Tipps und Tricks in der Erkältungszeit – Hausmittel selbst gemacht: Eine, auf dem Sofa liegende Person unter einer Decke.

Wenn weiße Flöckchen vom Himmel rieseln und die Busfahrt zur Uni romantisch von diversen Schnäuzgeräuschen untermalt wird, dann scheint eines sicher: Es ist Erkältungszeit. Falls ihr wie ich keine Zeit für so etwas habt und Anzeichen von Husten, Schnupfen und Konsorten ebenfalls den Kampf ansagen wollt, dann habe ich etwas für euch. Was ihr dazu tun müsst? Einfach weiterlesen.

Hausmittelchen sei Dank

Wer von uns kennt das nicht – man ist bereits ausgelaugt vom allgegenwärtigen Prüfungsstress, muss jedoch trotzdem unentwegt aus den warmen Uni-Räumen hinaus in die Kälte. Dass unsere Abwehrkräfte dabei nicht immer so mitspielen, wie wir uns das wünschen, ist verständlich. Die Folgen sind eine laufende Nase, ständiges Schniefen, Halskratzen und ein allgemeines Unwohlsein. In weiterer Folge bleiben dann auch die Konzentration und Motivation auf der Strecke. Was also tun, wenn dafür schnell eine Lösung her muss und man gerade kein Aspirin im Haus hat? Vielleicht erinnern sich an dieser Stelle nun ein paar von euch an fast schon vergessene Familienrezepte, die von Topfenwickeln und ähnlichem berichten. Die Frage ist nur, wie so etwas denn nochmal funktionierte. Um unnötigem Grübeln vorzubeugen, habe ich euch im Folgenden eine Auswahl der beliebtesten Hausmittelchen gegen Erkältungen und dazugehörigen Symptomen zusammengeschrieben.

Noch ein kleiner Hinweis am Rande: Nachfolgende Rezepte und Tipps sind keineswegs Allheilmittel und können bei jeder Person unterschiedlich gut wirken. Darüber hinaus empfiehlt es sich meines Erachtens, in akuten Fällen den Hausarzt aufzusuchen.

Erhöhte Temperatur? Her mit den Essigpatscherl!

Essigpatscherl gehören wohl zu den bekanntesten Hausmitteln, wenn man erhöhte Temperatur bzw. leichtes Fieber hat. Nicht überraschend, wenn man bedenkt, dass die kühlende und medizinische Wirkung von Essig bereits in der Antike bekannt gewesen ist. Alles was du dafür brauchst, sind zwei Paar Socken (am besten aus Baumwolle), eine Schüssel, ein Handtuch, Wasser und Essig.

Tipps und Tricks in der Erkältungszeit – Hausmittel selbst gemacht: Ein Schriftzug, bestehend aus Socken, auf hölzernem Untergrund.

Und so geht’s: Fülle die Schüssel bis zur Hälfte mit Wasser, gib einige Esslöffel Essig dazu und rühre einmal um, damit sich alles vermischt. Nimm dann das erste Sockenpaar, tauche es ganz in das Wassergemisch ein und drücke es dann gut aus. Nachdem du die nassen Socken angezogen hast, streifst du noch das trockene Paar (hier: „Zwiebel-Schichten-Prinzip“) über und wickelst das Handtuch um deine Füße.

Die „Patscherl“ solltest du nach ca. 15-30 Minuten wieder ausziehen und mindestens eine Stunde warten, bis du das Ganze widerholst (nicht öfter als zweimal täglich, da sonst die Körpertemperatur zu schnell sinken könnte).

Mit Ingwer, Kurkuma und Chili die Erkältung „wegbrennen“

Was sich womöglich für Leute, die selten scharf essen, etwas gefährlich anhört, kann wahre Wunder bewirken, wenn es um Erkältungen geht! Im Ingwer sind viele ätherische Öle enthalten, die Übelkeit sowie Halsschmerzen lindern und durch die enthaltene Schärfe den Körper von innen heraus wärmen.

