Abfall und Abfallvermeidung

„O Tannenbaum, O Tannenbaum“ – Ich hoffe, du hattest auch dieses Jahr wieder viele Geschenke unter dir! Der Papierkorb füllt sich fleißig mit Geschenkpapier und auch die Essensreste der weihnachtlichen Völlerei müssen entsorgt werden. Aber warte mal: Wo wandern unsere Abfälle hin, wenn sie das Haus verlassen? Wenn Du mehr über verschiedene Mythen zum Thema Mülltrennung und ein paar ganz einfache Tricks zur Verbesserung deiner Müllgewohnheiten kennenlernen möchtest, dann nimm Dir doch kurz Zeit und lies weiter. 😉

In der 8. Challenge dreht sich alles um das Thema „Abfall und Abfallvermeidung“. Zum Start in die Woche besuchten wir deshalb das Abfallservice der Stadt Salzburg, wo wir viel Neues lernten. Zuhause in unseren eigenen vier Wänden setzten wir dieses Wissen direkt um, indem wir unser Trennungssystem neu strukturierten. Am Schluss haben wir noch 5 spannende Tipps für euch, wie ihr euren Müllverbrauch im Alltag ohne großen Aufwand reduzieren könnt.

Ciao Müllabfuhr und Hallo Abfallservice Salzburg – Tipps für die richtige Mülltrennung

Wie man am Namenswechsel bereits erkennen kann, hat sich in den letzten Jahrzehnten im Bereich Müllentsorgung einiges geändert. Rund um Salzburg wurde der Müll früher unstrukturiert in Löcher gekippt, während es heute ein gut konzipiertes Entsorgungssystem gibt. Die Stadt Salzburg produziert jährlich 84 Tonnen Abfall, wovon ungefähr die Hälfte wiederverwendet wird.

Abfallvermeidung

Wir hatten die Möglichkeit, hinter die Kulissen zu blicken und uns über einige Abfallmythen aufklären zu lassen, denen wir trotz so mancher Recherche selbst auch aufgesessen waren.
Wie funktioniert denn nun diese Mülltrennung in Salzburg? Es ist auf den ersten Blick gar nicht so einfach, da einen Überblick zu erlangen. Hier ein grober Überblick der Trennungsmöglichkeiten (und Pflichten). Jeder in Salzburg hat Zugang zu den genannten Tonnen (wenn nicht, könnt ihr euch bei der Hausverwaltung melden):

  • Die Biotonne
    Gerade in dieser Jahreszeit ist es sinnvoll zu wissen, dass Taschentücher und Küchenrolle in den Bioabfall wandern sollten. Am besten ist es sogar den Biokübel mit etwas Zeitungspapier auszulegen, damit die Flüssigkeit im Eimer und später im Müllauto etwas aufgesaugt wird.
  • Altpapier
    Jegliche Hochglanzzeitschriften oder auch Geschenkpapier gehören unbedingt in die Papiertonne. Tonpapier jedoch aufgrund der Faserverarbeitung lieber in den Restmüll. Daumenregel: Alles was sich in Wasser auflöst, darf auch in die Papiertonne! Hier noch die Auflösung eines Müllmythos: Kartons lieber knicken anstatt zu reißen (da es händisch sortiert wird)
  • Plastik
    Jedem Wohnkomplex (ab 10 Parteien) steht eine gelbe Tonne zur Verfügung, für kleine Wohneinheiten hat jede Partei eigene gelbe Säcke. In diese kommen NUR PET-Flaschen, Plastikflaschen für Ketchup oder Kosmetikartikel und Getränkekartons (wie Milch). Ein wichtiger Hinweis hier: Die Plastikflaschen zusammendrücken und Deckel und Flaschen getrennt voneinander hineinwerfen (sonst kann ein hoher Druck in den Flaschen entstehen). Bei Milchkartons und ähnlichem empfiehlt es sich, diese kurz auszuspülen und so gut es geht flachzudrücken und zuzuschrauben.
  • Restabfall

Zusätzlich gibt es noch die Möglichkeiten Altkleider und Altschuhe, Altglas und Problemstoffe getrennt zu entsorgen (Ja, Spraydosen müssen getrennt abgegeben werden). Gerade bei Glas ist es sehr wichtig, den Aludeckel nicht mit hineinzuwerfen und das Glas in den richtigen Behälter zu werfen (bereits eine gefärbte Glasflasche im Weißglas macht das Weißglas unbrauchbar…).

Klar ist: Trennen lohnt sich! An der hartnäckigen Behauptung, der gesamte Müll werde sowieso zusammengeschmissen und dann erneut sortiert, ist nichts dran!

Nur Flaschen recyceln Flaschen nicht! – Trennhilfen auch für Zuhause

Ab mit den neu ergatterten Trennhilfen nach Hause! Der Recyclinghof bietet für jeden KOSTENLOSE Trennhilfen solange der Vorrat reicht. Bisher hatten wir in der WG Mülltrennung eingehalten, jedoch soll dies mit den neuen, farblich sortierten Behältern in Zukunft noch präziser gelingen. Auch durch die hilfreichen Tipps und Tricks sind wir uns nun auch sicher, was in welche Tonne gehört. Es ist wirklich nicht schwer, Müll zu trennen und so kann jeder mit den wertvollen Ressourcen etwas verantwortungsvoller umgehen.

