Foto: Buchdeckel einfach oeko

Nachhaltiger Lebensstil, was bedeutet das überhaupt? Wenn es um umweltbewusstes Leben geht, weiß man nicht, wo man überhaupt anfangen soll. Da gibt es Stromverbrauch, Mobilität und Kleidung, und ach, die ewige Diskussion um die Ernährung! Bio, Regional, Fair Trade, Vegan, Transportwege, Verpackung … wer soll sich da denn noch auskennen? Wie schön wäre es, wenn es ein Buch gäbe, das sämtliches Umweltwissen klar und einfach zusammenfasst... Doch Moment, dieses Buch existiert bereits! Marcus Franken und Monika Götze haben ihr geballtes Wissen aus mehreren Jahrzehnten Umweltforschung zusammengetragen und das Buch Einfach Öko verfasst, das wir im Rahmen der vierten WG-Challenge von Südwind, dem Verein für Entwicklungspolitik und globale Gerechtigkeit, geschenkt bekommen haben. Wir haben für euch einen Blick ins Buch geworfen!

Im Buch Einfach Öko werden komplexe Themen anschaulich und erfrischend einfach erklärt. Es enthält insgesamt 200 Tipps und jeder Tipp ist mit Infos versehen, wie viel Aufwand die Umsetzung bedeutet und wie viel Wirkung er hat. Besonders bemerkenswert fanden wir die folgenden Themen:

Essen: Ist Bio wirklich besser? Und wie „schlimm“ ist Fleisch?

430 Kilo Essen kauft jede/r im Durchschnitt im Jahr ein. Dabei macht die Ernährung mit ihren 1,4 Tonnen Treibhausgasen pro Kopf und Jahr einen genauso großen Anteil der persönlichen CO2-Bilanz aus wie das Autofahren. Damit birgt dieser Teil unseres Lebens große Verantwortung: denn wir entscheiden, was wir zu uns nehmen. Über das Thema Ernährung lässt sich bekanntlich stundenlang und heiß diskutieren, aber welche Frage uns bislang vor allem beschäftigt hatte, war folgende: Wann ist Bio kaufen sinnvoll? Die Antwort: Mit Bio kann man nichts falsch machen. Es ist zwar noch nicht endgültig nachgewiesen, dass Bio Produkte gesünder sind oder besser schmecken, aber im Zweifel ist man auf der besseren Seite.

Bioprodukte verbrauchen zwischen 10% und 30% weniger CO2 als konventionelle Lebensmittel, Pestizide werden gemieden, das Grundwasser bleibt sauberer und die Tiere führen ein wesentlich glücklicheres Leben. Sinnvoll ist Bio kaufen vor allem bei Obst und Gemüse, Brot und Kartoffeln, Milchprodukten, Eiern – also bei allem, was von uns in großen Mengen verzehrt wird. Bei Fleisch lohnt sich vor allem, Schwein statt Rind zu essen, denn das spart 75% der Treibhausgase – das ist bei jeden Stück Fleisch das Äquivalent zu einer 60 Kilometer langen Autofahrt. Fleisch bleibt aber trotzdem ein unglaublich ressourcenintensives Produkt, deswegen: „Fleisch ja, aber selten und dann bewusst!“ Anstatt einem Veggieday in der Woche lieber einen Fleischtag pro Woche einführen – und den dann so richtig zelebrieren. Das schont den Geldbeutel und die Umwelt.

Haustiere: Wie viel CO2 verbraucht meine Katze?

Wenn es um den ökologischen Fußabdruck geht, denkt kaum jemand an sein Haustier. Doch auch unsere flauschigen Vierbeiner brauchen das ein oder andere zum Leben. Die größten Bereiche sind hier das Futter und das Streu. So verbraucht eine Hauskatze stattliche 2.251 Kilogramm CO2, was einem Fünftel der Emissionen eines Durchschnitts-Deutschen entspricht. Das sind 16.000 Kilometer mit dem Auto! Ein Hund liegt mit ca. 1.850 Kilo CO2 knapp darunter. Meerschweinchen, Kanarienvögel und Zierfische sind da meist deutlich „umweltschonender“. Aber da wir uns die Frende an unserem Haustier nicht nehmen lassen müssen, kann man auch hier auf öko umsteigen. Keine Einzelportionen beim Futter um Verpackung zu vermeiden, selbst gebautes Spielzeug, um Ressourcen zu schonen, mehr Freigang (etwas weniger zur Brutzeit, um Jungvögel zu schützen) um den Streubedarf zu reduzieren und vegetarisches Futter, falls geeignet, sind wirksame Umstellungen und tun dem Tier und der Umwelt gut.