Mein „Geheimtipp“: Kocht ein schönes Süppchen, schneidet auf ca. 1 Liter Suppe ungefähr eine Daumenlänge Ingwer blättrig her und kocht ihn eine Weile mit. Zusätzlich könnt ihr (wenn vorrätig) ein paar Zentimeter frische Kurkumawurzel hinzufügen – aber Vorsicht: Kurkuma färbt die Hände intensiv gelb, also vergesst beim Schneiden die Handschuhe nicht! Natürlich hilft Ingwer mit Teewasser aufgegossen ebenfalls sehr gut.

Für jene unter euch, die den Ingwer- bzw. Kurkumageschmack nicht besonders mögen, bietet sich die Suppenvariante mit mitgekochten Chilistücken oder Chili-Pulver an. So hat eine verstopfte Nase keine Chance mehr.

Auf einem hellorangen Untergrund liegen verschiedene Ingwerwurzeln, Kurkumawurzel-Stücke und ein Bund aus kleinen, roten Chilischoten.

Inhalieren: Einatmen und Durchatmen

Wenn das befreite Durchatmen an der verstopften Nase scheitert und der Schleim in den Bronchien festsitzt, dann ist eines der besten Hilfsmittel das Inhalieren. Denn dadurch werden die Schleimhäute befeuchtet. Zudem lösen die ätherischen Öle zähen Hustenschleim sanft, damit er leichter abgehustet werden kann.

Und so geht’s: Kocht ca. 1-2 Liter Wasser auf und bereitet währenddessen schon mal eine größere Schüssel und ein Handtuch vor. Mischt nun in der Schüssel einige Esslöffel Meersalz (günstig in jedem größeren Lebensmittelmarkt zu finden), getrockneten Thymian, Salbei und Kamille. Diese Zutaten könnt ihr euch in jeder Apotheke abfüllen lassen. Alternativ könnt ihr auch einfach Teesäckchen verwenden, die ihr dann ins Wasser hängt. Habt ihr gerade eines der Kräuter nicht vorrätig, könnt ihr es auch problemlos weglassen.

Gießt nun den Inhalt der Schüssel mit kochendem Wasser auf, beugt euch darüber und bedeckt euren Kopf mit dem Handtuch, damit der Dampf besser eingeatmet werden kann. Inhaliert am besten beständig in kurzen Intervallen, damit euer Kreislauf nicht so stark beansprucht wird, bis die Flüssigkeit zu dampfen aufgehört hat.

Hühnersuppe – nichts für Vegetarier

Hühnersuppe ist der absolute Klassiker unter den Hausmitteln. Doch warum braucht es ein Hühnchen, damit die Suppe besser gegen die Erkältung hilft als zum Beispiel eine mit Gemüse? Im Hühnerfleisch sowie in den Knochen finden sich Eisen, Zink und Vitamine – Inhaltsstoffe, die unser Immunsystem tatkräftig unterstützen und uns so helfen, schneller wieder fit zu werden.

Und so geht‘s: Besorgt euch 2 (rohe) Hühnerkeulen, legt sie in einen mittelgroßen Topf und fügt 1,5-2 Liter Wasser hinzu, sodass das Fleisch bedeckt ist. Wenn das Wasser kocht, gebt ca. 1,5 Suppenwürfel (je nach Geschmack mehr oder weniger), Suppengrün (Karotten, Sellerieknolle, Lauch, Petersilienwurzel und Petersiliengrün; genannte Bestandteile findet man auch als zusammengestelltes Set bzw. Bündel), 1 ganze, geschälte Knoblauchzehe, 1 Lorbeerblatt, 3 Wacholderkörner, 3 Pfefferkörner und einen halben Teelöffel Kümmel im Ganzen (nicht gemahlen) dazu und lasst nun alles leicht weiterköcheln bis das Fleisch und das Gemüse weich sind.

Fischt nun die Hühnerkeulen heraus, zieht die Haut ab und löst das Fleisch vom Knochen. Seiht dann die Suppe in einen anderen Topf ab und schneidet das Gemüse in Stücke. Am Ende entfernt ihr am besten noch die Fettschicht von der Suppe, die an der Oberfläche schwimmt, damit sie nicht zu fett wird und fügt die Fleischstücke hinzu. Geschafft! Nun steht einem stärkenden Teller Hühnersuppe nichts mehr im Weg.

