Blick in die Zukunft

„Schadstoffe und Abgase – hat das nicht mit den furzenden Kühen zu tun?“ Es ist Zeit, Bewusstsein zu schaffen. Jede*r sollte reflektieren, was man bereits weiß und was es noch zu wissen gibt. Dies gilt es dann in das eigene Umfeld zu integrieren. Fakt ist, dass wir aus einer schadstoffreichen Vergangenheit lernen müssen, um auch in Zukunft frische Morgenluft einatmen zu können. Zum Thema passend haben wir, die Tane Mahutas, unsere WG nach dem Gott des Waldes der neuseeländischen Maoris benannt. Unsere Motivation ist es dafür zu sorgen, dass die Menschen auch in 1000 Jahren noch wissen, was Wälder sind.

Kurz vor Schluss der WG Challenge haben wir uns mit verschiedenen Themen befasst. Darunter die größte Mülldeponie Europas. Doch wieso Europa, wenn sich diese Mülldeponie in Afrika befindet? Um absurde Fernstrecken zu vermeiden, planen wir zudem einen eindrucksreichen Kurzurlaub für unsere WG – natürlich auf möglichst nachhaltige Weise. Und schlussendlich heißt es nochmal auf bisherige Aufgaben zurückzuschauen. Wo schrie eine Stimme ein schallendes „AHA!“ in unseren Köpfen? Wie reagieren Mitmenschen auf anregende Gespräche? Was sind Lösungen für eine gemeinsame, grüne Zukunft?

Welcome to Sodom – Wo Müll Business ist

Zu Beginn der hier beschriebenen WG Challenge hat uns Das Kino ermöglicht, den Dokumentarfilm Welcome to Sodom anzuschauen. Dabei handelt es sich um einen Film, der den Alltag auf einer Mülldeponie in Agbogbloshie, Ghana, veranschaulicht. Zu sehen sind Menschen, die mit einem Magneten so viel Metall wie möglich im Müll aufsammeln als auch Frauen, die Wasser in Plastikbeuteln verkaufen. Erschreckend ist, dass der Himmel kein einziges Mal zu sehen ist, weil der Rauch des verbrannten Mülls alles in ein mattes Aschgrau hüllt.

Müllberg

Ebenfalls bemerkenswert ist, dass es im Film keine mahnende Dokumentationsstimme gibt, die dem Publikum Probleme und Lösungen aufzeigt. Nein, es ist eine ganz eigene bizarre Stimmung, die teilweise durch verwirrende, jedoch gutgelaunte Musik- und Tanzeinlagen der Arbeiter unterbrochen wird. Irgendwie scheint alles nicht so recht zusammenzupassen. Vielleicht handelt es sich aber auch um ein Sinnbild für unsere paradoxe Welt? Dieser Gedanke kommt uns nämlich spätestens dann, als im Film ein Arbeiter mehr und zudem „besseren“ Müll aus Europa fordert, damit er ein besseres Geschäft machen kann. Da stellt sich die Frage, ob es daher sinnvoller wäre, meinen funktionierenden Computer wegzuwerfen? Immerhin könnte es sein, dass ich damit jemandem helfe. Es sind derart absurde Gedanken, die uns beim Ansehen des Films durch den Kopf gehen. Sodom scheint ein furchtbarer Ort zu sein – gleichzeitig bietet er den Leuten einen Arbeitsplatz und die Möglichkeit zu überleben. Viele Fragen bleiben jedoch offen. Warum baut man beispielsweise keine organisierte Recyclingfabrik? Und wie kommt Europa überhaupt auf die Idee, den Müll hier abzulagern? Recycling scheint manchmal ein abgekautes Thema zu sein, doch muss man sich eingestehen, dass es in Verbindung mit umweltschädlicher Müllverbrennung brandaktuell ist.

Nachhaltiges Reisen

Nun folgt die nächste Etappe. Wir sollten eine hypothetische Reise planen, bei der Nachhaltigkeit und ein grüner Fußbadruck im Mittelpunkt stehen. Entspannt mit dem Flugzeug zu reisen fällt somit aus. Wir entscheiden uns stattdessen für eine Kulturreise nach Budapest. Folgend bleibt die Frage: Zug oder Bus? Grundsätzlich gibt es unterschiedliche Meinungen dazu, ob Bahn oder Bus die bessere Alternative ist. Wir entscheiden uns schlussendlich für den Flixbus, da man hier eine preisliche Möglichkeit zum CO2-Ausgleich hat.

