Foto: Deutschkurs am Sprachenzentrum

Seit dem Wintersemester 2015/2016 gibt es das More4Refugees Programm. An der Uni Salzburg nehmen dieses Wintersemester (2018/2019) 120 Asylberechtigte und Asylwerber*innen daran teil. Sie besuchen Deutschkurse am Sprachenzentrum der Universität Salzburg, können kostenlos an USI-Kursen teilnehmen und werden von ÖH-Buddys an der Hand genommen – wenn es darum geht den Alltag zu bewältigen. Dr. Margareta Strasser, Leiterin des Sprachenzentrums, und der Kursteilnehmer Khalil Ibrahim haben uns mehr über das Programm erzählt.

Das More4Refugees Programm ermöglicht Aslyberechtigten und Asylwerber*innen den Zugang zu universitärer Bildung. Es ist Teil des Maßnahmenprojekts MORE der Universitätenkonferenz (UNIKO) und wird hervorragend angenommen. Seit dem Sommersemester 2018 können MORE-Studierende am regulären Kursprogramm des Sprachenzentrums teilnehmen (von A1 bis C1+), davor wurden die Kurse getrennt abgehalten.

More4Refugees: Was steckt da alles drin?

„Nur“ Deutschkurse? Nein, noch viel mehr! Denn Aslyberechtigte und Asylwerber*innen haben auch Zugang zur Universitätsbibliothek und allen Medienbeständen. In der Unipark-Bibliothek stehen in der Sprachenzentrumsabteilung viele Materialien zum Selbstlernen (Wörterbücher, Übungsbücher, Grammatiken, aber auch Hörbücher und Filme) zur Verfügung. Auch die Teilnahme an USI-Sportkursen ist für MORE-Studierende kostenlos. Alle Kurse, in denen es freie Plätze gibt, stehen zur Verfügung. Beim Universitätsorchester Salzburg werden MORE-Studierende ebenfalls mit offenen Armen empfangen. Wer kein Instrument besitzt, dem wird nach Möglichkeit ein Instrument zur Verfügung gestellt.

Für Integration sorgt auch das Sprachcafé der ÖH Salzburg, hier haben MORE-Studierende die Möglichkeit ihre Sprachfähigkeiten anzuwenden und zu verbessern.

Foto: More-Studentin

Ein MORE-Student berichtet: von Flucht & Ankommen

Khalil ist Kurde, stammt aus Syrien und ist vor einigen Jahren über die Türkei mit einem Schlepper nach Österreich gekommen. Eigentlich wollte er nach Deutschland oder sogar bis nach Dänemark. Aber auf der Autobahn zwischen Wien und St. Pölten fand seine Reise ein plötzliches Ende. Der Schlepper ließ alle Passagiere auf der Autobahn aussteigen und machte sich aus dem Staub. Khalil verbrachte dann einige Zeit in Wien, gelangte aber schließlich nach Salzburg – seine Schwester wohnt in Henndorf. Hier ist er nun bereits seit einigen Semestern im MORE-Programm. Er geht immer gerne in die Deutsch-Kurse und verbessert sein Deutsch stetig. Seine einzige Kritik: „Ich würde gerne mehr Deutsch-Stunden haben, drei Stunden die Woche sind nicht genug, um wirklich gut Deutsch sprechen zu lernen.“ (Anmerkung: Eigentlich sind es vier Stunden, da auch eine Stunde Tutorium dabei ist.)

Auch wenn die Umstände nicht immer einfach sind – Wohnung und Arbeit finden gestaltet sich in Salzburg nämlich alles andere als leicht – so schöpft er aus dem MORE-Programm stets neue Energie. Denn der persönliche Kontakt wird am Sprachenzentrum groß geschrieben. Das Sprachenzentrum-Team hat so oft wie möglich ein offenes Ohr für die MORE-Studierenden und deren herausfordernden Alltag. Khalils Wunsch für die Zukunft: „Ich würde hier vielleicht gerne Informatik studieren, damit ich später eine gute Arbeit bekomme.“

Foto: Gruppenbild MORE-Studierenden

Feedback zu den Deutsch-Kursen im More4Refugees Programm

Auch die anderen Kursteilnehmer*innen fühlen sich am Sprachenzentrum sehr wohl. Im Evaluierungsbogen finden sich oft lobende Worte. So zum Beispiel: „Meine Lehrerin war wirklich super. Danke für alles.“, „Ich danke euch für alles. Der Deutsch Kurs war sehr gut.“ Und „Ich will einfach die Uni nicht verlassen.“

Margareta Strasser, Leiterin des Sprachenzentrums berichtet: „Kursleiter*innen bekommen immer wieder Dankeskarten, die Atmosphäre ist stets herzlich und wir erfahren einfach auf allen Ebenen, dass die Kurse sehr geschätzt werden.“ Ihr persönliches Highlight? Als ihr ein Kursteilnehmer einmal eine Rose geschenkt und zum Weltfrauentag gratuliert hat. Aber nicht nur Blumen, auch Backwaren wurden schon überreicht. Beim Semester-Abschlussfest 2016 überraschten die Kursteilnehmer*innen das Sprachenzentrum-Team mit einer großen Dankes-Torte und anderen selbst gemachten Spezialitäten aus den Heimatländern. Ob es einen besseren Beweis für den Erfolg eines Projektes gibt? Wohl kaum 😉

Foto: Torte von MORE-Student/innen

Mehr zum More4Refugees Programm gibt’s hier. Und wer sich als Buddy engagieren möchte, findet hier mehr Informationen.

Euer commUNIty Redaktionsteam

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