen!

Auf der ganzen Welt gibt es schon Quidditch-Turniere, ja sogar Weltmeisterschaften. Und auch Österreich startet jetzt durch. Mit seinen derweil sechs bestehenden Teams gibt es dieses Jahr erstmals eine Meisterschaft mit Wien (zwei Teams), Graz, Linz, Innsbruck und Salzburg. Linz hat darüber hinaus bereits angefragt, ob Salzburg an einem Freundschaftsspiel Interesse hätte, wie Richard erzählt. Der Plan wäre ein kleines Turnier in Westösterreich, gemeinsam mit Linz und Innsbruck, die ebenfalls beide noch in der Anfangsphase sind. Doch ohne Unterstützung geht‘s natürlich nicht, denn immerhin müssen etliche Requisiten und auch die entsprechenden Dresse finanziert werden. Richard ist daher für die tatkräftige Unterstützung sehr dankbar, wie er sagt: „Hauptsponsor ist die KHJ Salzburg und auch die STV Theologie/Philosophie trägt dazu bei, dass es uns gibt!“

Quidditch

Wer nun bereits in seiner Abstellkammer nach dem passenden Besen sucht, der/die sollte sich am besten einfach mal die Facebook-Seite der „Fortress Falcons“ ansehen. Dort findet ihr alle nötigen Infos, Bilder und Neuigkeiten. Trainiert wird einmal wöchentlich und bald wird es auch ein Schnuppertraining geben. Immerhin sucht man noch nach weiteren Mitspieler*innen.

Übrigens: Am Samstag, den 30. März kann jede*r zum öffentlichen Spiel kommen, egal ob Harry Potter-Fan oder nicht. Also ihr Muggel – schnappt euch eure Besen und Brooms up!

Eure Fabienne

Fabienne

Fabienne kommt zwar vom Land, doch im Herzen war sie schon immer eine echte “Stodtlarin“. Wenn sie gerade in kein Buch vertieft ist, schreibt sie entweder gerade etwas Neues auf ihrem Laptop oder sie spaziert durch Salzburg und genießt den Stadt-Flair!

Teile diesen Beitrag auf Facebook & Co.