Grüne Weihnachten

Wir, Kompost3, nehmen als WG an der Green WG Challenge teil und haben diese Woche die Aufgabe uns mit einem zukunftsfreundlichen Weihnachten auseinanderzusetzen. Mit allem was dazu gehört: umweltfreundliche Geschenke und Verpackungen, neuen nachhaltigen Traditionen und einem veganen oder vegetarischen Weihnachtsmenü.

Jeder kennt es. Gefühlt kurz nach Ostern: Der Schoko-Osterhase steckt noch im Hals, da stechen einem im Supermarkt die ersten Lebkuchen ins Auge.

Die Vorweihnachtszeit beginnt in den Supermärkten eigentlich schon im September. Klar, Weihnachten ist toll. Aber muss das eigentlich sein? Das Überangebot und die produzierten Massen landen dann meistens auch im Kühlschrank. Wer soll das alles essen? Am Ende der Weihnachtsfeiertage rollt sich jeder wie eine Mozartkugel von der Küche zum Sofa und bleibt dabei vermutlich noch in den Bergen an gebrauchtem Geschenkpapier stecken.

Womit wir auch direkt beim Thema wären. Wie kann man den ganzen Überfluss an Lebensmitteln und Verpackungen entgegenwirken? Welche Alternativen gibt es?

Ein „grünes“ Fest bedeutet aber nicht, dass man in einer kargen Wohnung im Dunkeln beisammensitzt, weil man auf den ganzen Glitzer – und Lichterklimbim verzichtet. Und ja, es ist auch ein leckeres Menü möglich, ohne dass der Kühlschrank oder die Familie aus allen Nähten platzt.

 Tipps für nachhaltige Geschenke

  • Unser Platz eins ist ganz klar: Zeit in Aktivitäten verschenken. Wieso nicht mal einen Gutschein für ein leckeres Menü, selbstgekocht natürlich, oder ein Picknick auf dem Untersberg statt Konsumgütern, die oft unter ethisch nicht vertretbaren Umständen produziert wurden? So geht man dem Konsumterror mit unnützem Gedöns aus dem Weg und macht sich mal Gedanken, was der Beschenkte wirklich braucht.
  • Selbstgemachte Plätzchen oder eigene Backmischungen, Brote, Dips, süße oder herzhafte Aufstriche, Lesezeichen aus Stoffresten. Selbst zusammen gestellte Kochboxen. Da steckt Mühe und Liebe drin und das ist doch mehr wert als die Frage wer jetzt am meisten fürs Geschenk ausgegeben hat.
  • Nachhaltige Mode, aus fair gehandelten Rohstoffen und ohne Ausbeutung produziert
  • Flohmarkt oder Tauschbörsen gehen immer: Besser als amazon und dessen unnötiger CO2 Verbrauch
  • Fairtrade Schoki statt Kinder(arbeits) Schokolade

10 Tipps für bessere Verpackungen

  1. Für die ganz talentierten unter uns, Upcycling: Geschenksäckchen aus Stoffresten nähen.
  2. Andere halten sich lieber an Zeitungspapier
  3. Alte Landkarten, Stadtpläne, Kalenderblätter, Comics
  4. Collagen-Zeitungspapier aus Zeitschriftenblättern
  5. Erhält man ein Geschenk in Geschenkpapier, kann man dieses aufbewahren und wiederverwerten, das gilt auch für Geschenkband – und Schleifen
  6. Statt alles zu verpacken genügt auch eine recycelte Schleife oder Band
  7. alte Schuhkartons
  8. übriggebliebene Tapetenstücke
  9. Dosen oder Gläser, die zuhause rumstehen
  10. Toilettenpapier – oder Küchenrollen als Bonbon schnüren

Wer gar keine Zeit hat, kann auf recyceltes Geschenkpapier zurückgreifen. Und natürlich lassen sich die Geschenkverpackungen auch umweltfreundlich dekorieren. Einfach vom nächsten Spaziergang Tannenzapfen und Zweige mitnehmen. Geschenkanhänger lassen sich aus alten Kartons ausschneiden. Sogar Kleber lässt sich mit in Wasser verdünntem Puderzucker herstellen!

Es gibt so viele Alternativen, die so leicht umzusetzen sind! Just do it!

