Bloggerin Fabienne mit Thomas Brezina

In New York wird eine Tür aufgerissen und Dominik erhält die Chance seines Lebens. In der Nähe von Graz öffnet Poppi eine Tür und sieht dahinter ihren schlimmsten Albtraum. In Wien wird eine Tür aufgesperrt und eine grausame Rache nimmt ihren Lauf. In San Diego geht eine Tür auf und der alte Gegenspieler der Knickerbocker verfolgt einen schrecklichen Plan.

Auch in Salzburg wird eine Tür geöffnet und der Autor des neuen Romans der Knickerbockerbande betritt den mit Licht durchfluteten Seminarraum des Hotels: Thomas Brezina.

Wer kennt die Geschichten nicht von den vier Knickerbockern, dem Rad Tom Turbo, der tierliebenden Penny oder dem kleinen weißen Terrier Bello Bond? Wir alle haben sie gelesen, gehört, geliebt und gelebt. Gemeinsam mit den Figuren Abenteuer erleben, Gaunern auf der Spur sein oder rätselhafte Ereignisse aufdecken – diese Geschichten haben uns mitfühlen und mitleben lassen! So, als wären wir wirklich dabei gewesen.

Doch wir alle sind erwachsen geworden, erleben unsere eigenen Alltags-Abenteuer und sind höchstens unserem Einkommen auf der Spur. Die Geschichten von Thomas Brezina gehören unserer Kindheit an und wir sind schon zu alt, um uns mit Kinderkram herumzuschlagen. Oder?

Falsch gedacht! Denn Thomas Brezina ist zurück und hat die vier Knickerbocker mitgebracht! Mittlerweile sind auch sie erwachsen geworden und erleben, so wie wir, ihren ganz normalen Alltagstrott. Aber was genau ist aus ihnen geworden? Das hat sich auch Thomas Brezina gefragt.

Hier lest ihr spannende Antworten vom Schöpfer unserer Kinderhelden und welche Tipps er (zukünftigen) Hobby-Schiftstellern gibt.

„Warum schreiben Sie nun Bücher für Erwachsene?“

Thomas Brezina sitzt mir lässig gegenüber. Der Raum ist klein, doch sehr hell und schenkt uns einen direkten Blick auf die Festung Hohensalzburg.

Bloggerin Fabienne beim Interview

Niemals hätte ich mir gedacht, je ein Interview mit Thomas Brezina führen zu dürfen. Und doch bin ich nun hier und sitze meinem Lieblingsautor gegenüber, stelle ihm Fragen und versuche meine Nervosität in den Griff zu bekommen. Thomas hat ein wirklich sympathisches Auftreten und obwohl meine Aufregung kaum weniger wird während des Interviews, fühle ich mich wohl in seiner Gegenwart.

Auf die Frage, warum er nun Bücher für Erwachsene schreibt, antwortet er, dass es eigentlich purer Zufall gewesen sei. Ihn habe eben interessiert, was aus den vier Knickerbockern geworden sei, und er habe einfach begonnen seine Gedanken aufzuschreiben. Genau wie damals – als es angefangen hat mit den Abenteuern dieser Kinder – hätte er eine Idee gehabt und diese zu Papier gebracht.

Und wie damals, am Anfang der Knickerbocker schickte nicht er sein Manuskript zu Verlegern und hoffte auf eine Veröffentlichung. Der Verleger kam zu ihm! Und so passierte es ihm auch bei seinem neuen Buch „Tu es einfach und glaub daran“.

„Wird es noch weitere Bücher für Erwachsene geben?“

Es zischt als Thomas seine Mineralwasserflasche öffnet. Er trinkt einen Schluck, lacht und antwortet, dass er nicht genau wisse, wie viele Bücher es noch geben werde, aber dass es welche geben werde, sei keine Frage! Seine Pläne für die Zukunft seien groß, verspricht er. Außerdem gäbe es Pläne für neue Kinderbücher, eine Menge an Bücherideen für Erwachsene, viele neue Podcasts zum Thema Freude und Drehbücher für eine internationale Animationsserie. Auch eine Fortsetzung der Serie „Sieben Pfoten für Penny“ stehe am Programm.

Bloggerin Fabienne beim Interview

Da die Geschichten von Penny Moosburger besonders mich und meine Schwester und wohl auch viele andere Salzburger gefangen genommen haben, frage ich Thomas, warum er genau diese Serie hier in Salzburg habe spielen lassen. Er antwortet, dass er in Maxglan einige Zeit verbracht habe, um zu schreiben, und dort gab es eine Hammerschmiede. Genau diese wurde der Wohnort der jugendlichen Penny. Gemeinsam mit ihrer Familie, ihren Hunden Robin und Milli und ihrem Freund Elvis hat sie hier in Salzburg viele spannende Abenteuer erlebt. Thomas sagt, er wäre selber immer gerne Tierarzt geworden und so hat er Pennys Eltern diesen Beruf gegeben. Für diese Serie hat er mit verschiedenen Tierärzten zusammengearbeitet und sich von ihren Fällen inspirieren lassen.