Abfallvermeidung

Reduce, reuse, recycle: 5 Möglichkeiten Abfall zu vermeiden

Pro Kopf produzierte ein Salzburger 2017 etwa 546kg Müll. Das sollte doch zu reduzieren sein!

Tipp 1: Baumwoll-Gemüsenetze

Achtet beim nächsten Einkauf doch einfach mal wie das Gemüse und Obst, das ihr kaufen wollt, verpackt ist. Bei vielen Produkten finden sich Plastikverpackungen, oft sogar sind die Lebensmittel mehrfach verpackt (in „praktischen“ Einzelverpackungen). Dies soll unseren Single-Haushalten das Leben vereinfachen. Doch könnte man viele Mehrfachverpackungen einfach weglassen, da sie unnötigerweise mehr Müll produzieren, als die Ware frisch zu halten. Neben diesen üppig verpackten Lebensmitteln, gibt es aber auch immer noch lose Produkte, die man in mitgebrachten Baumwolltaschen o.ä. abwiegen kann. Eine Alternative zu Plastiksackerln sind Baumwollnetze. Diese nachhaltige Verpackungsalternative kann man z.B. in verschiedenen Bioläden kaufen.

Tipp 2: Nachfüllstationen für Pflegeprodukte

Für viele Produkte gibt es Nachfüll-Produkte, z.B. für Flüssigseife oder WC-Steine. Damit muss der Plastikbehälter des Produkts viel seltener nachgekauft werden. In manchen DM-Drogeriemärkten gibt es sogar eine Nachfüllstation für Geschirrspülmittel und Waschmittel der Marke Planet Pure. Damit schont man nicht nur sein Geldtascherl, sondern auch die Umwelt.

Tipp 3: Lokale Märkte besuchen (und eigene Taschen mitbringen)

Jeden Donnerstag findet auf dem Vorplatz der St. Andrä-Kirche der „Schrannenmarkt“ statt. Regionale Händler bieten hier ihre frische Ware an. Vom Gemüse über Brot, Eingemachtes, Fleisch- und Wurstwaren bis zum Käse wird hier alles feilgeboten. Allein der Geruch beim entlangschlendern der Stände ist schon ein Fest für die Sinne. Am besten bringt man seine Verpackungsmaterialien schon selbst mit (Einkaufskorb, Taschen, Beutel, Eierkartons, etc.), dann steht dem plastikfreien Einkauf nichts mehr im Weg. Neben der „Schranne“ gibt es auch noch andere kleinere
Wochenmärkte in und um Salzburg. Ein Blick auf die Internetseite bietet einen guten Überblick.

Tipp 4: Auffüllbare Trinkflaschen und Brotboxen

Es gibt sie in allen Farben, Formen und Materialien: die persönliche Trinkflasche und Brotbox. Diese täglichen Begleiter auf die Uni oder zur Arbeit bieten uns eine flexible wiederverwendbare Aufbewahrungsmöglichkeit für unser „täglich Brot und Wasser“. Bei der Anschaffung der Kunststoffvarianten sollte darauf geachtet werden, dass keine Weichmacher wie Phthalate (z.B. in PVC) enthalten sind, da diese unsere Gesundheit gefährden. Inzwischen gibt es aber bereits schöne Exemplare aus Glas oder aluminiumfreiem Metall, die super zu reinigen und ewig haltbar sind. Für die Kaffee-Liebhaber unter uns: Es gibt auch zahlreiche Thermo-Kaffeebecher oder solche aus Bambusfasern. Die schauen nicht nur schick aus, sondern vermeiden vor allem Coffee-to-go-Becher. In Deutschland hat sich das Start-up Unternehmen das RECUP-Pfandsystem für Coffee-to-go-Becher inzwischen etabliert und soll nun auch bald nach Österreich kommen. Ihr seht – es gibt immer mehr Alternativen!

Tipp 5: Baumwolllappen und Baumwolltaschentücher

Zugegeben, es ist ein bisschen Old-School, aber trotzdem effektiv. Anstatt Einweg-Taschentüchern, die im Abfall landen, könnte man auch auf das alte Baumwolltaschentuch zurückgreifen. Es ist waschbar und hat damit ein längeres Leben als Papiertaschentücher, für welche wieder Bäume gefällt werden müssen (es sei denn ihr achtet auf recycelte Produkte). In der Küche gilt das gleiche Prinzip: Anstatt des Küchenlappens aus kunstmaterial, der nach einiger Zeit nicht mehr verwendbar ist, lieber einen Baumwolllappen verwenden. Wenn dieser dreckig ist, einfach bei 60°C waschen. Damit ist er wieder sauber und einsatzbereit. Probiert es doch gleich mal aus!

Mülltrennung ist so einfach und so wichtig! Es ist keine Ausrede, dass man nicht vollständig informiert wurde oder keine Möglichkeiten zur Mülltrennung hat. Jeder hat die Möglichkeit sich im Internet oder bei der Stadt Salzburg zu informieren und ggf. zusätzliche Tonnen zu beantragen, falls diese nicht ausreichend vorhanden sind. So gelingt durch Mülltrennung ein riesiger Schritt in die richtige Richtung! In diesem Sinne: Recycle – It’s no waste of time 😉

Eure Drei Engel für mehr Grün

Sonja, Christina & Sonja

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