Foto: Katze mit rosa Decke

Wir ALLE können etwas bewirken: we are the change

„Ob ich jetzt vegan esse oder nicht macht doch eh keinen Unterschied…“ Eben doch! Es stimmt, dass das Handeln einer einzelnen Person nicht viel ausmacht. Aber es geht auch darum, anderen vorzuleben, dass es auch anders geht. Wir müssen Vorbild und Inspiration sein für unsere Mitmenschen und vor allem für die nächsten Generationen, denn nur so kann etwas größeres in Gang gebracht werden. Wir müssen weg von der Alles-egal-Hauptsache-Konsum-Haltung hin zur Green-is-the-dream-Einstellung. Für Viele ist das ständige Achten auf nachhaltiges Handeln auf Dauer anstrengend, immer wieder muss man sich durch kleine Entscheidungskämpfe mit sich selbst quälen. Da hilft es, Weichen zu stellen. Wenn man sich zum Beispiel ein für alle Mal dafür entscheidet, Bio und Fair Trade zu kaufen, dann erübrigt sich das nachdenken und man kann sicher sein, sich für das bessere Produkt entschieden zu haben. Genauso beim Strom: Wenn man erst einmal grünen Strom bezieht, braucht man auch nicht so ein schlechtes Gewissen zu haben, wenn das Licht länger brennt. Um es mit Gandhis Worten zu sagen: „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“

5 Tipps für mehr „öko“ im Alltag!

Bio kaufen, Bio werden, Bio denken: Wie geht das? Nachdem die Fakten nun auf dem Tisch liegen und es schwer zu verkennen ist, dass es wichtig ist an die Umwelt zu denken in seinem täglichen Handeln, stellen sich einige Fragen: Wie setzt man das um, ohne zu viele Mühe und am besten noch mit einem kleinen Studenten Budget? Der gute Wille und kleine Schritte sind der Anfang! Es folgen 10 Tipps, die man in Salzburg umsetzen kann, um die Umwelt zu schonen.

Tipp 1: beim Lebensmittel-Einkauf auf Siegel achten

Was für eine große Rolle das Essen für die Umwelt spielen kann, wurde bereits erwähnt. Aber woran erkennt man welche Produkte man am besten zu sich nehmen kann, ohne sich Gedanken machen zu müssen? Dank verschiedener Siegel wird es uns relativ leicht gemacht. Aber Achtung! Nicht jedes Siegel ist sofort lobenswert. Wer nicht nur den CO2 verbrauch verringern möchte, sondern auch sicher gehen möchte, dass wenig synthetische Pflanzenschutzmittel verwendet wurden, hält im Supermarkt am besten nach dem blattförmigen EU-Bio-Logo und dem sechseckigen deutschen Biozeichen Ausschau.

Eine Steigerung dieser Siegel, sind die Bio Siegel. Diese stehen dafür, dass Tiere mehr Fläche bekommen, mindestens 50% des Futters vom Hof kommt und zu 100% Bio Zutaten verwendet werden. Dies versprechen die Crème de la crème der Bio Siegel: Bioland, demeter und Naturland.

Und keine Sorge: um Bio zu kaufen, muss man nicht erst extra zum Basic oder zu anderen Bio Läden in Salzburg fahren. Produkte mit diesen Siegeln sind auch schon im Spar oder Hofer direkt um die Ecke vertreten.

Tipp 2: auf regionale Lebensmittel setzen

Nicht nur die Herstellung von Essen, sondern auch deren Transport verbraucht CO2. Jedoch ist nicht überall wo “Regional” drauf steht auch regional drin. Daher ist es sinnvoll immer auf die Verpackung zu schauen woher die Lebensmittel stammen und wenn möglich das Produkt zu wählen, was am nächsten hergestellt wurde. Falls die Zeit beim Einkaufen knapp ist, helfen die Labels vom Regionalfenster bei denen klar festgelegt ist, um welche Region es sich handelt.

Tipp 3: adopt don’t shop

Ein Gefährte im Leben, das wäre doch was! Aber wo findet man eine kleine Fellkugel, der man ein neues Zuhause schenken mag?  “Adopt don’t shop” ist die Antwort. Es gibt einige Tiere, die in den Tierheimen von Salzburg und Freilassing auf ein neues Zuhause warten. Ebenso gibt es Tiervermittlungsseiten auf Facebook mit privaten Vermittlungen.

Wissenswert ist, dass es in Österreich eine Kastrationspflicht für Freigängerkatzen und -kater gibt, außer wenn sie zur Zucht registriert sind. Bauern können teilweise sogar eine Vergünstigung für diese Kastrationen erhalten (Stand 2016).

Tipp 4: Fleisch Day für Herrchen & Frauchen und Veggie Day für den Hund

Neben Hasen und Vögeln, können auch Hunde ab und zu vegetarisch essen. Dieses Futter kann selbst gekocht oder in Tierhandlungen gekauft werden. Selber kochen übt dabei nicht nur die Kochkünste von Frauchen oder Herrchen, sondern dient auch der Verringerung der Verpackungsreste. Aber aufgepasst! Hunde sind carni-omnivor. Das heißt, dass wenn man genau auf die Nährstoffanalysen und Bedarfswerte achtet, der Hund zwar in der Theorie rein vegetarisch ernährt werden kann, doch spricht es gegen die artgerechte Haltung, da ein Hund auch Fleischesser ist. Mehr Infos dazu findest du zum Beispiel hier.

