Die internationalen Studierenden auf einem Ausflug nach Kappadokien

Im Sommersemester 2015 begab ich mich im Rahmen meines Studiums der Kommunikationswissenschaft für sechs Monate in die aufregende Welt des Orients: ein Auslandssemester in Istanbul. Eine unvergessliche Zeit sollte auf mich warten, zwischen Moscheen, Kebab und wilden Erasmus-Partys. Hier erzähle ich euch von meinen persönlichen Eindrücken, den positiven und den negativen Seiten. Im dritten Teil meiner Auslandsreihe berichte ich euch von meinem Unileben an einer türkischen Universität.

Bei einem Auslandssemester gibt es in der Regel viel zu entdecken. Das gilt besonders für Istanbul: Neue Kultur, neue Sprache, neues Nachtleben. Aber halt! Da war doch noch etwas … Achja, seine Universität sollte man auch ab und zu besuchen.

Offiziell geht es bei einem Erasmus-Auslandssemester in erster Linie darum, eine ausländische Universität zu besuchen. Von mir gibt es deshalb in diesem Artikel meine persönlichen Eindrücke zum Unialltag in Istanbul, genauer gesagt an der Baçeşehir Üniversitesi.

Die Bahcesehir University

Türkische Universität: Was ist anders?

Die Baçeşehir Üniversitesi ist eine private Universität, an der die meisten Kurse auf Englisch gehalten werden. Allerdings scheint das einige der türkischen Studierenden nicht ganz so zu interessieren, weshalb sie ihre Fragen trotz des englischen Unterrichts teilweise permanent auf Türkisch stellen. Die Kursatmosphäre hängt dabei sehr von dem/r jeweiligen Dozent/in ab. So hatte ich sehr angenehme Kurse, bei denen der Dozent auf Englisch bestand, jedoch auch einen Kurs, der regelmäßig ins Türkische wechselte, sobald eine Diskussion unter den Teilnehmer/innen begann. Bei meiner Kursauswahl war das zum Glück eine Ausnahme, aber für einige meiner internationalen Freund/innen waren solche Situationen normal.

Die Dachterrasse einer Fakultät der Bahcesehir University

Auch einige Vorurteile einer typischen Privatuni kann ich bestätigen: Pünktlichkeit ist in der Türkei sowieso ein sehr dehnbarer Begriff. Also scheint es ganz normal, wenn die Hälfte der Studierenden erst 30 bis 60 Minuten nach Beginn eines Kurses eintrifft (falls überhaupt). Das wirkt sich auch auf Abgabetermine und Prüfungen aus. Die türkischen Dozent/innen kümmern sich nicht allzu sehr darum. Eine meiner Dozentinnen war jedoch Italienerin und versuchte verzweifelt, die türkischen Studierenden zu animieren und war umso glücklicher über die vergleichsweise engagierten ausländischen Studierenden. Hier haben Erasmusstudierende durch niedrige Anforderungen also meist leichtes Spiel.

Der Ausblick von der Dachterrasse der Bahcesehir University

Fazit für meine Kursauswahl

Meine Kurse beschränkten sich neben einem Türkisch-Sprachkurs ausschließlich auf die Fotografie. Meine damaligen Dozent/innen sind als berufliche Fotograf/innen äußerst erfahren und verstehen es auch gut, Wissen an ihre Studierenden weiterzugeben. Somit fühlte ich mich am Ende des Semesters, als hätte ich unglaublich viel Neues gelernt.

In einer Privatuni steht natürlich auch eine merklich bessere Ausstattung zur Verfügung und auch manche neuen Möglichkeiten werden einem geboten. So eröffnet sich durch einige Dozent/innen ein regelrechtes Beziehungsnetzwerk. Zumindest in meinem Fall handelte es sich hierbei um andere professionelle Fotograf/innen, die zu Diskussionsrunden eingeladen wurden und direkt mit den Studierenden über ihre Arbeit redeten.Zweiter Ausblick der Dachterrasse

Auch wenn bei vielen türkischen Studierenden meiner Universität die Motivation fehlte, war ich also trotzdem überaus glücklich mit der Baçeşehir Üniversitesi. Die Anforderungen waren nicht allzu hoch, sodass ich viel Zeit hatte, das Erasmusleben zu genießen. Dennoch wusste ich auch, meine Möglichkeiten zu nutzen und das Beste aus den Kursen für mich zu machen.

Was ich noch so in Istanbul erlebt habe? Im vierten Teil meiner Auslandsreise berichte ich vom Fastenmonat Ramadan. Ihr habt den ersten und zweiten Teil noch nicht gelesen? Dann klickt schnell auf die Links oder stöbert in der Kategorie „International“ nach weiteren spannenden Berichten aus dem Auslandssemester. 

Eure Ina

Ina

Ina sollte sich eigentlich auf ihre Masterarbeit konzentrieren, widmet sich aber zur Zeit viel lieber anderen Dingen: Sie erkundet die Welt leidenschaftlich gerne mit ihrer Kamera, macht Radio, gestaltet das Unileben mit der StV KoWi ein bisschen bunter und schreibt für diesen Blog, wenn sie nicht gerade feministische Bücher liest.

PS: Infos zum Studieren im Ausland findet ihr auf der Homepage des International Office der Uni Salzburg.

Teile diesen Beitrag auf Facebook & Co.