Die 5 Mitbewohner der Greensekatzen mit grünen Utensilien abgebildet

Nach der 6. Aufgabe der Green-WG-Challenge ist es zeit für einen kurzen Rückblick. Die WGs, darunter auch wir, das 5-köpfige Team der Greensekatzen, haben schon verschiedenste Aufgaben gelöst und nachhaltige Handlungen ausprobiert. Beim vergnügten Schmausen unseres herrlich fairen Dinners von Challenge Nr. 2 stellten wir fest: Es ist Halbzeit, ein guter Zeitpunkt für ein Zwischen-Resumé, wie wir finden, aber seht selbst!

„Green WG-Challenge, das ist genau unser Ding!“, dachte sich jeder in unserer „Greensekatzen-WG“, als wir zum ersten Mal davon hörten. „Wir sind eh schon so grün unterwegs. Erzählen die uns lauter Dinge, die wir eh längst wissen und machen?“ – bei fünf mit Nachhaltigkeit mehr als sympathisierenden Köpfen ein berechtigter Gedanke.

Mittlerweile haben wir festgestellt, dass dem nicht so ist und wir mit jeder neuen Aufgabe eine Menge dazulernen. Die Challenges haben es in sich. Neben Studium und Arbeit sind sie sozusagen die grünen Überstunden zu unserem Vollzeit-Life. Doch es macht Sinn. Jede Woche sind wir überrascht bis beflügelt von neuen Erkenntnissen, die wir aus den Challenges ziehen.

Dass eine vegetarische Lebensweise weniger emissionsintensiv ist als das Omnivoren-Dasein, war doch klar, aber dass Butter vom Standpunkt ihrer CO2-Bilanz aus gesehen eine größere Belastung für die Umwelt darstellt als beispielsweise der Klimaschurke Nr. 1, Rindfleisch, hat uns echt verblüfft.

Grün, grün, grün sind alle meine Kleider

In der ersten Challenge wurden wir daran erinnert, wie wichtig es ist, auf die Herkunft und die Art des Anbaus von Baumwolle zu achten. Bio Baumwolle ist für die Böden, das Wasser, die Menschen, die diese ernten und verarbeiten, und als Konsequenz natürlich für unser aller Wohlergehen und Gesundheit das Beste. Das weiß man. Doch Wissen und Handeln sind nicht immer die besten Freunde. Vor allem nicht, wenn das Wissen anfängt Staub zu fangen. Da tat uns die Challenge gut und hat unseren Blick aufs Neue in Gewissenhaftigkeit geschult.

Mehrere lachende als Piraten verkleidete Person stöbern in Kleidungshaufen

Dass es nicht immer etwas Neues braucht, ist bei uns Flohmarkt-Liebhabern oberstes Gebot und so sind wir der Aufforderung, eine Kleidertauschparty zu machen, mit Vergnügen gefolgt.

Inspiration aus Honduras

Die zweite Challenge war die vielleicht spannendste. Dank den engagierten Menschen hinter EZA lernten wir die aus Honduras stammende Bio-Kaffeebäuerin, Genossenschafterin und Frauenrechtsaktivistin Dolores Benita Espinoza kennen. Eine auf allen Ebenen faszinierende und bewundernswerte Frau. Sie sprach über ihr Leben und über die von ihr entwickelten Projekte. Man spürte die Mühe, die sich bezahlt gemacht hat, die beeindruckende Entschlossenheit, ohne die eine solche Erfolgsgeschichte wahrscheinlich niemals geschrieben werden hätte können. Uns war allen klar, dass fairer Handel gut und wichtig ist, doch ist gut gemeint noch lange nicht fair gehandelt.

Die Recherche über Produkt-Zertifikate wie „Fairtrade“, „UTZ“ und „Rainforrest Alliance“ war eine wahre Erleuchtung. Wir wissen jetzt, dass sich zwar alle in verschiedenen Intensitäten für Nachhaltigkeit sowie für die Rechte der Erzeuger einsetzen. Die Weltmarktpreise unterliegen sehr starken Schwankungen, die durch Erträge aus Ernten, Nachfrage, politische Krisen und Spekulation verursacht werden. Das Fairtrade-Zertifikat, garantiert den Erzeugern einen Mindestpreis für Waren, die im Rahmen des Zertifikats abgenommen werden können. Daher ist unserer Meinung nach dem Fairtrade-Zertifikat der Vorzug zu geben.

Öko! Auch beim Strom

Die dritte Challenge hat uns alles über unseren Stromverbrauch und unseren Stromanbieter herausfinden lassen. Die Tatsache, dass man als Stromanbieter Ökostrom-Zertifikate kaufen kann, ohne dass der verkaufte Strom wirklich aus erneuerbaren Energiequellen kommt, hat uns besonders schockiert und uns zum Stromanbieterwechsel veranlasst.

Veränderung

Make the change war das Motto der vierten Challenge. Anhand von dem kleinen, genialen Buch Einfach Öko schlichen und schleichen sich lauter kleine changes in unser tägliches Leben. Hier nur ein paar davon:

  • Margarine statt Butter (traurig aber wahr, Butter ist echt ressourcenintensiv)
  • Eco Waschprogramme statt kurz und intensiv (der Stromverbrauch ist weit geringer)
  • Bienenwachs statt Paraffin und Stearin (die grüne Alternative zu Erd- und Palmöl in Kerzen)

The good, the bad und Palmöl

Unsere fünfte Challenge brachte uns auf die zerstörerische Fährte von Palmöl. Neben der Fleisch- bzw. Tierfutterindustrie sind einerseits das Landgrabbing und der moderne Kolonialismus durch multinationale Firmen hauptverantwortlich für das Massensterben unzähliger Arten im Urwald.

Durch den Film The green lie von Werner Boote und die anschließende Diskussion mit ihm bestätigte sich unsere Intention, dass bewusstes, nachhaltiges Konsumieren zwar auf jeden Fall notwendig ist, es aber auf dem Weg in eine zukunftsfähige Welt ohne einer Änderung unseres Wirtschaftssystems weg von einem ausbeuterischen hin zu einem der gerechten Verteilung nicht gehen kann.

Wir beschäftigen uns unabhängig voneinander schon länger mit der Palmöl Problematik und kaufen bewusst ein. Die Aufgabe, zwei palmölfreie Tage zu verbringen, fiel uns daher nicht besonders schwer. Es machte uns Spaß gemeinsam nachzudenken, wo wir uns hier noch verbessern können und wie wir das anstellen.

Die TeilnehmerInnen der Green-WG Challenge

Zu guter Letzt

Wir finden es super, wie die Green-WG-Challenge uns zu noch greener grinsenden Greensekatzen macht. Sie bringt uns zum Nachdenken, Recherchieren, Diskutieren und das ist das Beste: zum Tun.
Nicht nur wissen. Tun.

Eure Greensekatzen

Teile diesen Beitrag auf Facebook & Co.