„Was haben Sie denn als Kind gerne gelesen?“

Neben dem Bauen von Baumhäusern, neue, spannende Entdeckungen machen oder Geschichten ausdenken, hat Thomas Bücher von Astrid Lindgren, Wolfgang Ecke oder Robert Arthur gelesen. Besonders die Kriminalgeschichten von Kalle Blomquist haben ihm sehr gut gefallen und ihn dazu angespornt einmal selber Krimis für Kinder zu schreiben.

Wenn er heute zurückblickt, sagt er, und all die Bücher sieht, die er bisher geschrieben hat, dann staune er selbst darüber. Mittlerweile sind es schon über 550 Bücher, die in mehreren Sprachen übersetzt worden sind, von denen Filme gedreht wurden oder Hörspiele erschienen sind. Angefangen hat alles in seiner Jugend und siehe da: Tom Turbo wird heuer 25 Jahre alt! In dieser Zeit hat der alte Drahtesel mit seinen 111 Tricks fast 410 Fälle gelöst!

„Und was machen Sie sonst, wenn Sie keine Bücher schreiben?“

In seiner Freizeit geht Thomas gerne ins Theater, zwar nicht hier in Österreich, aber in London, seiner zweiten Heimat. Die Klassiker interessieren ihn weniger, er liebt alles, was neu rauskommt. Außerdem verbringt er viel Zeit mit seinem Hund Joppy, der heuer seinen ersten Geburtstag gefeiert hat. Der Kleine hielte ihn ganz schön auf Trab, sagt er. Zu seiner Lesereise quer durch Österreich begleitet ihn sein treuer Vierbeiner auch, jedoch spielte am Tag des Interviews das Wetter in Salzburg nicht mit und da musste er ihn zu Hause lassen.

Thomas Brezina im Interview

Bei Lesungen, könnte man meinen, schlottern ihm die Knie, doch er ist eher konzentriert als nervös. Konzentration sei das Wichtigste, sagt er, und natürlich gehöre eine gewisse Spannung dazu, immerhin wisse man nie, wie das Publikum reagieren würde.

„Was würden Sie Studierenden empfehlen, die Schriftsteller/innen werden wollen?“

Schreiben, schreiben, schreiben. Und dann schauen, was daraus wird.

Sogar für Thomas Brezina ist das Schreiben Arbeit und keinesfalls alltäglicher Spaß. Arbeit, betont er, solle dich zwar glücklich machen, aber es dürfe auch anstrengend sein. Außerdem dürfe man keine Erwartungen haben. Selbst er sei sich nach all den Jahren während des Schreibens oft unsicher, ob diese Geschichte jemals jemand mögen wird, ob sie jemals so erscheinen kann. Thomas sagt, er schreibe einfach, er setze sich ein Ziel, eine Anzahl an Wörtern, die er an einem Tag schreiben wolle. Ist das Ziel erreicht, dann gönne er sich eine Belohnung. Und: Man müsse selbst der schärfste Kritiker seiner eigenen Texte sein.

Das Einzige, das ich empfehlen kann, ist einfach zu schreiben und keine Erwartungen daran zu haben. Ich würde niemandem empfehlen, zu sagen: „Ich werde Schriftsteller als Beruf“ – Das ist fast chancenlos!

Und doch, Thomas hat es geschafft! Er ist pragmatisch und hat jede Chance in seinem Leben angenommen. Vor allem findet er, dass ihm die Kinderbücher einen Weg gezeigt haben, den er mit Büchern für Erwachsene niemals hätte betreten können. In Österreich würden Kinderbuchautoren im Allgemeinen weniger hoch geschätzt, glaubt er, und genau das wäre sein großes Glück gewesen. Er hat es trotzdem gewagt und sich über Vorurteile hinweggesetzt.

Zum Schluss des Interviews signiert Thomas Brenzina noch ein paar Bücher. Ich habe einen uralten Knickerbocker-Band mitgenommen. Fotos werden geschossen und dann muss er schon weiter. Ich sehe ihm nach und denke mir, dass dieser Mensch ein echter Knickerbocker ist. Er gibt nicht auf, er macht einfach das, was ihm gefällt, und er liebt es. Er liebt die Kinder, für die er schreibt, er liebt seine Protagonisten und er liebt den Weg, den er gegangen ist. Ja, man kann wirklich sagen, ihm haben sich viele Türen geöffnet!

Hier findet ihr die neuesten Bücher von Thomas Brezina! Eure Fabienne

Fabienne

Fabienne kommt zwar vom Land, doch im Herzen war sie schon immer eine echte “Stodtlarin“. Wenn sie gerade in kein Buch vertieft ist, schreibt sie entweder gerade etwas Neues auf ihrem Laptop oder sie spaziert durch Salzburg und genießt den Stadt-Flair! 

Teile diesen Beitrag auf Facebook & Co.