Busbahnhof

Vor Ort nutzen wir die Möglichkeiten der Plattform Couchsurfing. Übrigens ideal für einen kulturellen Austausch. Um es uns im Urlaub richtig gut gehen zu lassen, haben wir uns vegane Restaurants sowie ein fairtrade-Café rausgesucht. Auf den kulturellen Aspekt der Reise darf natürlich ebenfalls nicht vergessen werden. Deshalb besuchen wir neben vielen anderen Sehenswürdigkeiten auch das Museum für ungarische Agrarkultur. Um von A nach B zu kommen, verwenden wir Fahrräder, die von der Stadt angeboten werden. So erhält man darüber hinaus einen besseren Eindruck vom Stadtgeschehen. Bei all der Planung dieser hypothetischen Reise kommen wir immer mehr auf die Idee, dass wir das Ganze in die Tat umsetzen. Verlockend wäre es. Oder was meint ihr?

„AHA!-Erlebnisse“

Punkt 3 verlangt, dass wir uns auf unser „Erkenntnisfahrrad“ setzen und einen Schulterblick machen, um unsere bisherigen Erfahrungen ins Auge zu fassen. Wir merken, dass wir nun zusehends in eine wiesengrüne Zukunft steuern. Der bisherige Weg, welcher nur geradeaus führte, ist für uns keine Option mehr. Die Aufgabe war es, dass jede*r in unserer WG sich die drei wichtigsten „AHA!-Erlebnisse“ in Erinnerung ruft und mit jeweils drei Mitmenschen darüber spricht. Das führte zu bisher sechs sehr intensiven Gesprächen. Doch wie reagieren Menschen, wenn man sie mit Themen wie Umweltschutz und Nachhaltigkeit konfrontiert?

Hier findet ihr sechs unserer „AHA!-Erlebnisse“ kurz und knackig zusammengefasst:

  1. Palmöl muss aus unserem System entfernt werden. Daher empfiehlt es sich beim Kauf diverser Produkte auf das Kleingedruckte zu achten. Hilfreich ist hierbei die App CodeCheck (siehe dazu auch Green WG Challenge | Aufgabe #10: Make cosmetics green again!). Auch gibt es zahlreiche Alternativen zu Produkten mit bedenklichen Inhaltsstoffen.
  2. Richtiges Recycling ist von bedeutender Relevanz!
  3. Alte Traditionen müssen durch abgewandelte neue Traditionen ersetzt werden. So kann die Weihnachtsgans beispielsweise ganz leicht durch vegetarische Rezepte ersetzt werden.
  4. Elektroautos sind für viele Menschen die Zukunft. Doch sollte einem bewusst sein, dass die Produktion der Autos und des Stroms für den Treibstoff ebenfalls problematisch für die Umwelt ist.
  5. Nicht neue Forschung und Technik lösen unsere Probleme. Wir müssen viel mehr das System und unsere Mentalität ändern.
  6. Der Konsum muss verringert werden. Ein Kaufverhalten wie zu Weihnachten oder an Tagen wie dem Black Friday sollte gründlich überdacht werden.

Die Welt im Wandel – unser Fazit

Erfahrungen in solchen Gesprächen sind oft gleich. Jede*r hat bereits eine Meinung und das Ansprechen nachhaltiger Themen wird meist als Kritik an der eigenen Person aufgefasst. Das Resultat ist: Man dreht sich während des Gesprächs im Kreis. Dennoch bleiben wir am Thema dran und suchen weiterhin Gelegenheiten zu diskutieren und Informationen an unser Umfeld weiterzugeben. Denn stirbt die Kommunikation, stirbt unser Planet. Darüber hinaus gibt es genug interessierte Menschen, die offen für Veränderung sind. Es ist also keineswegs eine aussichtslose Situation.

Lassen wir bisherige Erfahrungen Revue passieren, wird uns klar, wie viele Themen es eigentlich gibt, an denen man arbeiten müsste. Wir wollen uns jedoch nicht von bekanntem Weltschmerz unterkriegen lassen, sondern Hand in Hand in eine bessere Zukunft gehen. An dieser Stelle fragen wir uns außerdem, was dich rund um das beschriebene Thema beschäftigt. Mit wem hast du dazu bereits gesprochen? Vergesst nicht: Am Anfang war das Wort, und auf Worte folgen Taten. Lasst uns also Gespräche suchen und gemeinsam starten.

Die Tane Mahutas WG

Eure waldfreundlichen Tane Mahutas,

Foto-Credits: Titelbild von Daniel Frank on Unsplash, Mülldeponie-Bild von Pexels on Pixabay, Busbahnhof-Bild von Matteo Maretto on Unsplash

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