Geschenkverpackung: Geschenkverpackungen aus Zeitungspapier

Weihnachtsmenü à la Kompost3

Zu guter Letzt kommt hier unser Tipp für ein vegetarisches Weihnachtsmenü, was man durch Austauschen der Milchprodukte auch leicht vegan gestalten kann:

Vorspeise – saisonaler winterlicher Salat mit geröstetem Kürbis und Kerne Topping

  1. Chicoré und Feldsalat waschen und putzen. Kürbis klein schneiden und mit etwas Öl, Salz, Pfeffer, Paprikapulver und Thymian würzen. Im Backofen bei 180 Grad Ober- und Unterhitze 10-15 min garen.
  2. Dressing aus Essig, Öl, frischem Knoblauch, etwas Hüttenkäse, Senf, Honig und etwas Chiliflocken herstellen und mit dem Salat vermengen.
  3. Anrichten und mit zerbröseltem Hirtenkäse, Kernen (Sonnenblumen- und Kürbiskerne) und den Kürbisstückchen toppen.

Rote Rüben-Kokossuppe mit Kresse

  1. Zwiebel schneiden, im Topf goldgelb anrösten. Frische Rote Rübe gewürfelt hinzufügen, kurz mitbraten. Mit Gemüsebrühe aufgießen, mit Knoblauch, Salz, Pfeffer würzen und ein daumengroßes Stück frischen Ingwer, klein geschnitten, hinzugeben. Eine halbe Stunde kochen lassen bis die Rote Rübe gar ist. Danach zu einer sämigen Suppe pürieren.
  2. Zum Schluss 200 ml Kokosmilch und 20 ml frischgepressten Zitronensaft hinzugeben, umrühren, abschmecken und ggf. nachwürzen.
  3. Anrichten, mit einem Löffel Sauerrahm und frischer Kresse toppen.

Bratäpfel

  1. Bio-Äpfel waschen, am oberen Ende abschneiden, damit man später diesen als Deckel aufsetzen kann. Das Kerngehäuse mit einem Messer und Löffel entfernen, es sollte eine Mulde entstehen, in die man die Füllung geben kann.
  2. Für die Füllung einfach 8 übrig gebliebene Plätzchen zerkleinern, 5 Walnüsse hacken und in einer Pfanne mit einem Esslöffel Kokosöl anrösten, mit Zimt abschmecken. Wer mag, kann hier noch einige Tropfen Rum aufträufeln. In die Äpfel füllen, Apfeldeckel aufsetzen und am besten um Strom zu sparen, bereits mit den Kürbisstückchen im Ofen garen lassen.
  3. Anrichten und ggf. mit der restlichen Füllung bestreuen.

Guten Appetit!

Dazu empfehlen wir einen fair gehandelten Rotwein und Espresso. Neben der ganzen Nascherei unterm Tannenbaum sollte aber trotzdem abends noch Platz für Nachtisch sein, daher haben wir uns für eine leichte Vorspeise und Hauptgang entschieden. Die Rote Beete haben wir von unserem Interview mit den Erdlingen mitnehmen können und sogar der Rest vom Bratapfel landete am nächsten Morgen im Porridge von Sabrina!
Weihnachtsmenü: selbstgemachtes Weihnachtsessen von Kompost3

Abschließend können wir sagen, dass wir uns sehr über diese Challenge gefreut haben, da die Weihnachtszeit uns sehr viel Freude bereitet. In dieser Zeit geht es um Geben und Besinnlichkeit. Daher ist es schön, etwas für die nächsten Generationen zu tun und mit einem nachhaltigen Weihnachtsfest etwas für die Zukunft beizutragen. Auch das vegetarisch/vegane Weihnachtsessen hat Julia und Sabrina (die Alles-Esser) überzeugt und auch die Vegetarierin Alicia hat neue Ideen für die zukünftigen Weihnachtsfeste bekommen. Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass diese Challenge uns ein Weihnachtsfeeling vermitteln konnte und wir uns nun freuen, Weihnachten auch nachhaltig mit unseren Familien zu Hause zu feiern.

Wir wünschen euch ein frohes, grünes und nachhaltiges Weihnachtsfest,

Kompost 3

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