BioTrio bei Kosmetikfirma

Kosmetik besitzt jeder – doch die wenigsten wissen, was wirklich in ihrer Bodylotion oder in ihrer Zahnpasta steckt. Wir haben im Rahmen unserer Green-WG Challenge hinter die Kulissen geschaut. So besuchten wir eine Kosmetikfirma, die auf höchstem Niveau Bio- und Fairtrade-Produkte herstellt, scannten unsere eigenen Produkte zuhause und testeten alternative, selbstgemachte DIY-Kosmetik aus – mit überraschenden Ergebnissen!

Das Bio Trio macht Kosmetik

Das Wetter ist miserabel. Der Bus verspätet. Gerade noch rechtzeitig erreicht das Bio Trio die Biokosmetik-Manufaktur Pieper. Dort angekommen, erklärt uns Frau Pieper, die Geschäftsführerin, was Biokosmetik ist und was sie von Naturkosmetik unterscheidet.

Als Pionierin veganer Biokosmetik in Österreich erzählt uns Frau Pieper von Schwierigkeiten und Erfolgen beim Aufbau ihres Geschäftes und von den Herausforderungen bei der Herstellung von Bio-Produkten.

Wieder einmal seien Siegelschwindel und das Geschäft dahinter ein Thema, Kommerz stehe bei großen Firmen im Vordergrund und erschwere es kleinen, nachhaltigen Startern, sich durchzusetzen. Auch Frau Piepers Produkte seien nicht 100% ökologisch und nachhaltig. Das sei im Moment schlichtweg nicht möglich. Aber wo es geht, setzt sie ihre Ideen um, auch wenn das Rosenkonzentrat 400 Euro pro Liter kostet, wenn es dafür ein synthetisches Produkt ersetzt.

Biokosmetik Produktion

Im Anschluss an den Vortrag folgen Haarnetze, Mäntel und Schuhhüllen. Denn nun geht es in den Produktionsbereich. Das Highlight des Abends ist die Herstellung eines eigenen Bio-Shampoos. Hier dürfen wir sogar einen eigenen Duft und eine eigene Farbe bestimmen. Es wird kollektiv gerührt, gemixt, ausprobiert und getüftelt. Ziel ist es, das ultimative Shampoo zu kreieren. Währenddessen erhalten wir Informationen über relevante Inhaltsstoffe und deren Wirkung: biologische und auch synthetische. Manche synthetischen Stoffe seien schwer durch biologische zu ersetzen, erklärt Frau Pieper.

Das Engagement, neue, nachhaltige Alternativen zu herkömmlichen Kosmetika zu finden, begeistert uns. Wichtig seien Bereiche wie Verpackungsbeschaffenheit und Import, so Frau Pieper. Ein großes Anliegen ist ihr außerdem, dass wir als junge Generation revolutionäre Ideen unterstützen und die Gesellschaft anregen, nachhaltiger zu denken.

Etwas müde, aber zufrieden und mit Sicherheit inspiriert stapfen wir durch den Schnee zurück zum Bus und rüsten uns für die nächste Challenge.

Unsere Kosmetik: Gehört sie zu den Guten?

Ihr wollt herausfinden, ob eure eigene Kosmetik bedenklich ist? Dann probiert die kostenlose App CodeCheck.  Einfach Produkte scannen und die App zeigt euch, ob diese umweltschädlich sind oder nicht. Psst, kleiner Tipp: Die App kann auch für Lebensmittel verwendet werden. Sie zeigt nicht nur problematische Inhaltsstoffe für Gesundheit und Umwelt auf, sondern informiert auch darüber, warum diese Stoffe problematisch sind.

Gesagt, getan. Wir gehen mit gutem Vorbild voran und nehmen zuhause unsere Kosmetika genauer unter die Lupe. Das Ergebnis seht ihr hier:

tabelle

Wir konzentrieren uns in dieser Liste auf umweltschädliche Inhaltsstoffe. Jedoch ist es schockierend, in wie vielen dieser Produkte auch schädliche Inhaltsstoffe stecken. Unser Fazit: Augen auf beim Einkauf – sich selbst UND der Umwelt zuliebe!

Naturkosmetik, Biokosmetik: Wo liegt der Unterschied?