Mit der Wunderwurzel Kren lästiges Halsweh bezwingen

Kren oder auf Hochdeutsch „Meerrettich“ hat wahrscheinlich jeder von euch schon mal bei einer „Brettljause“ oder zu heißen Würsteln mit Senf gegessen. Wusstet ihr jedoch auch, dass Kren geradezu vollgestopft ist mit Nährstoffen, Vitaminen und ätherischen Ölen, die das Immunsystem stärken und nebenbei auch noch antibakteriell wirken? Ich bekam den Tipp von einer Freundin, die mir ihr Wundermittel gegen Halsschmerzen verraten hat. Man nehme ein Butterbrot mit Honig (der sich ja bekanntlich im Tee gut macht) und…frisch geriebenem Kren als Topping. Hört sich ein wenig gewöhnungsbedürftig an, doch nach einem Selbstversuch meinerseits kann ich euch beruhigen – es schmeckt nicht so ekelhaft, wie es sich vielleicht im ersten Moment anhört. Doch viel wichtiger ist, dass das nervige Halskratzen deutlich besser wurde!

Tipps und Tricks in der Erkältungszeit – Hausmittel selbst gemacht: Ein bestrichenes Honig-Butter-Brot mit geriebenem Kren vor einem Brotlaib.

Bei hartnäckigen Halsschmerzen hilft der „Schwarze Radi“

Eine weitere Methode, um Halsschmerzen entgegenzuwirken, ist der selbstgemachte Hustensaft aus schwarzem Radi. Dabei handelt es sich um eine Rettichsorte, die mit dem Kren verwandt ist und ähnlich hilfreiche Eigenschaften hat. Dafür schneidet ihr von der kugeligen Knolle den Deckel ab und höhlt sie trichterförmig aus. Anschließend bohrt ihr ein Loch in den Boden und befüllt sie dann mit Kandiszucker. Den Deckel könnt ihr wieder oben draufsetzen.

Tipps und Tricks in der Erkältungszeit – Hausmittel selbst gemacht: Ein ausgehöhlter schwarzer Radi auf einem Holzbrett.

Nun stellt ihr die ganze Wurzel mit ihrer süßen Fülle auf ein breites Glas und wartet einige Stunden (am besten bis zum nächsten Tag). Im Glas sammelt sich nun ein bernsteinfarbener Saft (wenn ihr weißen Kandiszucker verwendet, wird er durchsichtig). Das Resultat ist ein selbstgemachter und äußerst wirkungsvoller Hustensaft.

Tipps und Tricks in der Erkältungszeit – Hausmittel selbst gemacht: Ein vorbereiteter, schwarzer Rettich liegt auf einem Weinglas.

Tipp: Handelt es sich um eine kleine Knolle und ihr habt breitere Gläser beziehungsweise Behälter zuhause, ist das nicht schlimm. Steckt einfach 4 Zahnstocher in einem Kranz um den „Radi“ und schon passt es (fast) wie angegossen.

Anmerkung: Die wohl wichtigste Maßnahme neben den erwähnten Hausmitteln ist das Händewaschen – besonders, wenn man oft mit den Öffis unterwegs ist. Geht man hierbei gründlich vor, unterbricht man den Übertragungsweg der Krankheitserreger größtenteils.

Am Ende meines Beitrages angelangt hoffe ich, dass ich euch ein paar gute Tipps und Rezepte mit auf den Weg geben konnte, die euch dabei unterstützen, herumschwirrende Viren und Bakterien in die Flucht zu schlagen!

Bis zum nächsten Mal,

eure Teresa.

Teresa

Teresa ist die geborene Pendlerin – lernen, essen, schlafen – das Leben im Zug ist für sie kein Problem, weil sie die schönen Ausblicke in die Landschaft in vollen Zügen und zu jeder Jahreszeit genießt. Wenn sie nicht gerade ihre Nase in alte Bücher steckt, kommt ihre innere Straßenkünstlerin zum Vorschein, da in der Ball-Jonglage ihre Leidenschaft liegt.

 

 

 

 

Foto-Credit (Titelbild): Photo by Pexels

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