Foto: die drei Freundinnen sehen Sonnenuntergang am Strand an

Studentinnen und Studenten aus verschiedensten Ländern kennen lernen und internationale Kontakte in Salzburg knüpfen. Das hört sich in den Aussendungen der Universität immer ganz spannend an und macht sich auch im Lebenslauf gut. Aber dass es um noch viel mehr gehen kann, möchte ich euch in meinen „G’schichten eines Erasmus Buddys“ erzählen – ein Insiderbericht quasi.

Ich bin mittlerweile langjähriger Erasmus Buddy und für mich gibt es viele Gründe Buddy* zu sein. Hier habe ich die Top 3 Gründe für euch zusammen gefasst:

  • Internationale Freundschaften in der Heimatstadt finden: Stets immer nur etwas mit denselben  Salzburger/innen zu unternehmen, kann nämlich schon langweilig werden.
  • Neue Kulturen kennen lernen: hat was von Urlaub, nur eben daheim.
  • Andere für die eigene Kultur/Stadt begeistern: Man ist ja doch verliebt in das malerische, kleine Salzburg.

Oder man wird Erasmus Buddy, weil man gerne anderen hilft und aus eigener Erfahrung weiß, wie verloren man sich in einer fremden Stadt fühlen kann. Die meisten werden aber wohl Buddy, um nach ihrem Auslandsaufenthalt das Auslands-Feeling etwas weiter zu behalten. Bei mir war das allerdings etwas anders. Ich wurde bereits Buddy bevor ich für ein Semester ins Ausland ging. Hier nun meine „G’schicht“ wie ich ein Buddy wurde.

Erasmus Buddy: Da habe ich mich mal wieder freiwillig gemeldet…

Nachdem ich eine E-Mail-Aussendung der Uni bekommen hatte, in der nach „Buddys“ gesucht wurde, meldete ich mich (ohne groß nachzudenken) gleich an. Studentinnen und Studenten aus anderen Ländern, die zum Studieren nach Salzburg kommen – das klang für mich höchst spannend. Schon immer war ich daran interessiert, Leute außerhalb Salzburgs kennen zu lernen. Das fing in der Oberstufe mit Urlaubsbekanntschaften an. Damals waren diese allerdings aus dem entfernten Linz oder eben maximal aus Deutschland. Nach einer Woche wurde mir die Jus-Studentin Sabine aus Lettland zugeteilt. Ich weiß noch als ob es gestern gewesen wäre, wie wir uns per Mail das erste Treffen in einem Café ausmachten…

Am Abend davor versuchte ich – gefühlt zehn Stunden lang –hilfreiche Informationen zur Uni und über das Leben in Salzburg zusammenzutragen. Ich wollte nicht blöd dastehen und auch ja „SUPER HILFREICH“ sein. Schon den gesamten Vormittag konnte ich mich kaum konzentrieren – ich, hochnervös, hatte Angst vor dieser berüchtigten, beklemmenden Stille, in der niemand etwas sagt. So müssen sich wohl Leute vor einem Blind Date fühlen.

Das erste Treffen als Erasmus Buddy

Nach den ersten paar gewechselten Worten wurde aber schnell klar, dass meine Sorgen unbegründet waren. Wir verstanden uns auf Anhieb recht gut, auch wenn ich sie mit meinen super hilfreichen (oder auch überfordernden) Tipps im ersten Moment eingeschüchtert hatte. Hätte ich doch schon früher gewusst, dass wir ähnliche Interessen haben! Sabine erzählte mir auch, dass sie mit einer Studienkollegin aus Lettland gemeinsam nach Salzburg gekommen ist.

Als ich die andere Lettin, sie heißt Annja, traf, verstanden wir uns auch von Anfang an. Doch dann erzählten sie mir, dass Annja auch einen Buddy hat: Jus-Studentin und English-Native Speaker! Mir rutschte mein Herz in die Hose. Wie sollte ich mit meinem, seit der Matura nicht mehr verwendeten, eingerosteten Englisch da mithalten können?

Wir verabredeten uns für das kommende Wochenende zum gemütlichen Bier in einer Bar – samt Annja‘s „perfect-English-Buddy“. Aber als ich den anderen Buddy an diesem Abend kennen lernte, lösten sich all meine Bedenken in Luft auf. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie wir am Ende des Abends an der Bar saßen und schwungvoll auf den Beginn unserer Freundschaft anstießen. Zum Glück ging keines der Gläser kaputt.

Eineinhalb Jahre später sind dann der „perfect-English-Buddy“ und ich auch gemeinsam ins Ausland gegangen, aber das ist eine andere Geschichte.

Foto: Die drei Freundinnen posieren am Gipfel des Untersbergs in Salzburg

Was beim Buddy-Sein wirklich zählt

Im Nachhinein wurde mir klar wie unsinnig meine Konkurrenzgedanken waren. Den Lettinnen war mein Englisch-Level ziemlich egal. Wichtig war, dass wir etwas gemeinsam unternahmen und dabei Spaß hatten. In Sabines restlicher Zeit in Salzburg sahen wir uns fast jede Woche, egal ob zum herbstlichen Spaziergang an der Salzach oder zur spätnächtlichen, philosophischen Diskussion über tagesaktuelle Themen. Der Abschied zum Semesterende war sehr schmerzhaft. Doch genauso groß war die Vorfreude auf meinen bevorstehenden Lettland-Besuch im Sommer. Ich hätte nie gedacht, dass wir in so kurzer Zeit so gute Freundinnen werden.

Foto: Die drei Freundinnen am Strand in Lettland

Wenn ihr nun Lust bekommen habt auch internationale Studentinnen und Studenten kennen zu lernen, könnt ihr euch für das nächste Semester als Buddy melden. Wer etwas Berührungsängste hat, kann anfangs aber auch einfach mal zu den Veranstaltungen vom Internationalen Büro oder ESN gehen. Abschließend gibt es auch die Möglichkeit mit Salzburger Student/innen über ihre Auslandserfahrungen beim nächsten Stammtisch des Erasmus+ Alumni Club der Uni Salzburg zu plaudern.

Eure Fabia

Fabia

Fabia ist gebürtige Salzburgerin mit einer Liebe für Internationales. Sie studiert Rechtswissenschaften an der Universität Salzburg und arbeitet in einer Steuerberatungskanzlei. Ihre Leidenschaft ist das Kochen und Reisen, aber auch Konzerte besucht sie gerne.

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