Bio und Natur ist doch eigentlich das Gleiche, oder? Falsch gedacht! Zu Naturkosmetik zählen generell Produkte, deren Inhaltsstoffe vor allem pflanzlich sind. Bei Biokosmetik sind die pflanzlichen Inhaltsstoffe darüber hinaus aus biologischem Anbau. In Österreich werden die Rahmenbedingungen für Natur- und Biokosmetik im Österreichischen Lebensmittelbuch ÖLMB (Codex Alimentarius Austriacus, kurz: Codex) festgelegt. Die zulässigen Methoden der Gewinnung und Weiterverarbeitung sowie erlaubte Zusatzstoffe (Konservierungsmittel und Emulgatoren) sind darin genau definiert. Für Biokosmetika gelten grundsätzlich dieselben Kriterien. Dazu kommen die Anforderungen für biologische Produkte wie beispielsweise ein biologischer Mindestanteil der Inhaltsstoffe. Gut zu wissen: Kosmetikfirmen, die ihre Produkte als Biokosmetika vertreiben, benötigen für die biologische Produktion eine Kontrolle durch eine anerkannte Biokontrollstelle.

diy-kosmetik

Steht Bio drauf, ist Bio drin? Eine Anleitung durch den Siegeldschungel

Für den Begriff „Natur- und Biokosmetik“ existiert international kein einheitliches, geschütztes Siegel. Stattdessen gibt es einige kleinere Zertifizierungen, „Selbst-Zertifizierungen“ und andere Labels, welche jedoch eher verwirren, als dass sie die Auswahl erleichtern. Orientierungshilfen sind hierbei unabhängige Zertifizierungsstandards wie das Bio Austria-Siegel und international anerkannte Zertifikate wie Natrue, BDIH, ICEA oder Ecocert.

Das BIO AUSTRIA Logo: Besonders? Besonders gut!

Das BIO AUSTRIA Logo steht für den Verband der österreichischen Biobäuerinnen und Biobauern. Diese wirtschaften nach eigenen Verbandsrichtlinien, die strenger sind als von der EU-Bio-Verordnung vorgegeben. Dabei handelt es sich um ein Regelwerk, das in Hinblick auf die Werte von BIO AUSTRIA wie Ökologie, die Würde der Tiere, Fairness und Verantwortung stetig weiterentwickelt wird.

DIY-Kosmetik – So einfach geht’s

Nach wie vor gilt: Wer wissen will, was in seinem Produkt steckt, der greift am besten auf die gute alte Einfach-selber-machen-Strategie zurück. Gerade im Bereich Kosmetik lassen sich mit bekannten Haushaltsmitteln Cremes, Shampoos und Peelings ganz einfach selbst herstellen.

Ein lang bewährtes Rezept unsererseits ist ein Körper-Peeling, nach dessen Anwendung sich die Haut wunderbar weich anfühlt. Dazu braucht es nicht mehr als je einen Esslöffel Honig, Olivenöl und Zucker. Die drei Zutaten werden dann in einer Tasse vermischt und zack, fertig! Für eine optimale Wirkung verteilt man das Peeling während dem Duschen auf dem ganzen Körper und reibt damit in kreisenden Bewegungen die Haut ein. Während die Zuckerkristalle im Peeling die Haut reinigen, spendet der Honig Feuchtigkeit und das Olivenöl schützt die Haut vor dem Austrocknen. Damit spart man sich auch gleich die Bodylotion nach dem Duschen!

Ein anderes von uns recherchiertes Rezept verspricht Hilfe bei strapaziertem und trockenen Haar. Man nehme eine Banane und püriere diese, bis sie möglichst flüssig ist. Anschließend fügt man einen Löffel Honig und einen Löffel Kokosöl hinzu. Fertig ist die Haarmaske. Nachdem die Maske in den Haarlängen verteilt wurde, muss sie unter einem Handtuch für eine Stunde einziehen. Danach wäscht man die Haare ganz normal mit Shampoo und Spülung. Das Ergebnis ist eine samtweiche und erholte Haarpracht.

Wer möchte, kann sich von diesen DIY-Kosmetika auch gleich einen kleinen Vorrat mischen und in hübsche Dosen und Fläschchen füllen. So hat man immer etwas auf Vorrat.

Viel Spaß beim Code-Checken und Selber-Machen wünscht euch

Euer Bio-Trio 😊

PS: Schön verpackte, selbstgemachte Kosmetik eignet sich auch super als Last-Minute-Geschenk.

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