Tipp 5: Spielzeug für Haustiere selber basteln

Neben dem Essen ist die zweitgrößte Freude vieler Vierbeiner das Spielen. Aber Spielzeug muss nicht immer teuer gekauft werden. Jeder der schon mal eine Katze hatte, kennt die Situation, in der man ihr was Schönes kauft und sie sich letztlich mehr über die Verpackung als das eigentliche Geschenk freut. Also ran ans selber basteln: darüber freut sich das Tier, der Geldbeutel, die Umwelt und vielleicht hat ja sogar der Mensch dabei Spaß.

Für Katzen können leicht neue Spielzeuge gebastelt werden. So kann in einen verschlossenen Karton ein Loch reingeschnitten werden, damit die Katze ein neues Versteck hat, genauso kann ein Band mit einem Stück Papier am Ende als neue Beute genutzt werden. Bei YouTube findet man hierzu einige Anleitungen egal für welches Haustier oder ob Laie oder Baumeister/in.

Let’s go: Die Veränderung beginnt in unseren Köpfen.

Ein erster Schritt ins umweltbewusste Leben ist es, sich über die Möglichkeiten umweltschonend zu leben zu informieren. Herzlichen Glückwunsch! Durch das Lesen dieses Blogs ist der erste Schritt getan. Aber was macht man mit dem Wissen? Am besten umsetzen. Kleine Änderungen im Alltag reichen für den Anfang vollkommen. Aber aufgepasst: Nehmt euch nicht zu viel vor, sonst fühlt ihr euch sich vielleicht schnell überfordert und gebt auf. Kleine Änderungen lassen sich vor allem beim Einkauf gut umsetzen, zum Beispiel: die verpackungsarme Variante beim Gemüsekauf wählen oder eher Bio, Fairtrade und Regionale Produkte  kaufen. Ebenso lässt sich einiges in den eigenen vier Wänden ändern. So kann man auf seinen Wasserverbrauch beim Abwasch achten: das Becken einmal mit Wasser füllen, anstatt das Wasser während dem Abwasch laufen zu lassen. Ebenso ist es sinnvoll beim Heizen die Türen und Fenster der Räume zu schließen.

Und nicht vergessen: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen! Schärft einfach eure Wahrnehmung, schafft kleine Veränderungen und informiert auch eure Familie und Freunde.

Foto: WG Bio Trio sitzt gemeinsam am Tisch

Inspiration holen: „grüne“ Filme schauen

Wenn es so langsam kälter wird und man sich nicht mehr ohne Überwindung abends raus bewegt, dann trifft man sich doch gerne hin und wieder mit  Freunden zu einem gemütlichen Filmabend mit heißen Getränken, Popcorn und einem coolen Blockbuster auf Netflix. Wir haben diese Woche genau das gemacht, als Challenge-Stufe 3 in der vierten Woche der Green WG Challenge. Der einzige Unterschied, statt eines Blockbusters haben wir uns eine Doku zum Thema Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein angeschaut. Action gab’s dabei nicht ganz so viel, aber spannend ist so ein Film allemal. Danke dafür an die Organisation der Green WG Challenge für die coole Idee!

Unsere Wahl für die Doku war: What The Health. Ein Film der sich vor allem mit den Themen Ernährung, Krankheiten und Lobbying befasst. Inspirierend und aufschlussreich setzt sich der Film mit aktueller Thematik auseinander und weckt das Interesse mehr zu erfahren.

Unsere Filmtipps für euch:

Es heißt, wenn man What The Health, Cowspiracy und Earthlings geschaut hat, möchte man auf der Stelle vegan werden. Probiert es aus! Wenn Ihr bereits vegan seid, so wie Oli, dann lernt Ihr zumindest was dazu und könnt mit ein paar Fakten um euch werfen, wenn Ihr das nächste Mal von Euren kritischen Freund/innen gelöchert werdet.

Weitere bekannte Filme mit etwas anderer Thematik, die wir Euch ans Herz legen können, sind:

  • Taste The Waste: zum Thema Lebensmittelverschwendung
  • Plastic Planet: über Plastik (wer hätte das gedacht)
  • Eine Unbequeme Wahrheit: zum Klimawandel
Foto: WG Bio Trio schaut Film

Cowspiracy, What The Health und Taste The Waste sind übrigens auf Netflix verfügbarWir fanden die Filme super spannend und werden wohl den Winter über noch öfter so einen grünen Filmabend einrichten. In diesem Sinne wünschen wir Euch viel Spaß beim Chillen! 🙂

Euer Bio Trio

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