Strom sparen: Windrad auf gruener Wiese

Strom sparen geht uns alle an. Wer jetzt denkt: „Nicht die alte Leier wieder“, befindet sich in bester Gesellschaft, nämlich in unserer. Aber ist das Thema Strom und Stromsparen wirklich so langweilig wie es klingt? Und bringt Stromsparen überhaupt was? Und wo genau kommt unser Strom eigentlich her? Wir haben die Antworten!

Inzwischen liegen schon zwei Wochen Green WG Challenge hinter uns, in denen wir uns mit nachhaltiger Kleidung und Fair Trade beschäftigt haben. Diese Woche ging es um Strom, genauer gesagt um Stromverbrauch. Zwar hielt sich unsere Begeisterung anfangs in Grenzen, aber das hat sich rasant geändert. Wie das geschehen konnte? Das verraten wir euch jetzt. Viel Spaß beim Lesen!

Stromverbrauch messen: Nichts leichter als das!

Die erste Aufgabe der dieswöchigen Challenge lautete: den Stromverbrauch unserer WG Geräte messen. Dazu durften wir uns ein Strommessgerät im Gebäude der Salzburger Landesregierung abholen. (An dieser Stelle möchten wir jeden Nawi-Studierenden dazu ermutigen mal einen kleinen Abstecher ins Gebäude rein und nicht immer nur quer über dessen Parkplatz zu machen. Es lohnt sich!) Zurück zu Hause ging es sofort ans muntere Messen.

Kurze Vorwarnung: Es folgt ein Beispiel, dass zumindest uns total geschockt hat. In unserer WG steht ein Keyboard, dass einfachheitshalber eigentlich immer eingesteckt ist, weil die Steckdose so blöd zu erreichen ist. Laut unserem Strommessgerät beträgt die Leistung im Stand-by des Keyboards 2,4 Watt. Zum Vergleich, eine LED-Lampe bei Betrieb sechs bis neun Watt. Das klingt ja alles noch recht harmlos. Rechnet man dann aber hoch, was das 24/7 Eingesteckt-lassen aufs Jahr bedeutet kommt man schon auf die stattliche Zahl 21,02 kWh Stromverbrauch, oder drei Kilogramm CO² pro Jahr. Und kosten tut uns das Ganze 3,78€. Gut, das klingt jetzt auch noch nicht besonders viel, aber jetzt kommt’s: Das bisschen eingesteckt lassen, obwohl das Keyboard aus ist, ist so umweltschädlich, wie 22 km Autofahren! Als wir das erfahren haben, war für uns klar: Der Stecker muss raus!

Doch nachdem wir unseren Strom so fleißig gemessen haben, wollten wir es genau wissen und haben uns mit den verschiedenen Stromanbietern in Salzburg beschäftigt und wo genau unser Strom herkommt und wie grün er (wirklich) ist.

Ist grüner Strom gleich grüner Strom?

Wir beziehen unseren Strom von Anfang an von der Salzburg AG und waren eigentlich immer der Ansicht, dass die Salzburg AG was Nachhaltigkeit und grünen Strom angeht, ganz weit vorne ist. Zumal auf der Website mit sauberem Strom aus erneuerbaren Energien geworben wird. Unsere zweite Aufgabe war es uns den Stromanbieter Check von Global 2000 und dem WWF genauer anzuschauen.

Wir haben erwartet, die Salzburg AG ganz weit oben im Ranking der österreichischen Stromanbieter zu sehen. Aber Fehlanzeige: ganz weit unten haben wir sie gefunden. Wie kann das sein, wenn die Salzburg AG so mit ihrem grünen Strom wirbt? In den Stromanbieter Check wurde nicht nur der Strom an sich betrachtet, sondern das Unternehmen als Ganzes. So wurde zum Beispiel die Beteiligung an fossilen Kraftwerken und die Investition in erneuerbare Energien mit einbezogen. Bei beidem schnitt die Salzburg AG übrigens nicht besonders vorbildlich ab. Was das Unternehmen bei Erstgenanntem zu viel hat, fehlt bei zweiterem. Zusammen mit den anderen Punkten des Stromanbieter Checks, finden wir den Titel „Stromanbieter mit bitterem Beigeschmack“ leider (!) absolut angemessen.

Strommessgeraet und Kippschalter

Und was nun? Wie können wir Strom sparen?

Was wir für Maßnahmen ergreifen können um unsere Strombilanz zu verbessern, damit sollten wir uns in der dritten Aufgabe beschäftigen. Ein Teil davon ist für uns ganz klar – wie oben schon beschrieben – Stecker raus! Wir dachten auch immer, dass das nicht wirklich etwas bringt, aber wir wurden eines Besseren belehrt. Eine gute Alternative für Fernseher und Co. sind Mehrfachsteckdosen mit Kippschalter. So spart man sich mühsames ein- und ausstecken und gleichzeitig Strom und Geld. Mit Kippschalter fließt absolut kein Strom mehr, wir haben nachgemessen! Für diejenigen unter euch, die ihr Spülwasser mit einem Boiler erhitzen, nach jedem Spülgang ausschalten lohnt sich! Unser Boiler heizt seitdem nur noch 15 Minuten am Tag und nicht wie vorher 60 Minuten. Das bedeutet in unserem Fall statt ca. 130€ Stromkosten für den Boiler nur noch ca. 33€ pro Jahr. Oder statt einer Umweltschädlichkeit von umgerechnet 758 km Auto fahren, nur noch von 189 km. Wenn sich das mal nicht lohnt!

Aber bitte nicht beim nächsten Mal Nieselregen ins Auto steigen mit dem Gedanken: „Ich spar so toll Strom, da kann ich ja jetzt locker etwas mehr Auto fahren.“ Mit solchen Gedanken ist der Umwelt ja erst wieder nicht geholfen. Lieber Schirm und Öffis oder Regenhose und Drahtesel bemühen. Die Umwelt freut sich!
Und falls ihr euren Stromanbieter überprüfen wollt, findet ihr hier den Stromanbieter Check von Global 2000 und dem WWF. Ein Stromwechsel zu wirklich grünem Strom bedeutet nicht zwangsläufig höhere Stromkosten. Im Gegenteil! Wir sparen uns sogar noch was. Nicht viel, aber immerhin. Und falls ihr tatsächlich über einen Stromwechsel nachdenkt, dann lasst euren alten Anbieter ruhig wissen warum ihr wechseln wollt. Nur so bekommt der die Chance zukünftig etwas zu ändern. Man kann zumindest darauf hoffen. Falls ihr den Stromverbrauch eurer Geräte auch gerne hochrechnen wollt, gibt es hier eine fertige Excel-Tabelle. In die könnt ihr einfach alles eintragen und den Rest macht die Tabelle. Wir fanden’s super praktisch!

Zusammenfassend können wir nur sagen: Strom sparen lohnt sich tatsächlich! Selbst wir zwei Oberskeptiker haben uns umstimmen lassen. Probiert es aus, wir versprechen, ihr werdet überrascht sein, was alles geht. Und von dem ersparten Geld geht ihr dann lieber mal so richtig schön essen gehen – bio, vegan und Fair Trade zum Beispiel 😊

Liebe Grüße und frohes Stromsparen,

Eure Quackler (Romy & Nicolai)

 

FOTO CREDIT Bilder: Titelbild: Matthew T. Rader via unsplash, Bilder im Text: Quackler

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