mittelalterlicher Schwertkampf

Das Kettenhemd am Leib, das Ross gesattelt und das Schwert fest in der Hand – nun heißt es „Auf in die Schlacht“. Doch halt, ganz so dramatisch wird es nun auch wieder nicht. Dennoch ist der Punkt mit dem Schwert gar nicht so falsch. Zumindest nicht, wenn man sich den Kurs Mittelalterlicher Schwertkampf am Universität Sport Institut (USI) etwas genauer anschaut. Wer etwas Neues sucht, hat hiermit eine spannende und auch sportlich herausfordernde Alternative zu bekannten Angeboten gefunden. Was es bedeutet, das Schwert zu schwingen, habe ich selbst getestet.

Es gibt eine Vielzahl an USI-Kursangeboten, die von qualifizierten Trainer*innen geleitet werden. Was bleibt, ist die Qual der der Wahl. Ob mit Magnesium an den Händen und Adrenalin in den Adern, wie ich es beim Bouldern erleben durfte, oder aber mit entspannten Tai Chi Bewegungen am frühen Morgen in der Natur – es findet sich für jeden was. Ein etwas anderer Kurs, der sich bereits seit einiger Zeit einer immer größeren Fangemeinde erfreut, ist der Mittelalterliche Schwertkampf. Damit ist jetzt nicht gemeint, in voller Ritterrüstung auf Drachenjagd zu gehen. Stattdessen handelt es sich um eine Art des Kampfsports, die jedoch anders als Fechten mit einem Langschwert ausgeübt wird.

Mittelalterlicher Schwertkampf – das ist doch längst Vergangenheit!

Falsch gedacht! Diese historische Kampfkunst ist nicht nur der Grundstein des Fechtens, wie wir es heute kennen, sondern zeigt, dass ähnlich dem Fernen Osten auch Europa eine Jahrhunderte überdauernde Kampfkunst-Tradition besitzt. Durch soziale Umbrüche und aufgrund des technischen Fortschritts geriet der Mittelalterliche Schwertkampf aber Stück für Stück in Vergessenheit. Heutzutage lassen jedoch immer mehr Menschen diese Tradition weltweit wieder aufleben.

Theresa beim Schwertkampf

Was kann ich mir unter Mittelalterlichem Schwertkampf eigentlich vorstellen?

Wie so eine Auseinandersetzung mit zwei Schwertern im Detail aussehen könnte, beschreiben die sogenannten „Fechtbücher“. Anhand dieser können raffinierte Techniken für den bewaffneten und unbewaffneten Kampf gelernt werden. Somit wird der Schwertkampf nicht zu einem Dreinschlagen, sondern einer kontrollierten Sportart, wie wir es vom Sportfechten kennen. Es gibt verschiedenste Techniken mit unterschiedlichsten Waffen. Dazu zählen beispielsweise das lange Schwert, die halbe Stange oder der Dolch. Im USI-Kurs beschäftigt man sich hauptsächlich mit dem Lichtenauer Langschwert System. Anmerkung: Im Training selbst üben wir mit Kunststoffschwertern, um das Verletzungsrisiko zu minimieren.

Mittelalterlicher Schwertkampf

Nicht nur was für eine Handvoll „Medieval Geeks“!

Ob ihr es glaubt oder nicht, dieser Kurs ist mit mehr als 25 Teilnehmer*innen extrem gut besucht! Davon sind 50% junge Mädels wie ich, die voller Begeisterung jede Woche erneut auf der Matte stehen. Zugegebenermaßen war ich selbst etwas überrascht, als ich beim erstmaligen Betreten des Turnsaals derart viele „Normalos“ gesehen habe.

Was kann ich von diesem USI-Kurs mitnehmen?

Alle, die sich gerne einmal so richtig auspowern wollen und dem Alltagsstress für ganze 1,5 h entkommen möchten, sollten am Kurs für Mittelalterlichen Schwertkampf teilnehmen. Die Trainingseinheiten sind zudem ein wahrer Motivationsschub für viele andere Lebensbereiche. Kaum war meine letzte Einheit vorbei, fühlte ich, wie all der Ballast und Stress des Uni- und Arbeitstages wie durch ein Wunder vom Erdboden verschluckt worden waren. Unser Trainer Ingulf Popp-Kohlweiss hatte nicht umsonst im ersten Kursteil angemerkt, dass es hier um keine „Draufhauerei“ geht, sondern um „kontrollierte Aggression“. Wenn du also ab und zu Lust verspürst, etwas Dampf abzulassen, dann schwing das Schwert.

Mittelalterlicher Schwertkampf

Mein Fazit zu Mittelalterlichem Schwertkampf

Ich muss gestehen, dass ich zu Beginn des Kurses etwas skeptisch war. Mehr als einmal stellte ich mir die Frage, auf was ich mich da bloß wieder eingelassen habe. Aber was soll ich sagen – ich hatte mich geirrt. Denn nach kurzer Zeit schon habe ich gelernt die traditionsreiche Kunst des Mittelalterlichen Schwertkampfes zu lieben. Dies war vor allem dann der Fall, wenn mich die Arbeit stresste und mich einfach die ganze Welt genervt hat. Meiner Meinung nach ist Mittelalterlicher Schwertkampf ein Kurs mit enormen Unterhaltungswert. Darüber hinaus, und das scheint mir deutlich wichtiger, fordert der Inhalt die Teilnehmer*innen auf ganz neue Art und Weise.

Ein Highlight: Der Verband INDES veranstaltet zu verschiedenen Terminen Workshops in ganz Österreich. Also falls ihr noch nicht wisst, ob ihr ein ganzes Semester diesen Kurs besuchen möchtet, könnt ihr es auf diese Weise im Vorfeld testen!

Das heißt: Keine Ausreden mehr, und ran an den Speck! Ab 25.02. könnt ihr euch für die USI-Kurse des Sommersemesters 2019 anmelden – Infos zum Angebot und den Anmeldefristen findet ihr hier. Um mehr über die Anmeldebedingungen selbst zu erfahren, schaut am besten auf die Website des Universität Sport Instituts. Und für alle, die es etwas entspannter haben möchten, denen sei ein Blick in meinen Beitrag über den USI-Kurs Tai Chi geraten.

Eure Theresa

Theresa M.

Theresa ist eine weit-gereiste Steirerin, die über Umwege von Nordirland und Spanien ihre Heimat nun in Salzburg gefunden hat. Neben den vielen Jobs sind ihre Leidenschaften das Eiskunstlaufen und die Multimedia Welt.

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